
Gloria Majiga (geboren 1990 oder 1991 in Malawi) ist eine malawische Beauftragte für Gemeindeentwicklung and Umweltaktivistin, die für ihre Kampagne gegen Einwegplastik bekannt ist. Sie wurde 2021 mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet.
Gloria Majiga wurde Anfang der 1990er Jahre in Malawi geboren. Sie absolvierte von 2009 bis 2013 einen Bachelor-Studiengang an der University of Malawi für Verwaltung, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Human Resources Management. 2022 schloss sie einen Master-of-Laws-Studiengang an der University of London mit Schwerpunkt Umweltrecht ab, für den sie durch ein Stipendium des „Canon Collins Educational & Legal Assistance Trust“ unterstützt wurde. An der O'Neill School of Public and Environmental Affairs der Indiana University in Bloomington erwarb sie 2025 einen Master of Public Affairs in Energy Policy & Sustainability.
Nach ihrem Studium wurde Gloria vom „Centre for Environmental Policy and Advocacy“ (CEPA) eingestellt – einer Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Limbe, einem Vorort von Blantyre, der Finanzhauptstadt Malawis.
Sie übernahm die Leitung des „Sustainable Agriculture Lead Farmer Projects“ übertragen, das ein „Weitergabeprogramm“ für Ziegen und anderes Vieh umfasste. Im Rahmen dieses Programms wurde einem Landwirt eine Ziege geschenkt. Sobald diese Ziege ein Jungtier zur Welt brachte, gab der Landwirt die Ziege an den nächsten Landwirt weiter – und so fort, bis alle Landwirte der Gruppe Ziegen besaßen. Das Programm verlief jedoch nicht wie geplant, da einige der Bauern ihre Ziegen verloren, da diese im malawischen Umland verstreuten Plastikmüll fraßen und infolgedessen an einem Darmverschluss starben.
In Malawi wurde im Jahr 2015 ein Gesetz verabschiedet, das die Einfuhr, Herstellung und den Vertrieb von Einwegplastik in Malawi untersagt. Dieses Gesetz wurde jedoch nicht durchgesetzt. Versuche von Majiga Gloria und anderen Umweltschutzaktivisten, einen zivilen Dialog mit den Kunststoffherstellern in Malawi zu führen, wurden zurückgewiesen. Im Jahr 2016 produzierten die malawischen Kunststoffhersteller jährlich 75.000 Tonnen Plastik. Davon entfielen 80 Prozent auf Einwegplastik, das nur schwer recycelbar ist. Plastikmüll verstopfte die Wasserwege, wurde von Tieren aufgenommen, worauf ein Teil von ihnen verendete, darunter auch viele Nutztieren.
Der Verband der Kunststoffhersteller verklagte die Regierung und focht das Verbot von Einwegplastik an. Sie gewannen in den unteren Instanzen, der Fall wurde bis vor das Oberste Gericht des Landes getragen. Majiga und ihre Mitstreiter organisierten öffentliche Demonstrationen, um auf das „Plastikproblem“ im Land aufmerksam zu machen. Eine von der Regierung Malawis in Auftrag gegebene Studie belegte, dass das Land pro Kopf mehr Plastikmüll produziert als jedes andere Land in Subsahara-Afrika.
Im Verlauf von fünf Jahren gelangte der Rechtsstreit bis vor den Obersten Gerichtshof von Malawi, der im Juli 2019 entschied, dass Herstellung, Vermarktung, Verkauf und Verwendung von Einwegplastik in Malawi illegal sind. Seither wurden drei Fabriken geschlossen und die Fertigungsanlagen einer vierten Fabrik wurden beschlagnahmt.
2021 wurde Gloria Majiga als Vertreterin Afrikas mit dem Goldman Environmental Prize, einem der weltweit renommiertesten Umweltschutzpreisen, ausgezeichnet.
2022 setzte sie einen Teil ihres gewonnenen Preisgeldes dazu ein, gemeinschaftliche Aufräumaktionen in Blantyre, Malawi, zu organisieren. Anschließend trugen die Aktivisten den eingesammelten Plastikmüll, begleitet von den Medien, öffentlichkeitswirksam zurück zu den Fabriken der Kunststoffhersteller.
Gloria Majiga ist Mutter eines Sohnes.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Majiga, Gloria |
| KURZBESCHREIBUNG | malawische Umweltaktivistin |
| GEBURTSDATUM | 1990 oder 1991 |
| GEBURTSORT | Malawi |