Ground Zero (1987)

Film
Titel Ground Zero
Produktionsland Australien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Bruce Myles, Michael Pattinson
Drehbuch Mac Gudgeon, Jan Sardi
Produktion Stuart Freeman, John Kearney, Kent C. Lovell, Michael Pattinson, Dennis Wright
Musik Tom Bähler, Chris Neal
Kamera Steve Dobson
Schnitt David Pulbrook
Besetzung

Ground Zero (deutscher Fernsehtitel Kreis der Angst) ist ein australischer Politthriller aus dem Jahr 1987 mit Colin Friels in der Hauptrolle.

Hintergrund

Der Film spinnt eine hypothetische Verschwörungstheorie um die realen Atombombentests der Briten im australischen Maralinga zwischen 1956 und 1963. Es wird die These aufgestellt, dass mit Billigung der australischen Regierung die dort ansässigen Aborigines ohne deren Wissen Strahlentests ausgesetzt wurden, die zahlreich tödlich endeten.

Handlung

Der erfolgreiche Kameramann Harvey Denton, selbst Sohn eines Kameramanns, entdeckt, dass in sein Apartment eingebrochen und einiges altes Filmmaterial seines verstorbenen Vaters entwendet wurde. Später bemerkt er, dass er vom australischen Geheimdienst ASIO beschattet wird. Er vermutet schnell einen Zusammenhang zwischen dem gestohlenen Filmmaterial und einem gerade stattfindenden (realen) Untersuchungsausschuss über die britischen Atomtests in Australien in den 1950er und 1960er Jahren. Sein Vater hatte damals als Mitarbeiter die Vorfälle dokumentiert. Er ertrank später vorgeblich im Ozean.

Durch seine Ermittlungen gelingt es Harvey, an eine Filmrolle zu gelangen, die mutmaßlich das Unrecht an den Aborigines beweisen kann. Er bringt sie vor Gericht, aber die Rolle wird als Geheim eingestuft. Der Ermittlungsrichter schaut sie sich daher alleine hinter verschlossenen Türen an. Anschließend behauptet er, der ganze Film sei durchgehend schwarz gewesen, und es wäre nichts zu erkennen. Damit hat Harvey das anscheinend einzige Beweismaterial für die Verschwörung verloren.

Wieder zu Hause schaut er sich wie schon dutzende Male zuvor noch einen Super-8-Film seines Vaters an, der Harvey als Kind beim Spielen zeigt. Seinen Gedanken nachhängend versäumt er es, den Projektor am Ende des Films wie üblich auszuschalten, sodass noch einige Zeit das leere Ende der Rolle abgespielt wird. Auf einmal ist noch weiteres Filmmaterial hinter dem Ende zu sehen. Es zeigt dutzende aufgebahrte tote Aborigines. Sein Vater hatte, jahrelang unentdeckt, hinter den Kinderaufnahmen noch eine Kopie der brisanten Dokumentation angeklebt.

Produktion

Ground Zero wurde am 1. Oktober 1987 in Australien uraufgeführt. Am 6. Juli 1989 kam der Film in die deutschen Kinos.

Kritiken

Das Lexikon des internationalen Films fand den Film spannend und sorgfältig inszeniert, kritisierte ihn aber als überladen und wies aus Klischees des Triller-Genres hin, die den kritischen Anspruch stellenweise trüben. Cinema resümiert die Kritik auf der Website mit dem Satz „Authentische Ereignisse bilden den Hintergrund dieses packenden und verstörenden Thrillers über tödliche Machtpolitik“ und garantiert Hochspannung. Im Artikel der Zeitschrift wird der Film als „mitreißender Thriller“ bezeichnet, der langsam starte, dann aber immer mehr an „Drive und Power“ gewinne und zu einem spektakulären Finale komme. Zwar sei die Dramaturgie die eines Thrillers, doch werde „der Film in jeder Phase der Ernsthaftigkeit seines Themas gerecht.“ Es wird auch darauf hingewiesen, dass der Film denen gewidmet sei, von denen bekannt sei, dass sie durch die Atomtests zu Tode kamen.

Janet Maslin nannte den Film in ihrer Kritik für die New York Times ein Paradebeispiel für einen spannenden und raffinierten Thriller über eine Verschwörungstheorie, die sich am Ende des Films als weitgehend wahr herausstelle. Der Handlungsstrang über die gescheiterte Ehe Harvey Dentons mache den Film unterhaltsamer, zeige aber auch seine Oberflächlichkeit deutlicher. Ansonsten hebt sie die schauspielerischen Fähigkeiten hervor, die Colin Friels und Donald Pleasence zeigen. Hal Hinson war in seinem Review für die Washington Post kritischer. Zwar bescheinigt er den Regisseuren einen guten Spannungsaufbau, Witz und visuelle Vorstellungskraft, doch die Geschichte und deren Bedeutung überstiegen ihre Fähigkeiten. Er kritisiert Donald Pleasence mit sehr deutlichen Worten. Friel sei dagegen zwar ein guter Schauspieler, aber kein Star. Und der Film brauche einen Star.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für Ground Zero. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 62295/V; abgerufen am 30. August 2026).
  2. ↑ Ground Zero – Release Info. In: IMDb. Abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  3. 1 2 Ground Zero. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 4. März 2017.
  4. ↑ Ground Zero. In: cinema. Abgerufen am 8. April 2022.
  5. ↑ Heiko Rosner: Ground Zero. In: Cinema. Juni 1989, S. 107.
  6. ↑ Janet Maslin: Review/Film; A Nuclear Cover-Up in Australia: [Review]. In: The New York Times. 23. September 1988, S. C.18 (englisch, Abrufbar bei ProQuest unter der Id 825DAFD3D6884C9APQ).
  7. ↑ Hal Hinson: Ground Zero. In: WashingtonPost.com. 30. September 1988, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  8. ↑ AFI-Nominierungen und Gewinner 1987 auf aacta.org