Gerrit Confurius

Gerrit Confurius (* 12. Februar 1946 in Lübeck) ist ein deutsch-niederländischer Schriftsteller. Er studierte Germanistik in Hamburg, Wien, München. Nach einer Tätigkeit als Lektor bei Greno war er Redakteur der Bauwelt; dann Chefredakteur der Zeitschrift Daidalos.

Leben

Gerrit Confurius wuchs in Lübeck auf, wo er auch lebte bis zum Beginn des Studiums der Germanistik und der Soziologie in Kombination mit Theatergeschichte, Philosophie und Kunstgeschichte in Hamburg, Wien und München, das er 1980 an der Ludwig-Maximilians-Universität München abschloss. Er wurde mit einer Arbeit zur Geistesgeschichte der Architektur promoviert. Für seine Publikation Sabbioneta oder die schöne Kunst der Stadtgründung erhielt er 1982 den Literatur-Förderpreis der Stadt München. Nach einer Zeit freiberuflicher Tätigkeit mit zahlreichen Reisen kreuz und quer durch Europa und einigen Publikationen stieß er 1986 als Lektor zum Greno-Verlag in Nördlingen, für den er bis zu dessen Auflösung 1989 vor allem Fotobände betreute. Anschließend war er Redakteur der Wochenzeitschrift Bauwelt in Berlin. 1994 übernahm er von Ulrich Conrads die Leitung des Daidalos – Berlin Architectural Journal, mit Werner Oechslin, Gerhard Auer, Jan Pieper, Gert Mattenklott, Ulrich Conrads, anfangs auch Wolfgang Meisenheimer und Günther Feuerstein, später mit Bart Lootsma. 1998 erwog die Fa. Bertelsmann die Einstellung wegen des drastischen Rückgangs des Anzeigen-Aufkommens. Die Zeitschrift ging dann zum Verlag Gordon & Breach über, bis sie 2000 im Zuge einer Verkleinerung des Verlages eingestellt wurde. Es folgten freiberufliche Tätigkeiten – diverse Vorträge in Frankfurt am Main, Graz, Wien, Lissabon, Hamburg und Lübeck – und Zeitschriften-Artikel, vornehmlich zu architektonischen und städtebaulichen Themen in Zeitschriften (Wespennest, Am Erker, Werk und Zeit, Architecture d’Aujourd’hui, Archithese, Werk Bauen und Wohnen), und Tageszeitungen (FAZ, Der Standard). Ein Lehrauftrag für Sozialwissenschaft an der Fachhochschule Görlitz ging über 3 Semester. 2001 war er – in Zusammenarbeit mit Paula Martins Barata (Promontorio), Luis Tavarez Pereira (Aindaarquitetura) und Nuno Grande (Universität Coimbra) – maßgeblich beteiligt an der Organisation eines dreitägigen Symposions zu Architektur und Städtebau in Porto anlässlich der Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt. In dem Essay zum Fotoband von Isolde Ohlbaum Denn alle Lust will Ewigkeit behandelt er die Geschichte der Friedhöfe und der Grabskulpturen und im Besonderen das zeitlich und räumlich begrenzt auftretende Phänomen erotischer Grabskulpturen. Einen zweiten Themenschwerpunkt bilden theoretische Konzepte der persönlichen Krise und das Angebot an sinnstiftenden Narrativen. Dieser Themenbereich kommt zur Sprache im „Pinocchio-Effekt“ und im „Ichzwang“.

Gerrit Confurius lebt als freier Autor in Berlin. Er war verheiratet mit Chun Mei Tan und ist Vater von Lucas Confurius, Henriette Confurius und Carl Confurius.

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerrit Confurius Profil und Vita bei https://www.matthes-seitz-berlin.de. Abgerufen am 13. September 2015
  2. ↑ Gerrit Confurius Profil und Vita bei http://gerritconfurius.jimdo.com/. Abgerufen am 13. September 2015
  3. ↑ Architektur als Ort von Reflexion.
  4. ↑ Fotobände von René Burri, Herlinde Koelbl, Isolde Ohlbaum, Christine de Grancy.
  5. ↑ Rezensionen in der FAZ u. a. in den Blicken in die Zeitschriften von Hermann Kurzke und auf der Seite Geisteswissenschaften von Henning Ritter 1994-1997. Kommentare auch von Hans-Jürgen Heinrichs in Norddeutscher Rundfunk 24. Juni 1996, Dorothe Nolte im Tagesspiegel, 25. Dezember 1996.
  6. ↑ Ulrich Clewing in der FAZ
  7. ↑ Vorträge: - November 1991 “Italienische Architektur der Dreißiger Jahre”, in einer Veranstaltungsreihe der Overbeck-Gesellschaft in der “Gemeinnützigen” in Lübeck - Juli 1998 zum Thema “Das Winzige” in einer Veranstaltungsreihe der Evangelischen Erwachsenenbildung in Frankfurt/Main - City Nord. Vom Prototyp zum Symbol des Scheiterns. - Ein Hamburger Stadtteil. Baudenkmal, Lebensraum, Zukunft. Symposion der freien Akademie der Künste, Hamburg. September 2000 - Architektur und/als Sprache, Technische Universität Wien, Dezember 2000 - November 2004: Alltäglicher Situationismus, Topos Raum, Akademie der Künste, Berlin zum Werk von Ricardo Porro 3. November 2005 im Ibero-Amerikanischen Institut. - September 2010: Venedigs Zweites Gesicht. Das literarische Venedig. Deutsch-Italienische Gesellschaft in Lübeck.
  8. ↑ Lehrauftrag in Görlitz SS 2005 "Menschliche Wahrnehmung" und WS 2005/06 "Soziales Handeln"
  9. ↑ Symposion zu Architektur und Städtebau in Porto anläßlich der Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt. Veröffentlichung der Beiträge in: Prototypo 007 August 2002. Cidade em Performance / Performing the City.
  10. ↑ Helmut Kronthaler, Sabbioneta oder Vom Stillstand der Zeit, in der Landshuter Zeitung 19. Dezember 1985.
  11. ↑ Rezension von Günter Kunert in der FAZ 1986 .
  12. ↑ Im Auftrag des Ausstellungsbüros „Berlin 1900-2000“ vertreten durch Joseph Paul Kleihues und Ulrich Paul Kahlfelt .