
Giuseppe Galletti (* 11. August 1798 in Bologna; † 26. Juli 1873 ebenda) war ein italienischer Patriot und Politiker, der zeitweise der päpstlichen Polizei vorstand. Vom 18. November 1865 bis 13. Februar 1867 saß der ehemalige Freiheitskämpfer in der Abgeordnetenkammer des Königreichs Italien.
Nach seinem Jurastudium praktizierte der Sohn von Pietro und Anna Benassi in Bologna mit Erfolg als Anwalt. 1825 heiratete er Carlotta Mandini. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. In der Frühzeit des Risorgimento nimmt Galletti an Aufständen der Carbonari in seiner Heimat, der Emilia, teil. Als die Stadt Bologna 1831 gegen die päpstliche Restauration siegreich rebellierte – die Österreicher mussten ihre Garnison verlassen – wurde Galletti Parlamentarier in den kurzlebigen Vereinigten Provinzen Italiens auf dem Territorium des Kirchenstaates. In den darauffolgenden dreizehn Jahren kämpfte der Revolutionär gegen die österreichfreundliche Politik Gregor XVI., insbesondere gegen seine Justizreform. Nach 1838 mischte sich Galletti in die Vorgänge in der Romagna ein. Der Kirchenstaat unterdrückte dort die Liberalen mit Härte. Wegen Konspiration und auch der genannten Einmischung wegen wurde Galletti am 1. Mai 1844 verhaftet und am 21. August 1845 von der päpstlichen Justiz zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.
Am 1. Juni 1846 starb Gregor XVI. Die Generalamnestie Pius IX. vom 17. Juli 1846 brachte dem Eingekerkerten die Freiheit. Der neue Papst übernahm am 10. März 1848 Galletti als Polizeiminister in die Regierung des Kirchenstaates. Galletti blieb bis zum 26. Dezember 1848 im Amt.
Am 9. Februar 1849 rief Giuseppe Mazzini die Römische Republik aus. Galletti war zwei Tage zuvor zum Präsidenten der Konstituierenden Versammlung gewählt worden. Bereits am 21. Juli desselben Jahres musste der Präsident vor dem anstürmenden General Oudinot nach Sardinien fliehen. Galetti hatte im Juni 1849 persönlich in Velletri und an der Milvischen Brücke Rom vor dem schlagkräftig angreifenden französischen Expeditionskorps verteidigt. Leo IX., im Gaetaer Exil ausharrend, hatte die Truppe Napoleon III. ins Land gerufen.
Im November 1862 kehrte Galletti heim nach Bologna. Am 26. Juli 1873 starb er in seiner Vaterstadt an einem Schlaganfall.
| Personendaten | |
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| NAME | Galletti, Giuseppe |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Politiker, Mitglied der Camera dei deputati und Freiheitskämpfer |
| GEBURTSDATUM | 11. August 1798 |
| GEBURTSORT | Bologna |
| STERBEDATUM | 26. Juli 1873 |
| STERBEORT | Bologna |