Gordon-Formel

Die Gordon-Formel ist eine Formel zur Berechnung des Barwertes einer Aktie oder Unternehmens bei steigenden Dividenden. Sie ist benannt nach Albert Hamilton Gordon (1901–2009).

Formel und Erläuterung

Die Gordon-Formel lautet:

Hierbei sind:

: subjektiver Ertragswert (Marktpreis, Kurswert) der Aktie in ; Ist der Aktienmarkt effizient, dann gilt: Marktwert der Aktie in Ertragswert aller zukünftigen Ausschüttungen = Marktwert. Der Preis bildet sich durch Erwartungen. Bei unvollkommenen (informationsineffizienten) Märkten weicht der Marktwert/Ertragswert vom Preis/Börsenkurs ab (Zeitablauf, Informationsfluss).
: erwarteter Gewinn pro Aktie in
: Thesaurierungsquote
: Ausschüttungsquote
: Dividende in
: Marktzinssatz (der von der Aktionären erwartete Ertragssatz, der bei alternativen Finanz-Investitionen zu erzielen wäre)
: erwartete Rendite aus der investiven Verwendung der einbehaltenen Gewinne

: Wachstumsrate für Gewinne, Dividenden und Kurs

= Wachstumsrate
usw.
usw.

Unterstellt wird eine konstante künftige Ergebnissituation. Dadurch lässt sich der Aktienwert als unendliche Rente ausrechnen. Im Falle einer Wachstumsrate, die über den Kapitalkosten liegt, weist die mathematische Ungültigkeit der Gordon-Formel jedoch auf die ökonomische Unsinnigkeit hin: Ein Unternehmen kann nicht dauert eine Wachstumsrate erzielen, die höher ist, als die Wachstumsrate der Wirtschaft insgesamt. Aus der Gordon-Formel lassen sich beispielsweise eine implizite Wachstumsrate sowie die implizite Eigenkapitalverzinsung ableiten.

Einzelnachweise

  1. ↑ Dinstuhl, Volkmar. Konzernbezogene Unternehmensbewertung: DCF-orientierte Konzern- und Segmentbewertung unter Berücksichtigung der Besteuerung. Springer-Verlag, 2003. S. 119
  2. ↑ Peter Hasler: Aktien richtig bewerten: Theoretische Grundlagen praktisch erklärt. Springer Gabler. 2012. ISBN 978-3642320774. S. 120.

Literatur