Gohr ist ein Straßendorf an der Bundesstraße 477, die von Neuss über Rommerskirchen in die Eifel verläuft. Die Ortschaft grenzt im Norden an den Neusser Stadtteil Rosellerheide, im Osten an Ückerath, im Süden an Broich (beide Stadt Dormagen) und Anstel sowie im Westen an Widdeshoven und Hoeningen (alle Gemeinde Rommerskirchen). Gohr ist der westlichste Stadtteil der Stadt Dormagen und liegt auf einem Ausläufer der Ville an einer Bruchkante zu einem alten Rheinmäander. Es ist der höchstgelegene Stadtteil Dormagens, wird daher auch im Volksmund als „Bergdorf“ bezeichnet und liegt direkt am Knechtstedener Wald, einem zusammenhängenden Waldgebiet, welches bis auf das Kölner Stadtgebiet reicht. Das Gebiet um die Ortschaften Gohr und Broich ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.
Geschichte
Funde aus der Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit und Bronzezeit lassen nachweislich auf eine frühe Besiedlung schließen. Aus der römischen Zeit konnten mehrere Weihesteine entdeckt werden. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Gohr eine Jülicher Enklave im kurkölnischen Gebiet. Der Name Gohr wurde ursprünglich mit einem harten G gesprochen und leitet sich von dem Wort Chor ab, das heute noch in den Bezeichnungen Chorbusch und Chorweiler vorhanden ist und so viel wie Sumpfsiedlung bedeutet. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen den Ort. Es entstand die commune Gohr, die zur Mairie Nettesheim im Kanton Dormagen im Arrondissement Cologne gehörte.
In der preußischen Zeit gehörte Gohr bis 1870 als selbstständige Gemeinde zur Bürgermeisterei Nettesheim. 1870 wechselte die Gemeinde zur Bürgermeisterei Nievenheim. Am 1. Januar 1975 wurde sie in die Stadt Dormagen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
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1933: 0862
1961: 1258
1964: 1341
1970: 1508
1974: 1632
1980: 2072
1983: 2171
1993: 2302
1998: 2270
2000: 2321
2004: 2247
2005: 2217
2007: 2198
2008: 2199
2009: 2204
2015: 2187
2017: 2189
Politik
Bei der letzten Kommunalwahl im Jahre 2025 gewann Andreas Fuhs (CDU) das Direktmandat für den Wahlbezirk Gohr und vertritt den Ort im Dormagener Stadtrat.
Die Karnevalsgesellschaft veranstaltet jährlich im Januar zwei Karnevalssitzungen sowie zwei Kindersitzungen, welche allein von Kindern aus Gohr und Broich gestaltet werden.
Am Rosenmontag findet ein weit über den Ort hinaus beachteter Rosenmontagszug in Zusammenarbeit mit dem Kamellezoch Broich statt.
Die Schützenbruderschaft richtet im September das viertägige Schützenfest aus.
Bauten
Die katholische WallfahrtskircheSt. Odilia wurde bereits im 11./12. Jahrhundert errichtet und ist somit eine der ältesten Kirchen im Rhein-Kreis Neuss. In den 1950er Jahren wurde die Kirche umfassend restauriert. 1998/1999 wurde das Gebäude abermals restauriert und in den authentischen Zustand wiederhergestellt. Im Jahre 1846 erhielt die Kirche eine Reliquie der heiligen Odilia auf Vermittlung des katholischen Bischofs von Straßburg.
Wirtschaft und Infrastruktur
Hauptwirtschaftszweige
Hauptwirtschaftszweig in Gohr ist die Landwirtschaft, insbesondere der Spargel-, Erdbeer- und Zuckerrübenanbau sowie Gärtnereien. Zudem gibt es einige lokale Handwerksbetriebe.
Darüber hinaus gibt es in Gohr, eine Bäckerei, eine Kaffeerösterei, einen Getränkehandel, sowie einen Allgemeinarzt.
Verkehr
Durch die Ortschaft Gohr verläuft die Bundesstraße 477, diese bindet den Ort an die Autobahn A 57 an. Gohr wird sowohl vom StadtBus Dormagen, als auch vom BVR angefahren.