Graham Peacock (* 26. Juli 1945 in London) ist ein Vertreter der abstrakten Malerei in Kanada.
Peacock studierte von 1962 bis 1966 an der Goldsmiths, University of London, anschließend ein Jahr am Leeds College of Art. 1969 ging er nach Edmonton und folgte dem Ruf an die University of Alberta, wo er am Department of Art and Design bis heute als Professor für Malerei tätig ist. Darüber hinaus unterrichtete an zahlreichen internationalen Kunstschulen als Gastprofessor. Er ist Gründungsmitglied der 1990 gegründeten Künstlergruppe New New Painters.
Unter dem Einfluss von Künstlern wie Jackson Pollock, Jules Olitski und Larry Poons experimentierte Peacock mit dicken, übereinander gegossenen Acryl-Farbschichten, die auf etwa 10 Meter lange, auf dem Boden liegenden Leinwandbahnen, gegossen wurden. Da die darunterliegende Schicht noch nicht ganz gehärtet ist, kommt es zu Materialspannungen und vielfältigen Rissbildungen. Mit diesem Verfahren hatte Peacock das wichtigste Element seiner unverwechselbaren Prozess-Malerei entwickelt, die ihm um 1982 mit der Polo-Serie endgültig zum künstlerischen Durchbruch verhilft.
Wie die meisten der oben genannten Künstler legt auch er erst nach der Beendigung aller malerischen Prozeduren die Bildbegrenzungen fest. Dann erst wird der als autonomes Bild markierte Teil aus der großen Leinwand extrahiert und auf einen Rahmen gespannt. Die unregelmäßigen Polygon-, Ellipsen- und Tropfenformate der 80er Jahre weichen in den 90er Jahren wesentlich komplexeren Formen, die sich aus der Entwicklung der Komposition vom Bildzentrum nach außen ergeben. Allzu aggressive Formen, die mit der Bildkomposition nur mangelhaft korrespondieren, werden in den folgenden Jahren nachbearbeitet. Ab Mitte der 90er Jahre verwendet der Künstler zusätzlich Polyurethanschaum, Isolierungsschläuche, Collage-Elemente wie Glasperlen, stark reflektierende Fragmente und holographische Materialien sowie Glitter. Ab der „Cut Out“ - Serie im Jahr 2000 werden auch bemalte Leinwandteile eines Bildes ausgeschnitten und durch neue Fragmente ersetzt, die eine illusionistische Wirkung entwickeln.
Ken Carpenter schrieb 2001 in „Art of America“: „Peacock hat diese Leinwände in unregelmäßigen, welligen Formen ausgeschnitten und auf Rahmen aufgezogen. Durch die Verwendung von Isolierungsschläuchen, Gittermatten für Teppiche und Polyurethanfüllung hat er Kämme und Hügel innerhalb der Farbflächen herausgearbeitet. Die materielle Beschaffenheit dieser Werke scheint seine Malerei der Skulptur anzunähern. In einer Art von Streben nach Andersartigkeit, wie Walter Pater es ausdrückte, konnte die Kraft einer Kunst manchmal die Form für eine andere liefern. Aber anstatt skulptural könnten diese Bilder eher als topographisch bezeichnet werden. Sie stehen im Einklang mit Miros Anspruch, innerhalb der reinen Malerei zu bleiben und währenddessen zugleich darüber hinaus zu gehen.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Peacock, Graham |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Künstler |
| GEBURTSDATUM | 26. Juli 1945 |
| GEBURTSORT | London |