Gert Wangermann

Gert Wangermann (2013)

Erich Gert Wangermann (* 15. November 1934 in Leipzig; † 9. Februar 2014 in Berlin) war ein deutscher Physiker und Biophysiker.

Leben und Werk

Gert Wangermann erwarb 1953 an einer Leipziger Oberschule das Abitur, studierte an der Karl-Marx-Universität Leipzig (KMU) von 1953 bis 1958 Physik. Seinen Abschluss als Diplom-Physiker erlangte er mit der Diplomarbeit Untersuchungen über den Nachweis von elementarem Schwefel-35 mit dem Flüssigkeits-Szintillationszähler, angefertigt am Institut für angewandte Radioaktivität der Deutschen Akademie der Wissenschaften (DAW) in Leipzig. Die Promotion erfolgte an der KMU 1965 bei Akademiemitglied Carl Friedrich Weiss über Untersuchungen zur absoluten Aktivitätsbestimmung energiearmer reiner β-Stahler. Die Promotion B zum Doktor scientiae naturalium (Dr. sc. nat.) mit der Arbeit Der Problemlösungsprozess in der naturwissenschaftlich-experimentellen Forschung – Ein Beitrag zur Analyse am Institut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW) in Berlin-Buch erfolgte 1978. Gutachter waren die Akademiemitglieder Herbert Hörz, Günter Kröber und Klaus Schreiber.

Wangermann begann seine berufliche Laufbahn 1959 als Assistent am Institut für angewandte Radioaktivität (IaR) der DAW in Leipzig, wechselte 1965 als Oberassistent an das Institut für Krebsforschung im „Zentralinstitut für Molekularbiologie“ als medizinisch-biologisches Forschungszentrum der AdW in Berlin-Buch. Dort baute er ein zentrales Messlabor für den automatischen Nachweis energiearmer Radionuklide auf und leitete von 1968 bis 1971 das spezielle Rechenzentrum des medizinisch-biologischen Forschungszentrums. Von 1970 bis 1975 war er Direktor des Bereichs Molekularphysik am „Zentralinstitut (ZI) für Molekularbiologie“, und zeitgleich war er daselbst von 1974 bis 1985 Leiter der Abteilung Elektronenmikroskopie. In dieser Zeit wurde Gert Wangermann 1979 an der AdW zum Professor ernannt.

1971–1979 war Wangermann zeitgleich Nationaler Koordinator für „Forschungen auf dem Gebiet der Biophysik“ und 1974–1979 Internationaler Koordinator der Forschungsrichtung „Biophysik der Eiweiße und Nucleinsäuren“ des RGW. 1976–1979 wirkte er als Stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für Molekularbiologie der AdW in Berlin-Buch und war ebenda von 1986 bis zur Abwicklung der AdW 1990 Leiter der Abteilung Bioelektronik. Von 1979 bis zur Abwicklung der AdW 1990 war er berufenes Mitglied und Sekretär des Präsidiums der Akademie der Wissenschaften der DDR.

Nach der Abwicklung der AdW der DDR arbeitete Wangermann freischaffend in verschiedenen Projekten und Institutionen als Projektmanager und wissenschaftlicher Berater:

Gert Wangermann war verheiratet mit Ruth Wangermann, geb. Gohla. Mit ihr hatte er zwei Söhne.

Mitgliedschaften und Ehrungen

Publikationen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Nachruf für Prof. Dr. Gert Wangermann. In: Website der Leibniz-Sozietät. Abgerufen am 26. August 2017.
Personendaten
NAME Wangermann, Gert
ALTERNATIVNAMEN Wangermann, Erich Gert (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Physiker und Biophysiker
GEBURTSDATUM 15. November 1934
GEBURTSORT Leipzig
STERBEDATUM 9. Februar 2014
STERBEORT Berlin