| Glypheidea | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Glypheidea | ||||||||||||
| Van Straelen, 1925 |
Die Glypheidea sind eine Teilordnung der Zehnfußkrebse (Decapoda). Sie umfassen hummerartige Krebse, die vor allem aus dem Fossilbericht bekannt sind und im Mesozoikum eine wesentlich größere Vielfalt erreichten. Heute leben nur noch zwei Arten in zwei Gattungen, Neoglyphea inopinata und Laurentaeglyphea neocaledonica, die aus dem Indopazifik bekannt sind.
Wie alle Zehnfußkrebse besitzen auch die Vertreter der Glypheidea fünf Schreitbeinpaare. Der Körper ist hummerartig mit annähernd zylindrischem Carapax, einem deutlich ausgebildeten Rostrum und gestrecktem Pleon. Charakteristisch ist ein ausgeprägtes Furchenmuster auf dem Carapax. Insbesondere Cervical-, Postcervical- und Branchiocardialfurche sind bei fast allen Vertretern der Gruppe vorhanden und meist deutlich ausgebildet.
Das erste Schreitbeinpaar kann mit einer vollständigen Schere oder einer unvollständigen Schere (Pseudochela) ausgestattet sein, seltener fehlt eine Scherenbildung. Auch die folgenden drei Schreitbeinpaare können je nach Gruppe unterschiedlich als Scheren, Pseudochelae oder einfache Laufbeine ausgebildet sein. Bei den rezenten Neoglypheidae besitzen die ersten vier Schreitbeinpaare Pseudochelae. Die dritten Maxillipeden sind lang und beinartig. Der äußere Ast der Uropoden weist eine deutlich ausgebildete quer verlaufende Naht (Diaeresis) auf.
Über die Lebensweise der beiden rezenten Arten ist aufgrund der geringen Zahl bekannter Exemplare nur wenig bekannt. Sie leben im Indopazifik im Bereich des äußeren Kontinentalschelfs und des oberen Kontinentalhangs in Tiefen von etwa 187 bis 536 Metern.
Neoglyphea inopinata wurde vor allem über schlammigem Untergrund in etwa 200 Metern Tiefe gefunden und lebt vermutlich in selbst angelegten Wohnröhren. Die bislang nur durch wenige Funde bekannte Laurentaeglyphea neocaledonica wurde dagegen an einem steilen felsigen Hang eines Guyots in 357 bis 536 Metern Tiefe gefangen. Da die Art zunächst nur durch ein einzelnes Exemplar bekannt war, wurde bereits bei ihrer Beschreibung darauf hingewiesen, dass daraus keine sicheren Aussagen über ihren typischen Lebensraum abgeleitet werden können.
Der Fossilbericht der Glypheidea reicht in ihrer heutigen weiten Abgrenzung bis in das Perm zurück; die ältesten bekannten Fossilien sind damit etwa 250 bis 300 Millionen Jahre alt. Nahezu alle Familien entstanden im Trias. Ihre höchste Gattungsvielfalt erreichte die Gruppe im späten Jura und hielt diese bis in die frühe und mittlere Kreide. In der Folge nahm die Vielfalt deutlich ab und von den ehemals zahlreichen Linien sind heute nur noch die beiden Gattungen Neoglyphea und Laurentaeglyphea vertreten. Eine globale Auswertung der fossilen Zehnfußkrebse ergab, dass 99,3 % der bekannten Arten, 95,2 % der Gattungen und 88,9 % der Familien der Glypheidea ausgestorben sind.
Die Glypheidea galten lange als ausgestorben. Ein männliches Exemplar einer unbekannten Art war bereits 1908 vor den Philippinen in etwa 185 Metern Tiefe gefangen und anschließend in der Sammlung des Smithsonian aufbewahrt worden. Erst 1975 wurde seine Bedeutung erkannt und das Tier als Neoglyphea inopinata beschrieben. Weitere Exemplare wurden ab 1976 im selben Gebiet sowie später in der Timorsee gefunden. Eine zweite rezente Art wurde 2005 im Korallenmeer nahe Neukaledonien gefangen und 2006 zunächst als Neoglyphea neocaledonica beschrieben. Sie wurde noch im selben Jahr in die neu aufgestellte Gattung Laurentaeglyphea überführt.


Die Glypheidea wurden von dem belgischen Paläontologen Victor Van Straelen aufgestellt. Er führte sie in seiner 1925 erschienenen Monographie über die jurassischen Zehnfußkrebse als „Tribus“ ein und ordnete ihnen die fossilen Glypheidae und Mecochiridae zu.
Molekulargenetische Untersuchungen bestätigen die gemeinsame Abstammung der beiden rezenten Gattungen. Ihre genaue Stellung innerhalb der hummerartigen Zehnfußkrebse wurde jedoch unterschiedlich rekonstruiert. Eine Analyse der mitochondrialen Genome stellte die Glypheidea als Schwestergruppe der Polychelida dar und beide zusammen bildeten die Schwestergruppe der Großkrebse (Astacidea).
Eine umfassende morphologische Analyse rezenter und fossiler Formen unterschied 2013 drei Überfamilien innerhalb der Glypheidea. Diese Gliederung wird auch in der aktuellen Neubearbeitung des Treatise on Invertebrate Paleontology verwendet. Ebenso führt die taxonomische Datenbank DecaNet drei Überfamilien:
Die höhere Gliederung ist nicht in allen phylogenetischen Untersuchungen gleich. Eine morphologische Analyse von Charbonnier et al. unterschied 2015 nur zwei Überfamilien, die Glypheoidea mit den Glypheidae, Mecochiridae und Litogastridae sowie die Pemphicoidea mit den Pemphicidae. Auch die Abtrennung der beiden rezenten Gattungen als Familie Neoglypheidae wird nicht allgemein übernommen. Schweitzer et al. folgen der Klassifikation von Karasawa et al. und stellen Neoglyphea und Laurentaeglyphea in die Neoglypheidae. DecaNet behandelt diese Familie dagegen als Synonym der Glypheidae und ordnet die beiden rezenten Gattungen entsprechend den Glypheidae zu.