Goin und Moin, auch Goinn und Moinn oder altnordisch Góinn ok Móinn, sind in der nordischen Mythologie zwei Schlangen, die zusammen mit anderen Schlangen und dem schlangenartigen Drachen Nidhöggr unter dem Weltenbaum Yggdrasil leben.
Das Lied Grímnismál führt neben Nidhöggr sowie Goinn und Moinn noch vier oder fünf weitere Schlangen auf, die unter der Weltenesche hausen und an ihren Wurzeln nagen. Als Vater der beiden wird Grafvitnir genannt.
„Ormar fleiri liggja
und aski Yggdrasils,
en þat of hyggi hverr ósviðra apa:
Góinn ok Móinn,
þeir ro Grafvitnis synir,
Grábakr ok Grafvölluðr,
Ófnir ok Sváfnir,
hygg ek, at æ skyli
meiðs kvistu má.“
„Mehr Schlangen liegen
unter der Esche Yggdrasill,
als es jeder dumme Tor glaubt;
Goinn und Moinn,
sie sind Grafwitnirs Söhne,
Grabak und Grafwöllud;
Ofnir und Swafnir;
ich meine, dass sie immer
die Zweige des Baumes abfressen werden.“
Snorri Sturluson zitiert diese Stelle des Grímnismál in der Prosa-Edda und fügt noch hinzu:
„En svá margir ormar eru í Hvergelmi með Níðhögg,
at engi tunga má telja.“
„So viele Schlangen sind in Hwergelmir bei Nidhögg,
daß sie keine Zunge zu zählen vermag.“
Der Aufenthaltsort der Schlangen ist nach beiden Überlieferungen übereinstimmend unterhalb von Yggdrasil. Snorri Sturluson gibt noch als nähere Ortsangabe die Quelle Hvergelmir an. Er gerät dadurch nicht in Widerspruch mit dem Lied Grímnismál, da sich nach seinem kosmogonischen Konzept die Quelle Hvergelmir unterhalb einer der Wurzeln von Yggdrasil befindet.
In seiner Sprache der Dichtkunst, dem Skáldskaparmál, führt Snorri Sturluson alle Schlangennamen mit Ausnahme von Grafwöllud ein zweites Mal auf. Alle Namen werden des Weiteren in den Þulur als Heiti für Schlangen aufgeführt. Das heißt, ein Dichter konnte die Namen als anderes Wort für Schlange verwenden.
Die Schlangen unter Yggdrasil sind der nordische Nachhall eines indogermanischen, mythischen Weltmodells, wonach am Fuße des Lebensbaums eine Schlange wohnt und in den Ästen ein Adler. Da über diese nordischen Schlangen nicht viel mehr als der bloße Name überliefert ist, kann man zu ihnen auch nicht mehr sagen, als das, was sich aus den Deutungen ihrer Namen ergibt.