
Das Grigri ist eine Serie von halbautomatischen Sicherungsgeräten des Herstellers Petzl für das Sportklettern zum Sichern des Kletternden mit Einfachseilen. Das Grigri war das erste und lange Zeit das einzige halbautomatische Sicherungsgerät am Markt. Benannt ist es nach einem afrikanischen Amulett, das seinen Träger schützen soll.

Das Gerät funktioniert ähnlich wie ein Sicherheitsgurt im Auto. Bei langsamem Seilzug wird der Seildurchlauf nicht blockiert. Dagegen aktiviert ruckartiger Seilzug in Richtung des Kletterers einen Mechanismus, der das Seil vollständig blockiert. Das automatische Blockieren funktioniert nur dann zuverlässig, wenn eine Hand das Bremsseil umschließt und nach unten vom Grigri wegführt.
Um den Blockierungsmechanismus wieder zu lösen (beispielsweise um einen Kletterer ablassen zu können), zieht der Sichernde den am Grigri angebrachten Hebel zu sich heran. Um den Blockiermechanismus für ein schnelles Seilausgeben zu unterdrücken, muss Druck nach unten auf die Hebelbasis ausgeübt werden. Am besten mittels der sogenannten Gaswerkmethode. In beiden Zuständen bremst das Gerät das durchlaufende Seil nicht. Um den Bremsmechanismus wieder zu aktivieren, muss der Sichernde den Hebel loslassen bzw. den Druck von der Hebelbasis nehmen.
Das Abseilen mit dem Grigri ist entsprechend der Norm EN15151 erlaubt.
Eine vom Deutschen Alpenverein im Jahr 2013 veröffentlichte Kletterhallenstudie zeigte, dass mit Halbautomaten (darunter das Grigri) deutlich weniger gefährliche Sicherungsfehler gemacht werden (weniger als 0,2 gefährliche Fehler pro Sicherungsvorgang) als beispielsweise mit dem Tuber (mehr als 0,5 gefährliche Fehler pro Sicherungsvorgang).
Vorteile gegenüber dem konventionellen Sichern sind:
Nachteile gegenüber dem konventionellen Sichern sind:
Die korrekte Bedienung des Gerätes sollte unter fachkundiger Anleitung erlernt und eingeübt werden.

Trotz der oben genannten Nachteile und möglichen Anwendungsfehler kann mit dem Grigri, mit Ausnahme des etwas eingeschränkten dynamischen Sicherns, bei korrekter Bedienung sehr gut gesichert werden. Folgende Aspekte müssen dabei beachtet werden:
Das Grigri kam 1991 auf den Markt.
Am 1. Februar 2011 erschien das Nachfolgemodell Grigri 2 auf dem Markt. Es ist mit allen UIAA Einfachseilen zwischen 8,9 und 11 mm Dicke kompatibel. Optimiert ist es für Seile von 9,4 bis 10,3 mm. Dabei hat das Sicherungsgerät nun 20 % gegenüber dem Grigri 1 an Gewicht (jetzt 170 g) und 25 % seiner Größe eingespart. Im Juni 2011 wurde ein Teil der bereits verkauften Geräte zurückgerufen, da der Bremshebel unter Umständen beschädigt werden kann und infolgedessen die Bremsunterstützung des Sicherungsgerätes nicht mehr korrekt funktioniert. Das Grigri arbeitet in diesem Fall wie ein Tube. Petzl erhöhte daraufhin die Festigkeit des Bremshebels bei neu hergestellten Geräten.
Auf der OutDoor 2016 in Friedrichshafen stellte Petzl das Grigri+ vor, welches seit April 2017 erhältlich ist. Neben kleineren Anpassungen zählen die Unterstützung eines größeren Bereichs an Seildurchmessern, die Regulierungsmöglichkeit der Sensibilität des Blockiermechanismus für Vorstiegsklettern und Toprope-Klettern sowie eine Paniksicherung des Ablasshebels zu den größten Neuerungen.
Seit 1. April 2019 ist das aktuelle Modell Grigri 3 auf dem Markt. Offiziell wird es vom Hersteller aber lediglich GRIGRI genannt. Das neue Modell ersetzt das Grigri 2 und deckt einen noch größeren Bereich an Seildurchmessern ab (8,5 mm bis 11 mm).
In DAV- und KLEVER-Kletterhallen war das Grigri 2016 mit 22 % nach dem Tube das zweithäufigste Sicherungsgerät. 2017 war es mit 27 % bereits das verbreitetste.
Da unsachgemäße Anwendung wiederholt zu Unfällen führte, war das Sichern mit dem Grigri (zusammen mit anderen Halbautomaten) in einzelnen Kletterhallen zeitweise untersagt. Dass diese Verbote nicht auf objektiv erhobenen Daten beruhen, zeigt eine große Studie zum Hallenklettern, die anhand von standardisierten Beobachtungen zu Verhaltensfehlern die Frage nach dem Einfluss des Sicherungsgerätes auf die Unfallwahrscheinlichkeit untersuchte. Dabei schnitt der weitverbreitete Achter mit 40 % Fehlern klar schlechter ab als das Grigri mit 28,6 %. Daraus schlossen die Autoren, dass die Gefahren des Sicherns mittels Grigri deutlich geringer sind als erwartet und generell eher überschätzt werden.