Gudrun Trendafilov machte 1976 in Aue das Abitur. Von 1976 bis 1981 studierte sie Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ihr Diplom erwarb sie bei Gerhard Kettner, der sie vor allem zum Zeichnen anregte. Sie schätzte besonders die Arbeiten von Henri Matisse, Egon Schiele, Paula Modersohn-Becker und ihrer Zeitgenossen Rainer Zille und Stefan Plenkers. Für ihr Diplom schuf sie in verschiedenen Techniken eine Serie von Bildern mit dem Titel Aufenthalt in einer Ausstellung nach Beobachtungen, die sie während eines Ferieneinsatzes als Aufsicht in der Dresdner Porzellansammlung gemacht hatte.
Gudrun Trendafilov ist seit 1981 freischaffend in Dresden tätig. Dabei hatte sie bis 1984 einen Fördervertrag mit dem DEFA-Trickfilmstudio Dresden. Sie war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. 1989 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Dresdner Sezession 89. Zwischen 1987 und 1989 veröffentlichte sie u. a. in den Literaturzeitschriften „Bizarre Städte“, „Schaden“, „u.s.w.“ und „Anschlag“. Zu ihrem künstlerischen Repertoire gehören insbesondere die Tafelmalerei, Druckgrafik, farbige Zeichnungen, originalgrafische Künstlerbücher und Buchillustrationen, Keramik und baubezogene Kunst.
Ab 1990 lebte und arbeitete sie mehrere Jahre in Nürnberg. 2001 gestaltete sie mit Angela Hampel im Oberlandesgericht, Ständehaus Dresden, Festsaal und Begegnungsraum.
Gudrun Trendafilow hatte eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen.
Ehrungen
1994 – 1. Preis III. Salon International „Le petit Format“, Villefranche sur mer, Frankreich
1996 – Philip-Morris-Stipendium im Schloss Moritzburg bei Dresden
1996 – Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden für die Dresdner Sezession 89
„Gudrun Trendafilov gilt als Lyrikerin unter den Dresdner Malerinnen.“
„Die Arbeiten von Gudrun Trendafilov erzeugen Illusionen, regen die Phantasie an und schenken dem Betrachter eine Freiheit, ohne etwas erwarten zu wollen und zu müssen. Der Bilderkosmos von Gudrun Trendafilov ist rätselhaft schön und geheimnisvoll.“
„Für die Künstlerin ist in ihrer Malerei eine subtile, oft zart geschwungene Linie charakteristisch, über die die Farbe sacht quillt und wolkig den Bildraum erfüllt. Orangetöne und ein tiefes Blau sind die dabei die bevorzugten Farben, manchmal aufgehellt durch grellgelbe Lichter ("Abendstern"), selten warme, kirschrote und rötlich-braune Farbnuancen. Dämonisches und Harmonisches sind auf ihren Bildern zu einer Comedie Humaine vereint.“
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Gudrun Trendafilovs (unvollständig)
Geselligkeit (Öl; 1985; auf der 11. Kunstausstellung des Bezirkes Dresden)
Selbst (Öl, 110 × 135 cm; 1987; Kunstfonds des Freistaates Sachsen)
Gebirge (Mischtechnik; 2010)
Unerhört (Mischtechnik; 2011)
Druckgrafik
Die Porzellansammlung Dresden (Folge von Kaltnadelradierungen aus ihrer Diplomarbeit; u.a. Blatt 1: Frauen und Vase, 1981; auf der IX. Kunstausstellung der DDR)
↑Gudrun Trendafilov:Impressum.Abgerufen am 9.August 2021.
↑Michael, Klaus / Thomas Wohlfahrt (Hrsg.):Vogel oder Käfig sein, Kunst und Literatur aus unabhängigen Zeitschriften in der DDR 1979–1989. Berlin, Galrev, 1992, ISBN 978-3-910161-10-8.
↑Forschungsstelle Osteuropa (Hrsg.):Eigenart und Eigensinn: Alternative Kulturszenen in der DDR (1980–1990). Edition Temmen, 1993.