govdigital e.G. ist eine Genossenschaft öffentlicher IT-Dienstleister in Deutschland. Sie wurde 2019 von mehreren kommunalen und staatlichen IT-Unternehmen gegründet, um die Zusammenarbeit bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu fördern. Die Genossenschaft entwickelt und betreibt gemeinsame digitale Infrastrukturen und Plattformen für Bund, Länder und Kommunen.
Ziel der Genossenschaft ist es, sichere digitale Infrastrukturen für die Aufgaben der Verwaltung und der Daseinsvorsorge zu schaffen. Mitglieder können juristische Personen des öffentlichen Rechts werden oder eine von ihnen getragene Einrichtung oder eine privatrechtliche Gesellschaft, an der ausschließlich juristische Personen des öffentlichen Rechts beteiligt sind.
Die Mitglieder der Govdigital müssen willens und in der Lage sein, einen positiven Beitrag zur Erreichung des Genossenschaftszwecks zu leisten. Der Fokus liegt dabei auf der gemeinsamen Entwicklung, Implementierung und dem gemeinsamen Betrieb von IT-Systemen. Dazu zählen vor allem der Aufbau und der Betrieb von rechenzentrums-übergreifenden und cloudbasierten Infrastrukturen.
Am 12. Dezember 2019 wurde govdigital von zehn öffentlichen IT-Dienstleistern – AKDB, die Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg (KDO), Dataport, die Bundesdruckerei, die ekom21, Governikus, die Stadt Köln, das krz Lemgo, die regio iT und SIT – gegründet.
govdigital hat im Jahr 2020 den digitalen Corona-Pass unterstützt. Im Juni 2021 wurden digitale Schulzeugnisse von govdigital erprobt. Hierzu gab es kritische Berichte, das Projekt wurde abgebrochen.
govdigital ist im Lobbyregister eingetragen.
Der IT-Planungsrat nahm am 22. Juni 2022 den Zwischenbericht des Projekts zur Kenntnis und bittete Hamburg, ein Konzept für Governance, Finanzierung und dauerhaften Betrieb des Marktplatzes durch govdigital ab 2023 vorzulegen. Am 10. November 2022 erklärte er den Marktplatz govdigital zum Produkt des IT-Planungsrates. Am 7. November 2022 beauftragte das Bundesministerium des Innern govdigital mit einem minimal vialble product (MVP) für eine Koordinierungsstelle der Deutschen Verwaltungscloud (DVC) zu erproben und hierfür eine erste Fassung des Cloud-Service-Portals zu entwickeln. Über den Produktivbetrieb berichtet der IT-Planungsrat im März 2025. govdigital setzt für die öffentliche Verwaltung einen Cloud-Broker um. Der IT-Planungsrat hat in seiner 46. Sitzung beim Marktplatz der Zukunft der Govdigital eine maßgebliche Rolle gegeben. Die Abwicklung der Verträge für die Bereitstellung von Einer-für-Alle-Dienste des IT-Planungsrates erfolgt über den Govdigital-Marktplatz. Die sog. Einer-für-Alle-Dienste sind im Jahresbericht der FITKO für das Jahr 2021 beschrieben.
Das niedersächsische Ministerium für Inneres Sport und Digitalisierung berichtete über die Unterstützung der Kommunen durch die govdigital e.G. Der Normenkontrollrat informierte in seinem Bericht vom 3. Oktober 2024 über den govdigital-Marktplatz als Produkt des IT-Planungsrates. Die STACKIT Cloud von Schwarz Digits wird über den gd.Cloud-Broker den Mitgliedern und Trägern der govdigital angeboten.
Im Lobbyregister ist der Jahresbericht für 2024 hinterlegt, in dem govdigital eine Bilanzsumme von 51,5 Mio. € im Jahr 2024 ausweist, für die Jahre 2022 und 2023 waren dies weniger als 10 Mio. €. Die Umsatzerlöse sind mit 49,7 Mio. € für 2024, 17,3 Mio. € für 2023 und 11,3 Mio. € für 2022 ausgewiesen. In der Anlage zur Bilanz für das Jahr 2025 gibt Govdigital 69,425 Mio. € aus bilateralen Vertragsbeziehungen zwischen der Genossenschaft und ihren Mitgliedern an.
Im März 2026 vereinbarte die govdigital eine Kooperation mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zur Verbesserung der Cybersicherheit, die unter anderem den Ausbau von Sensorik, Echtzeitanalysen und die Vernetzung von Security Operations Centern umfasst.
In der 50. Sitzung des IT-Planungsrates stand der Govdigital-Marktplatz auf der Agenda.
Der Vorstand von govdigital besteht aus Torsten Koß, Martin Schallbruch und Rudolf Schleyer. Im Mai 2026 hatte die Genossenschaft 32 Mitglieder: AKDB, Bayerisches Staatsministerium für Digitales, BITBW, BITMARCK, ZIT BB, Bundesdruckerei, dataport, Digitalservice, d-NRW, DVZ MV, ekom21, FITKO, GovConnect, Governikus, HZD, InfoKom, ITEBO, ITDZ, IT-Niedersachsen, KDO, Komm.ONE, ldi, LECOS, LWL, IT NRW, OWLIT, ProVitako, regioIT, Stadt Köln, sit, ZENDIS und mobil ISC. Mitglieder müssen einen Geschäftsanteil in Höhe von 10.000 € zeichnen und ein Eintrittsgeld von 100.000 € entrichten.