Gisbert Beyerhaus studierte von 1903 bis 1909 Geschichtswissenschaft an der Universität Göttingen und der Universität Bonn. Im Jahre 1910 promovierte er bei Friedrich von Bezold zum Dr. phil. an der Universität Bonn und habilitierte sich dort 1920. Zunächst lehrte er in Bonn als Privatdozent, ab 1927 als außerordentlicher Professor. 1932 übernahm er eine ordentliche Professur an der Universität Breslau. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er (nach seiner Entnazifizierung) ab 1947 eine Gastprofessur an der Universität Münster inne. Beyerhaus beschäftigte sich neben der Kirchengeschichte vor allem mit der neuzeitlichen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Studien zur Staatsanschauung Calvins. Mit besonderer Berücksichtigung seines Souveränitätsbegriffs (= Neue Studien zur Geschichte der Theologie und der Kirche, Bd. 7). Trowitzsch, Bonn 1910 (Reprint: Scientia-Verlag, Aalen 1973, ISBN 3-511-04277-1) (= Dissertation Universität Bonn).
Kants ‚Programm‘ der Aufklärung aus dem Jahre 1784. In: Kant-Studien, Bd. 26 (1921), H. 1/2, S. 1–16.
Neuere Augustinprobleme. In: Historische Zeitschrift, Bd. 127 (1923), S. 189–209.
Philosophische Voraussetzungen in Augustins Briefen. In: Rheinisches Museum für Philologie, Bd. 75 (1926), S. 6–44.
Abbé de Pauw und Friedrich der Grosse, eine Abrechnung mit Voltaire. In: Historische Zeitschrift, Bd. 134 (1926), S. 465–493.
Bismarck und Kaiser Friedrichs Tagebuch. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Liberalismus. In: Georg Wolfram u.a.: Historische Aufsätze. Aloys Schulte zum 70. Geburtstag gewidmet von Schülern und Freunden. Schwann, Düsseldorf 1927, S. 314–327.
Friedrich der Große und das 18. Jahrhundert. Hanstein, Bonn 1931.
Friedrich von Bezolds innere Entwicklung. In: Rheinische Vierteljahrsblätter, Bd. 1 (1931), H. 4, S. 321–338.
Die Krise des deutschen Liberalismus und das Problem der 99 Tage. In: Preußische Jahrbücher, Bd. 239 (1935), S. 1–19.
Die konservative Staatsidee in Frankreich und ihr Einfluß auf die Geschichtswissenschaft. In: Historische Zeitschrift, Bd. 156 (1937), S. 1–23.
Graf Götzen und die deutsche Erhebung. Hirt, Breslau 1938.
Einheitlicher Oberbefehl. Ein Problem des Weltkrieges. Bruckmann, München 1938.
Das napoleonische Europa. Korn, Breslau 1941.
Die Europa-Politik des Marschalls Foch. Koehler & Amelang, Leipzig 1942.
Descartes oder Clausewitz? Eine Auseinandersetzung mit der Foch-Legende. In: Historische Zeitschrift, Bd. 168 (1943), S. 564–578.
Friedrich von Bezold und das Problem der universalen Sympathie. Scherpe-Verlag, Krefeld 1952.
Der ursprüngliche Clausewitz. In: Wehrwissenschaftliche Rundschau, Jg. 1953, Heft März, S. 102–110.
Karl V. und der Kreuzzugsplan des Ignatius von Loyola In: Archiv für Kulturgeschichte, Bd. 36 (1954), H. 1, S. 9–17.
Heinrich Boehmer und der „germanische Kannibalismus“. Zur Interpretation der capitulatio de partibus Saxoniae c.VI. In: Archiv für Kulturgeschichte, Bd. 36 (1954), H. 3, S. 301–315.
Einzelnachweise
↑Beyerhaus, Gisbert. In: Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818-1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 22.