Er wuchs in einer jüdischen Familie in Georgien auf. Um 1918 kam er als Kriegsgefangener nach Deutschland. Danach lebte er als Gregor Jarcho in Torgelow in Vorpommern, wo er eine Buchhandlung in der Königstraße 7 führte (kurzzeitig als Mitgesellschafter des Wolfgang Heyer Verlags in Ueckermünde), und als Übersetzer und Publizist tätig war. 1930 unternahm er eine Reise durch die USA. Etwa ab 1933 lebte er im Exil.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Gregor Jarcho übersetzte einige Werke von russischen Schriftstellern, vor allem von Fjodor Dostojewski. Außerdem schrieb er mehrere Bühnenstücke, Aufsätze und Rundfunkmanuskripte.
Eigene Werke
Bühnenstücke und Erzählung
Ara und Mawa. Ein Gegenspiel, Kiepenheuer, Potsdam 1921
Der Leichenweg, in Eos, 1921, S. 105–109
Der zackige Kreis, Heyer, Ueckermünde 1922 (= Ein Leichenweg?)
Der Freund. Ein Erlebnis, Wasservogel, Berlin 1929
Aufsätze in Zeitschriften
Das Buch in Russland, in Der Sammler, 1919, 5, S. 5–6
Das Buch im vorbolschewistischen Russland, in Zeitschrift für Bücherfreunde, 1922, S. 48–50 (kurze Auszüge)
Richard Euringer, in Die schöne Literatur, 1928, S. 424–430
Rundfunksendungen
Fjodor Dostojewski, Der Idiot, Berliner Funkstunde am 17. März 1931
Zu Fuß durch USA, Welle 253 am 26. April 1931
Das bleiche Sterben, Berliner Funkstunde am 2. April 1932, über Tuberkulose-Gefahren
↑Iwan Goll, Methusalem oder Der letzte Bürger, Kiepenheuer, Potsdam 1922, letzte Seite, Verlagsanzeige mit Rezension, zur Herkunft aus Georgien im Kaukasus
↑Mario Zanucchi, Expressionismus im internationalen Kontext, de Gruyter, Berlin/Boston 2023, S. 226, Anm. 462; nach Raabe, 1985, S. 241, Nr. 140; betonte, dass der angebliche Geburtsort Torgelow in Kürschners Literatur-Kalender ein Irrtum war, (der wahrscheinlich bewusst eingesetzt wurde, um eine deutsche Herkunft vorzutäuschen)
↑Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel vom 12. Januar 1922, S. 48; die Buchhandlung wurde am 1. Januar 1919 gegründet; Börsenblatt vom 6. April 1922, S. 453, berichtete über das Ausscheiden von Gregor Jarcho als Geschäftsführer beim Wolfgang Heyer Verlag
↑F. C. Weiskopf, Unter fremden Himmeln. Ein Abriß der deutschen Literatur im Exil 1933–1947, Aufbau, Berlin 1981, S. 271 (kurze Auszüge); dort der angebliche ursprüngliche Name Gregor Russ und der Todeszeitpunkt um 1949