Nach dem Abitur an der Erweiterten Oberschule in Köthen studierte sie am Pädagogischen Institut in Dresden Geschichte, Russisch und Pädagogik. Anschließend arbeitete sie als Lehrerin, Fachberaterin und Fachschullehrerin in Gotha.
1988 zog sie mit ihrem Mann Wolfgang Steguweit nach Berlin und arbeitete in verschiedenen kulturellen Einrichtungen. In den frühen 1990er Jahren lebte sie anderthalb Jahre in Moskau, wo sie für den Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA, umbenannt in Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland) in der damaligen GUS tätig war. Die gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit schilderte sie in einem autobiographischen Buch. Danach organisierte sie bis 1997 für den VDA den Jugendaustausch, mit Schwerpunkt auf Beziehungen zwischen deutschen und postsowjetischen Schulen. Von 1997 bis 2004 arbeitete sie als freie Mitarbeiterin für das Goethe-Institut in München.
Seit 2009 lebt Steguweit wieder in Gotha. 2020 erhielt sie für ihre Vortragstätigkeit die Hannah-Höch-Ehrung der Stadt Gotha.
Werk
Steguweits Veröffentlichungen behandeln vor allem historische Persönlichkeiten des 18. bis 20. Jahrhunderts. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie dabei Biografien über Frauen, die in Gotha lebten oder in Verbindung mit der Stadt standen. Zahlreiche ihrer Studien befassen sich zudem mit Persönlichkeiten aus dem Umfeld des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg und dem kulturellen Leben am Gothaer Hof. Auch die personellen und künstlerischen Verbindungen des Gothaer Hofs nach Italien bilden einen Schwerpunkt ihrer Arbeiten und Vorträge. Neben biografischen und kulturgeschichtlichen Studien veröffentlichte Steguweit auch zur Geschichte von Schloss Mönchhof in Siebleben.
Verschiedene Bücher, wie Weibsbilder in Gotha um 1800,Sehnsucht nach Arkadien, Frauen für den Frieden sowie Vortragsveranstaltungen wurden in der Presse besprochen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Monografien
Die deutsch-italienische Musikerfamilie Schlick-Strinasacchi und ihre Beziehung zum Herzogshaus Sachsen-Gotha-Altenburg von 1775 bis 1825. (= Schriftenreihe des Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha e. V. Band 2). Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha, Gotha 2015, ISBN 978-3-945123-01-0.
„Weibsbilder“ in Gotha um 1800. Zwischen Anpassung und Aufbegehren. Druckmedienzentrum Gotha, Gotha 2015, ISBN 978-3-939182-74-0.
Von Gotha zu den Sternen. Charlotte Amalie (1751–1827), Herzogin von Sachsen-Gotha-Altenburg. (= Palmbaum-Texte. Kulturgeschichte. Band 41). Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2018, ISBN 978-3-943768-96-1.
Karle. Ein Lebensbild aus der Schauspielerwelt. Karoline Großmann (1752 Gotha–1784 Bonn). united p.c. Verlag, München 2018, ISBN 978-3-7103-3931-8.
Iwan Georgewitsch Spasski: Das russische Münzsystem. Ein historisch-numismatischer Abriß. Aus dem Russischen übersetzt von Gisa Steguweit und Rudolf Reimann. Transpress, Berlin (DDR) 1983, Bestell-Nr. 566 329 7
Gerd Dethlefs, Wolfgang Steguweit (Hrsg.) unter Mitarbeit von Gisa Steguweit u. a.: GeldKunst – KunstGeld. Deutsche Gedenkmünzen seit 1949. Gestaltung und Gestalter. (= Die Kunstmedaille in Deutschland. Band 22). Deutsche Numismatische Gesellschaft u. a., 2005, ISBN 3-9801644-7-0.
Wolfgang Steguweit, Heinz W. Müller, Gisa Steguweit: Von Ludwig Gies bis Karl Burgeff. Medaillenkunst in Köln im 20. Jahrhundert. (= Die Kunstmedaille in Deutschland. Band 24). Gebr. Mann Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-7861-2568-6.
Giuseppe Schivardi, Gisa Steguweit, Maria Rita Bruschi: Regina Strinasacchi. Violinista nel Settecento europeo. Verona 2019. ISBN 978-88-319-3346-9.
Gisa Steguweit im Autorenlexikon des Thüringer Literaturrats
Einzelnachweise
12Steguweit, Gisa.In:Autorenlexikon.Thüringer Literaturrat e. V.,abgerufen am 14.Juli 2026.
↑Gisa Steguweit: Eine Deutsche im fernen Osten. Aus dem Leben von Natalia Prell, Leiterin des Kultur- und Begegnungszentrums Chabarowsk. In: Globus. Vereinszeitung des VDA. 28. Jg., Nr. III/1996, S. 4–5.
↑Gisa Steguweit: Unter Linden und Birken. Umbrüche in Berlin und Moskau 1991/92. Gotha 2019, ISBN 978-3-00-063458-1
↑Gisa Steguweit: … Aus Kirgistan – mit Liebe! In: Zeitung der Deutschen Kyrgyzstans, Nr. 1–2, Januar/Februar 1992, S. 13.
↑Gisa Steguweit: Jenseits des nördlichen Polarkreises. Zu Gast bei der Deutschen Gesellschaft „Erika“ auf der Halbinsel Kola. In: Deutsche Allgemeine Zeitung, 10. Juni 1995.
↑Gisa Steguweit: „Deutschland ist Traumreiseziel“. Sieben Jahre VDA-Jugendaustausch Ost. In: Globus. Vereinszeitung des VDA. 28. Jg., Nr. IV/1996, S. 16–18.
↑Gisa Steguweit: Vom herzoglichen Leibarzt zum Arzt im Dienste des Bürgertums. Johann Carl Ruppius (1786–1866). In: Gotha Illustre. Jahrbuch für Stadtgeschichte. Band 4, 2021, S. 115–132.
↑Gisa Steguweit: Poetisches von Ernst Wilhelm Arnoldi für „seine“ Frauen. In: Gotha Illustre. Jahrbuch für Stadtgeschichte. Band 5, 2022, S. 53–69.
↑Gisa Steguweit: Dorette Spohr – eine vergessene Gothaer Musikerin? Der Gothaer Harfenistin Dorette Spohr, geb. Scheidler, zum 225. Geburtstag (1787 Gotha – 1834 Kassel). In: Gotha Illustre. Eine Residenzstadt in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Dezember 2012, S. 2–10.
↑Gisa Steguweit: Gothaer Weibsbilder machen Furore in Bonn und Berlin. In: Gotha Illustre. Jahrbuch für Stadtgeschichte. Band 2, 2019, S. 57–82.
↑Gisa Steguweit: Beiträge zu W. J. R. Arnoldi (Nr. 402), H. W. Geißler (Nr. 422), C. A. Löffler (Nr. 448), J. C. Ruppius (Nr. 465), J. C. Schläger (Nr. 469), S. E. Schläger (Nr. 470), A. J. L. von Schlichtegroll (Nr. 471), C. F. Schlick (Nr. 472), F. J. C. Schlick (Nr. 473), J. F. W. Schlick (Nr. 474), R. Schlick-Strinasacchi (Nr. 475) und S. L. Stieler (Nr. 482). In: Felicitas Marwinski (Hrsg.): Thüringer Biographisches Lexikon. Lebenswege in Thüringen. Fünfte Sammlung. Vopelius, Jena 2015, ISBN 978-3-939718-87-1.
↑Gisa Steguweit: Der Illuminat und die Pietistin. Prinzenerzieher Joachim Friedrich Ernst von der Lühe (1748–1809) und seine Frau Caroline, geb. von Brandenstein (1754–1813). In: Gotha Illustre. Jahrbuch für Stadtgeschichte. Band 3, 2020, S. 43–60.
↑Gisa Steguweit: Der Einfluss Prinz Augusts von Sachsen-Gotha-Altenburg als Liebhaber von Kunst und Musik auf seine Neffen Emil August und Friedrich. In: Gotha Illustre. Jahrbuch für Stadtgeschichte. Band 6, 2023, S. 57–74.
↑Gisa Steguweit: Die deutsch-italienische Musikerfamilie Schlick in der Residenzstadt Gotha. In: Rita Seifert (Hrsg.): Animo Italo-Tedesco 8. Studien zu den Italien-Beziehungen Thüringens. Weimar 2018, S. 142–164.
↑Lichtenberg-Gesellschaft e. V. (Hrsg.):Mitteilungen der Lichtenberg-Gesellschaft. Brief 64. Mai 2022, S.10 (Kurze Besprechung von Sehnsucht nach Arkadien).