Giulio Cogni

Giulio Cogni (geboren 10. Januar 1908; gestorben 15. November 1983) war ein italienischer Schriftsteller, Rassentheoretiker, Komponist und Musikkritiker.

Leben

Giulio Cogni wurde lehrte Musikpsychologie und Ästhetik am Konservatorium „Luigi Cherubini“. Er veröffentlichte Artikel in den Zeitungen Il Mattino, Il Messaggero, La Sicilia und Gazzetta del Sud.

Er war ein italienischer Rassentheoretiker und ein Mitglied der Nationalen Faschistischen Partei (Partito Nazionale Fascista) in Italien. Cogni schrieb ein Werk mit dem Titel Il Razzismo (1936) und bat Benito Mussolini, den Duce, um eine Rezension. Mussolini war zunächst nicht daran interessiert, doch einige Jahre später fanden Cognis Ideen Eingang in die faschistische Rassenpolitik. Das Werk wurde noch im Erscheinungsjahr durch die römisch-katholische Glaubenskongregation auf den Index gesetzt.

1941 reiste Giulio Cogni nach Weimar in das nationalsozialistische Deutschland, um sich mit anderen europäischen Schriftstellern zu treffen und der von Joseph Goebbels gegründeten Europäischen Schriftsteller-Vereinigung (ESV) beizutreten.

In dem Buch Rassenideologien des deutschen Politikwissenschaftlers und Historikers Patrik von zur Mühlen wird Cognis Rassismus folgendermaßen verortet:

„Neben Evola wirkte seine Gesinnungsgenosse Giulio Cogni, der einen engen Kontakt mit Günther und anderen deutschen Gesinnungsgenossen pflegte, obwohl er ihnen ideologisch ferner stand als Evola. Denn Cogni unternahm den Versuch einer Synthese von Giuseppe Sergi mediterranem und Günthers nordischem Rassengedanken: er unterstrich die Verwandtschaft der großen blonden und der dunklen Langschädel, die einander ebenbürtige Vertreter der weißen Rasse und gleichermaßen Urheber der höchsten kulturellen Leistungen der Weltgeschichte seien.“

Publikationen

Literatur

Einzelnachweise und Fußnoten

  1. ↑ Digitalisat
  2. ↑ Aaron Gillette, S. 60
  3. ↑ Jesús Martínez de Bujanda, Marcella Richter: Index des livres interdits: Index librorum prohibitorum 1600–1966. Médiaspaul, Montréal 2002, ISBN 2-89420-522-8 (französisch, Google-Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  4. ↑ vgl. Ruth Ben-Ghiat: Fascist Modernities: Italy, 1922-1945. 2004, S. 269, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  5. ↑ Patrik von zur Mühlen, S. 223 (nach Lutzhöft, S. 272 ff. = Hans-Jürgen Lutzhöft: Der Nordische Gedanke in Deutschland 1920-1940. (= Kieler Historische Studien, Band 14). Stuttgart, Klett, 1971)
Personendaten
NAME Cogni, Giulio
KURZBESCHREIBUNG italienischer Schriftsteller, Rassentheoretiker, Komponist und Musikkritiker
GEBURTSDATUM 10. Januar 1908
STERBEDATUM 15. November 1983