Gregor Luthe (* 19. Oktober 1970 in Epe) ist ein deutscher Chemiker, Toxikologe, Nanotechnologe, Erfinder und Unternehmer.
Gregor Luthe wurde als einziger Sohn von Ewald Luthe und Käthe Luthe, geb. Böcker, geboren. Sein Vater war Maurer und später Hafner, seine Mutter arbeitete als Spinnerin. 1986 begann er mit dem Abitur am Missionsgymnasium St. Antonius in Bardel bei Bad Bentheim.
Von 1990 bis 1995 studierte er Chemie, Biologie und Physik an der Universität Münster, wo er sich auf fluorierte Analoga der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (PAKs) spezialisierte. Sein Studium schloss er mit dem Diplom ab. Im Jahr 2002 promovierte er an der Freien Universität Amsterdam. Ab 1996 war er auch als Dozent für die Saxion University of Applied Sciences in Enschede tätig. Als Marie-Curie-Stipendiat des Europarates ging Luthe 2002 nach Trondheim (Norwegen), wo er an der NTNU forschte, sowie in der freien Wirtschaft als Technischer Direktor und Teilhaber des Unternehmens Chiron tätig war. 2005 ging er als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung zum Studium der Toxikologie nach Berkeley und an die University of Iowa in den USA, an welcher er bis heute als Gastprofessor Doktoranden betreut.
Nach wenigen Monaten als Dozent an der Universität von Hawaii in Hilo ging er zurück nach Europa, wo er in den Niederlanden eine weitere Position als Dozent an der Saxion University of Applied Sciences in Enschede annahm. Von 2007 bis 2008 arbeitete Luthe zudem als Dozent an der Jacobs University Bremen. 2010 gründete Gregor Luthe die Firma Wind plus Sonne GmbH.
Am 1. Februar 2012 wurde Gregor Luthe von der Saxion zum Leiter des neuen Lehrstuhls Nanotechnology (NanoBioInterface) berufen. Der Lehrstuhl befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung von Techniken zur Herstellung von NanoBio-Schnittstellen, die wesentlich für medizinische, biologische, toxikologische und chemische Anwendungen sind, z. B. Lab-on-a-Chip-Geräte.
Er untersuchte die Toxikologie von PCB und PBDE.
Mitte Januar 2014 organisierte Luthe mit Hilfe der „Alumni Nanotechnology Saxion“ (A.N.S), der Saxion University of Applied Sciences, den Instituten MESA+ (Institut für Nanotechnologie, Universität Twente) und CeNTech (Universität Münster) unter der Schirmherrschaft der Euregio in Enschede die Euregional Conference of Applied Nanotechnology (ECAN 2014).
2014 gründete Gregor Luthe mit einem ehemaligen Studenten die Firma Smart Material Printing B.V., die sich mit dem Erstellen von Materialien für die 3D-Drucktechnologie und antibakteriellen Oberflächen befasst.
Im September 2014 war Gregor Luthe am Start der Kooperation zwischen der Universität Twente und der Saxion University of Applied Sciences beteiligt, die nicht nur die gemeinsame Forschung im Bereich Nanotechnologie, sondern auch das erste niederländische Masterstudium für Nanotechnologie vorantreiben soll.
2014 gründete Gregor Luthe mit Silke Schäfers die Firma Nanobay – NB GmbH. Im Februar 2015 verließ Gregor Luthe seinen Lehrstuhl für Nanotechnologie bei der Saxion in Enschede, um sich auf die Leitung seiner Firmen zu konzentrieren.
Als westdeutscher Jugendlicher reiste Gregor Luthe zwei Wochen vor dem Mauerfall in die DDR. Den 9. November 1989 erlebte Luthe im Stasi-Verhör. Von den Ereignissen dieses Tages erfuhr er erst am Tag seiner Freilassung, dem folgenden Morgen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Luthe, Gregor |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chemiker, Toxikologe, Nanotechnologe, Erfinder und Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 19. Oktober 1970 |
| GEBURTSORT | Epe |