Graßmann-Zahl

Die Graßmann-Zahlen (nach Hermann Graßmann, häufig auch in Englischer Sprache angepasster Schreibweise Grassmann) sind antikommutierende Zahlen, die im Rahmen des Pfadintegral-Formalismus für Fermionen in den Quantenfeldtheorien auftreten. Ein Pionier ihrer Verwendung in der Quantenfeldtheorie war Felix Berezin. Danach sind sie mathematisch der Teil ungerader Parität einer -graduierten Algebra aus kommutierenden (Parität ) und nicht-kommutierenden (Parität ) Elementen (Superalgebra). Für die Multiplikation gilt darin für je zwei Elemente :

.

Eigenschaften

Seien Graßmann-Zahlen und komplexe Zahlen. Dann gilt

Definitorische Eigenschaften

Folgerungen

Integration und Differentiation

Es ist möglich, Integral- und Differentialrechnung in Bezug auf Graßmann-Zahlen analog zu der in Bezug auf Funktionen komplexer Zahlen zu definieren:

Anwendung

Graßmann-Variablen werden für den Pfadintegral-Formalismus für Fermionen benötigt. Dazu definiert man das erzeugende Funktional

mit der Lagrangedichte für Fermionen , den fermionischen Graßmann-wertigen Feldern und den Graßmann-Zahlen . Dann gilt beispielsweise für die 2-Punkt Korrelationsfunktion (den fermionischen Propagator):

Formale mathematische Definition

Sei ein -dimensionaler komplexer Vektorraum mit Basis und

die äußere Algebra (Graßmann-Algebra) über , wobei das äußere Produkt und die direkte Summe bezeichnet.

Die Graßmann-Zahlen sind die Elemente dieser Algebra.

Das Symbol wird in der Notation für Graßmann-Zahlen meist weggelassen.

Graßmann-Zahlen sind also von der Form

für streng wachsende -Tupel mit , und komplexe antisymmetrische Tensoren vom Rang .

Der Spezialfall entspricht den 1873 von William Clifford eingeführten dualen Zahlen.

Für unendlich-dimensionale Vektorräume bricht die Reihe

nicht ab und die Graßmann-Zahlen sind von der Form

wobei dann als Körper und als Seele der Superzahl bezeichnet wird.

Literatur