| GoVolta Exploitation B.V. | |
|---|---|
| Rechtsform | Besloten Vennootschap |
| Gründung | 2023 |
| Sitz | Breda, |
| Leitung | Maarten Bastian, Hessel Winkelman |
| Branche | Personenverkehr |
| Website | govolta.de |
| Stand: Dezember 2025 | |
GoVolta Exploitation B.V. ist ein niederländischer Anbieter von Zugreisen, der seit März 2026 internationalen Schienenpersonenfernverkehr zwischen Amsterdam und mehreren deutschen Städten durchführt.
Die ersten deutschen Ziele, die GoVolta bedient, sind Berlin und Hamburg. Zunächst werden jeweils drei Fahrten pro Woche zwischen Amsterdam und Hamburg sowie zwischen Amsterdam und Berlin angeboten.
Der Betrieb wurde am 19. März 2026 aufgenommen.
Die Reisezeiten sind auf beiden Verbindungen im Vergleich zu den Intercity-Express-Zügen von Nederlandse Spoorwegen (NS) und DB Fernverkehr etwas länger. In Berlin und Hamburg werden nicht die Hauptbahnhöfe bedient, die Züge beginnen und enden in Hamburg-Harburg bzw. Berlin-Gesundbrunnen.
Die Preise sind im niedrigen Segment angesiedelt und funktionieren nach dem No-Frills-Prinzip. Das Basis-Ticket ist günstig, für großes Gepäck, einen Wunschsitzplatz oder mehr Beinfreiheit wird ein Zuschlag erhoben.
Ab Dezember 2026 plant GoVolta eine Verbindung zwischen Amsterdam und Paris.
GoVolta plante anfangs für das operative Geschäft mit Keolis Nederland zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen zog sich jedoch wenige Wochen vor der ersten geplanten Fahrt zurück, da sich herausstellte, dass die Sicherheitsbescheinigung von Keolis keine internationalen Verkehre erlaubt. Acht Tage vor der ersten Fahrt wurde bekannt, dass Train Charter Services (TCS) die Züge als EVU in beiden Ländern fahren wird.
Ab Mitte Mai soll der Zugverkehr nach Hamburg auf zwei Zugpaare pro Woche reduziert und ab Juni 2026 komplett eingestellt werden. Bis Juni soll noch ein Busverkehr als Ersatz eingerichtet werden. Als Gründe der Einstellung werden geringe Fahrgastzahlen sowie der Rückzug von Keolis genannt, wobei letztere auf den Verkehr nach Hamburg gedrängt haben soll. Ab Juli 2026 soll der Verkehr nach Berlin auf sechs Fahrten pro Woche erhöht werden.
GoVolta setzt Großraumwagen der Bauart I10 aus den 1980er Jahren ein, die von der Nationalen Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen (SNCB/NMBS) gebraucht erworben wurden. Diese Fahrzeuge wurden zuletzt um 2008 herum grundlegend modernisiert, dürfen bis zu 160 km/h schnell fahren, sind mehrspannungsfähig und durch ihre RIC-Fähigkeit europaweit einsetzbar. Es handelt sich um ehemalige Wagen der 1. Klasse (Apm), 2. Klasse (Bpm) sowie einen sogenannten Loungewagen, in dem warme und kalte Getränke, Snacks und leichte Mahlzeiten angeboten werden. Die Apm werden mit ihrer 2+1-Bestuhlung in der Kategorie "Comfort" verkauft, die Bpm mit 2+2-Bestuhlung in der Kategorie "Economy". Um die Kapazitäten zu erhöhen, mietet GoVolta (Stand: April 2026) ehemalige DB-Intercity-Speisewagen bei Happy Train, einem Tochterunternehmen von TCS, an. Für die geplante Verbindung von Amsterdam nach Paris wurden zehn zusätzliche I10-Wagen gekauft.
Der Zug wird in Deutschland von einer von Railpool gemieteten Siemens-Vectron-Lokomotive oder einer Baureihe 101 von Happy Train Fleet Services gezogen, in den Niederlanden übernimmt diese Aufgabe eine von den NS übernommene Maschine der Baureihe 1700 von Happy Train in Train-Charter-Lackierung. Der Lokomotivwechsel findet im Bahnhof Bad Bentheim statt.
In Zukunft ist der Einsatz eines Mehrsystem-Vectron von Beacon Rail Leasing auf dem gesamten Laufweg geplant, sodass der Lokwechsel wegfallen kann.