Gertraud Kremsner (* 5. Dezember 1983 in Oberwart) ist eine österreichische Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Pädagogische Professionalität im Kontext schulischer Heterogenität und Inklusion.
Gertraud Kremsner studierte ab 2003 Pädagogik mit den Schwerpunkten Heil- und integrative Pädagogik sowie psychoanalytische Pädagogik an der Universität Wien; 2012 schloss sie als Magistra der Philosophie ab. Parallel zum Studium war sie von 2003 bis 2012 bei unterschiedlichen Trägerorganisationen der Behindertenhilfe in Wien weitgehend in Vollzeitbeschäftigung tätig. Unterbrochen wurde dies durch ein mehrmonatiges Volontariat als Lehrerin bei CENIT (Centro de la Niña Trabajadora) in Quito, Ecuador (2005/2006). Im Jahr 2013 war Kremsner zunächst als Sozialpädagogin in einer Wohngemeinschaft für Jugendliche und dazu bis 2016 als Lehrerin an der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Wien tätig.
Kremsners berufliche Laufbahn in der Akademie startete 2013, als sie im Rahmen der uni:docs-Individualförderinitiative als Universitätsassistentin (prae-doc) am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien beschäftigt wurde. Das Stipendium endete 2016 – zeitgleich mit der mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossenen Verteidigung ihrer Promotionsschrift mit dem Titel „Vom Einschluss der Ausgeschlossenen zum Ausschluss der Eingeschlossenen. Biographische Erfahrungen von so genannten Menschen mit Lernschwierigkeiten“. Dieses Werk wurde 2017 jeweils mit dem Award of Excellence (vergeben durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung) sowie mit dem Forschungsförderpreis der DIFGB (Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft zur Förderung der Forschung für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.) ausgezeichnet. 2018 erfolgte schließlich die Verleihung des Förderungspreis der Stadt Wien (MA 7) in der Sparte Geistes-, Kultur-, Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.
Von Februar 2018 bis Januar 2020 war Gertraud Kremsner als Universitätsassistentin (PostDoc) am Institut für Lehrerbildung der Universität Wien tätig. Von März 2017 bis Januar 2018 arbeitete sie als Projektmitarbeiterin im Projekt „Qualifizierung für Lehrkräfte mit Fluchthintergrund“. Parallel dazu war Kremsner von März 2017 bis Januar 2020 als Senior Lecturer am Institut für Lehrerbildung der Universität Wien im Bereich Inklusive Pädagogik (Fokus: Beeinträchtigungen) tätig. Ergänzend zu ihren Tätigkeiten war sie als externe Lehrende unter anderem an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, der Universität Zürich, der Universität Wien sowie der Universität Innsbruck tätig.
Im Sommersemester 2019 übernahm sie die Vertretung der Professur für Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik am Institut für Rehabilitationspädagogik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Von Februar 2020 bis März 2021 vertrat sie die W3-Professur für „Förderung und Unterricht im Kontext von Inklusion unter besonderer Berücksichtigung von Förderbedarfen in der emotionalen und sozialen Entwicklung“ an der Universität Leipzig, allerdings mit inhaltlicher Verantwortung im Bereich der Allgemeinen Sonderpädagogik; und von April 2021 bis März 2022 die Vertretung der nun neu geschaffenen W2-Professur für Allgemeine Sonderpädagogik ebenda. Seit April 2022 ist Kremsner W2-Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Pädagogische Professionalität im Kontext schulischer Heterogenität und Inklusion an der Universität Koblenz. Gertraud Kremsner ist daneben als geschäftsführende Leiterin des Instituts für Schulpädagogik sowie als Prodekanin für Studium und Lehre tätig.
Forschungsbegleitende Aufenthalte erfolgten als Gastreferentin (hier im Rahmen des Respond HER-Projektes) im November 2014 in Addis Abeba, Äthiopien. 2015 wurde sie an die Srinakharinwirot University in Bangkok, Thailand eingeladen. Im Juli und Oktober 2017 erfolgten forschungsbegleitende Aufenthalte in den palästinensischen Autonomiegebieten zur Anbahnung eines Forschungsprojekts sowie zur Durchführung eines Workshops zur Implementierung des Monitorings der UN-Behindertenrechtskonvention im Auftrag der GIZ. 2026 erfolgte ein Aufenthalt in Tansania, um gemeinsam mit Kollegen der Universität Koblenz, der Universität Dar es Salaam (Tansania), der Universität Kyambogo (Uganda) und der Universität Nairobi (Kenia) ein Forschungsprojekt anzubahnen.
Die Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in Dis/Ability Studies (in Education), Ableismus und Ableismus-Forschung Intersektionalität und Intersektionalitätsforschung, Heterogenität, Vielfalt und Diversität(-sforschung) sowie in partizipativer, emanzipatorischer und inklusiver Forschung. Des Weiteren beschäftigt sie sich mit Inklusion und Exklusion in spezifischen Institutionen oder auch in spezifischen gesellschaftlichen und/oder bildungs- oder sozialpolitischen Feldern und setzt sich mit Bürgerrechts- und Protestbewegungen sowie mit Fragen zu Macht und Gewalt auseinander.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kremsner, Gertraud |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Erziehungswissenschaftlerin |
| GEBURTSDATUM | 5. Dezember 1983 |
| GEBURTSORT | Oberwart |