
Das German Stem Cell Network (GSCN), auch als Deutsches Stammzellnetzwerk bezeichnet, ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft und Netzwerkorganisation zur Förderung der Grundlagenforschung und angewandten Forschung an Stammzellen in Deutschland. Der gemeinnützige Verein wurde am 7. Mai 2013 in Berlin gegründet und die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Berlin.
Das GSCN verbindet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Zu seinen Aufgaben gehören die wissenschaftliche Vernetzung, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der Wissenstransfer sowie die Information der Öffentlichkeit über Entwicklungen und gesellschaftliche Fragen der Stammzellforschung.
Seit 2021 kooperiert das GSCN mit dem Berlin Institute of Health (BIH) an der Charité – Universitätsmedizin Berlin in der Dialogplattform Stammzellforschung.
Das German Stem Cell Network wurde am 7. Mai 2013 von zwölf Stammzellforschern aus deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gegründet. Ziel war es, die unterschiedlichen Bereiche der Stammzellforschung in Deutschland stärker miteinander zu vernetzen und die internationale Sichtbarkeit des Forschungsfeldes zu verbessern.
Zum ersten Präsidenten wurde der Neurowissenschaftler und Stammzellforscher Oliver Brüstle von der Universität Bonn gewählt. Weitere Mitglieder des Gründungsvorstands waren Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und Albrecht Müller† von der Universität Würzburg.
Die Gründung des Netzwerks wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (jetzt Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)) unterstützt. Von 2014 bis 2019 erhielt das GSCN eine Anschubfinanzierung des Bundes.
Die Geschäftsstelle wurde zunächst am Max Delbrück Center für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch eingerichtet.
Bereits im November 2013 veranstaltete das GSCN seine erste internationale wissenschaftliche Jahreskonferenz in Berlin. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Konferenz zu einer regelmäßig stattfindenden Veranstaltung für die Stammzellforschung in Deutschland.
Parallel entstanden wissenschaftliche und strategische Arbeitsgruppen, die sich unter anderem mit pluripotenten Stammzellen, adulten Stammzellen, regenerativer Medizin, Krankheitsmodellen sowie ethischen und rechtlichen Fragen der Stammzellforschung beschäftigen.
Nach dem Ende der Anschubfinanzierung durch das BMBF wurde die institutionelle Zusammenarbeit des GSCN neu organisiert.
Seit Januar 2021 arbeitet das Netzwerk eng mit dem Berlin Institute of Health (BIH) an der Charité zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation entstand die Dialogplattform Stammzellforschung, die den wissenschaftlichen Austausch, den Wissenstransfer und den gesellschaftlichen Dialog über Stammzellforschung unterstützt.
Die Geschäftsstelle des GSCN befindet sich seitdem im Rahel Hirsch Center an der Charité in Berlin.
Das GSCN verfolgt das Ziel, die Stammzellforschung in Deutschland wissenschaftlich und strukturell zu stärken. Dabei sollen Synergien zwischen der Grundlagenforschung, der regenerativen Medizin, der Krankheitsmodellierung und der Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze geschaffen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Zu den Tätigkeitsfeldern gehören:
Das Netzwerk befasst sich sowohl mit adulten Stammzellen als auch mit embryonalen Stammzellen und induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Weitere Forschungsgebiete sind unter anderem Organoide, stammzellbasierte Krankheitsmodelle und Zelltherapien.
Das German Stem Cell Network ist als gemeinnütziger eingetragener Verein organisiert.
Die Mitgliedschaft steht Einzelpersonen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen offen, die im Bereich der Stammzellforschung oder regenerativen Medizin tätig sind.
Die Vereinsstruktur umfasst einen Vorstand, einen erweiterten Vorstand und eine Mitgliederversammlung. Wissenschaftliche und strategische Arbeitsgruppen unterstützen die fachliche Arbeit des Netzwerks.
Die Geschäftsstelle befindet sich in Berlin.

Die internationale Jahreskonferenz des German Stem Cell Network findet seit 2013 an wechselnden deutschen Forschungsstandorten statt.
Die Konferenz umfasst wissenschaftliche Plenarvorträge, thematische Sitzungen, Posterpräsentationen und Veranstaltungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Neben der Grundlagenforschung werden auch translationale Ansätze und klinische Anwendungen der Stammzellforschung behandelt.
Die erste Jahreskonferenz fand vom 11. bis 13. November 2013 in Berlin statt.
Der GSCN Stem Cell Club (GSCC) ist eine wissenschaftliche Vortragsreihe, die den Austausch zwischen Stammzellforschenden verschiedener Institutionen fördert.
Die Veranstaltungen umfassen Vorträge von nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und werden in hybrider Form durchgeführt.
Das GSCN unterstützt Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler durch Reisestipendien, wissenschaftliche Veranstaltungen und Möglichkeiten zur Vernetzung.
Darüber hinaus vergibt das Netzwerk wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter den GSCN Young Investigator Award, den Hilde Mangold Award und den Publication of the Year Award.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des GSCN ist die Information der Öffentlichkeit über die wissenschaftlichen Grundlagen, medizinischen Anwendungsmöglichkeiten sowie ethischen und gesellschaftlichen Aspekte der Stammzellforschung.
Hierzu organisiert das Netzwerk öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen, beteiligt sich an Wissenschaftsfestivals und stellt Informationsmaterialien zur Verfügung. Darüber hinaus veröffentlicht das GSCN jährlich ein Magazin mit Beiträgen zu aktuellen Entwicklungen und relevanten Themen der Stammzellforschung.
Im Rahmen des Bildungsprojekts „Stammzellen verstehen“ entwickelt und veröffentlicht das GSCN Unterrichtsmaterialien für Schulen. Diese vermitteln wissenschaftliche Grundlagen, medizinische Anwendungsmöglichkeiten und ethische Fragestellungen der Stammzellforschung. Die Materialien richten sich insbesondere an Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und unterstützen eine wissenschaftlich fundierte und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Themengebiet.
Darüber hinaus beteiligt sich das GSCN an der Organisation des internationalen UniStem Day in Deutschland. Im Rahmen dieses jährlich stattfindenden Aktionstags erhalten Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Stammzellforschung und haben Gelegenheit, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.
Mit der Wanderausstellung „Zellen fürs Leben“ informiert das GSCN über die biologischen Grundlagen der Stammzellforschung, ihre medizinischen Anwendungsmöglichkeiten und Entwicklungen in der regenerativen Medizin. Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum und vermittelt wissenschaftliche Zusammenhänge anhand anschaulicher Exponate und interaktiver Informationsangebote.
Ein weiterer Schwerpunkt der Wissenschaftskommunikation sind ethische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen der Stammzellforschung. Dazu gehören insbesondere die Verwendung menschlicher embryonaler Stammzellen, die Entwicklung stammzellbasierter Therapien sowie die Forschung an menschlichen Embryomodellen.
Das GSCN beteiligt sich an wissenschaftspolitischen Diskussionen über die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der Stammzellforschung (z. B. das Stammzellgesetz) in Deutschland.
Hierzu gehören insbesondere Fragen der Forschungsförderung, der Regulierung humaner pluripotenter Stammzellen und der Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in medizinische Anwendungen.
Das Netzwerk arbeitet mit nationalen und internationalen wissenschaftlichen Organisationen zusammen und unterstützt die europäische Vernetzung der Stammzellforschung.
Im November 2025 veröffentlichten Daniel Besser, Sina Bartfeld und Stefanie Mahler in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology einen Beitrag über die Entwicklung des GSCN und seine Rolle an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik.