Gundersheim

Wappen Deutschlandkarte
Gundersheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gundersheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 42′ N, 8° 12′ OKoordinaten: 49° 42′ N, 8° 12′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wonnegau
Höhe: 152 m ü. NHN
Fläche: 8,63 km²
Einwohner: 1498 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67598
Vorwahl: 06244
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 036
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schneller 3
67574 Osthofen
Website: www.gundersheim.de
Ortsbürgermeister: Joachim Mayer (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Gundersheim im Landkreis Alzey-Worms
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Karte
Gundersheim von Norden

Gundersheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wonnegau an.

Geographie

Als Weinbaugemeinde liegt Gundersheim im größten Weinbau treibenden Landkreis Deutschlands und mitten im Weinanbaugebiet Rheinhessen. Es liegt ca. 6 Kilometer südöstlich von Alzey.

Enzheim ist ein Ortsteil von Gundersheim. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Haus Bösel, Hof Haumühle und Mönch-Bischheimerhof.

Geschichte

Der Ort Gundersheim wurde am 18. September 769 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch (Codex Laureshamensis Urkunde Nr. 920, Reg. Nr. 424) als Guntirsh erstmals urkundlich erwähnt. Auch das Kloster Weißenburg im Elsass besaß im 9. Jahrhundert nachweislich einen Herrenhof in Gundersheim und auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert. Ende des 10. Jahrhunderts wurde der bisherige Weißenburger Besitz salisches, dann staufisches Eigentum. Seit dem Hochmittelalter wechselten die Besitzer häufiger. Anteil an Gundersheim hatten u. a. die Rau-, Wild- und Rheingrafen, die Pfälzer Kurfürsten, die Herzöge von Nassau und die Grafen von Sponheim. 1475 wurde Gundersheim endgültig kurpfälzisch. Verwaltet wurde es als Teil des Oberamts Alzey.

Nach der Besetzung des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte der Ort von 1798 bis 1814 zum Kanton Pfeddersheim im Departement Donnersberg. Nach dem Wiener Kongress (1815) gehörte Gundersheim von 1816 an zur Provinz Rheinhessen im Großherzogtum Hessen, ab 1919 zum Volksstaat Hessen, und 1946 ging es mit der früheren hessischen Provinz Rheinhessen an das neugebildete Land Rheinland-Pfalz über.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Gundersheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

JahrEinwohner
1815850
18351.083
18711.132
19051.224
19391.240
19501.484
19611.478
JahrEinwohner
19701.500
19871.493
19971.626
20051.661
20111.618
20171.612
20251.498

Religion

Katholische Kirche (links) und protestantische Kirche (rechts)

Gundersheim verfügt über eine protestantische und eine katholische Kirche. Die Reformation wurde 1546 durch Kurfürst Friedrich II. durchgeführt. Der überwiegende Teil der Einwohner ist protestantisch.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Gundersheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDCDUFDPFWGGesamt
2024743216 Sitze
2019653216 Sitze
2014952–16 Sitze
2009862–16 Sitze
2004862–16 Sitze
1999952–16 Sitze

Bürgermeister

Ortsbürgermeister ist Joachim Mayer (SPD). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 80,19 % gewählt und ist damit Nachfolger von Erno Straus (SPD), der nach 27 Jahren im Amt nicht mehr kandidiert hatte. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde Joachim Mayer (SPD) als einziger Bewerber mit 81,81 % (bei 74,0 % Wahlbeteiligung) im Amt bestätigt.

Wappen

Wappen von Gundersheim
Wappen von Gundersheim
Blasonierung: „In Silber eine rechtshin gewendete doppelzinkige blaue Hacke beseitet von zwei blauen Trauben mit grünem Stiel und Blatt.“

Gemeindepartnerschaften

Gundersheim pflegt seit 1966 eine partnerschaftliche Beziehung zu der französischen Gemeinde Selongey in Burgund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch

In den ehemaligen Kalksteinbrüchen entstand das Naturschutzgebiet Kalksteinbrüche Rosengarten.

Sport

Der Turnverein Gundersheim 1863 e. V. ist der älteste Verein im Ort. Er hat Abteilungen u. a. für Aerobic, Jazztanz, Turnen und Gesundheitssport und Badminton. Seit 1920 besteht außerdem der Verein für Leibesübungen (VfL) Gundersheim mit derzeit rund 430 Mitgliedern und Abteilungen für Fußball, Tischtennis und Gymnastik.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Gemeinde wird seit Alters her durch den Weinbau geprägt. Noch heute gibt es dort einige Weingüter. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestanden zwei Zündholzfabriken, die aber um 1890 wieder eingingen. Größere Bedeutung hatte der Kalksteinbruch, der bis 1955 als Gundersheimer Kalkwerke durch die Südzucker AG in Offstein betrieben wurde und bis Mitte des 20. Jahrhunderts größter industrieller Arbeitgeber war.

Weiterhin existiert ein Gewerbegebiet mit verschiedenen, unter anderem logistisch, dienstleistungstechnisch und produktionsorientierten Unternehmen.

Verkehr

Gundersheim liegt an der A 61 und verfügt über eine eigene Anschlussstelle südöstlich des Kreuzes Alzey, über das auch die A 63 Richtung Mainz bzw. Kaiserslautern erreicht werden kann. Am Sportplatz liegt eine der beiden Bushaltestellen.

Der Haltepunkt Gundersheim (Rheinhess) liegt an der Bahnstrecke Worms–Bingen Stadt. Es verkehren halbstündlich Züge nach Alzey und Worms.

Bildung

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Gundersheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2026. S. 136 (PDF; 1,9 MB).
  3. ↑ Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).
  4. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 20. Dezember 2019.
  5. ↑ Gundersheim, Gemeinderatswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Gundersheim. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 20. Juli 2024.
  6. ↑ Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahlen. Abgerufen am 28. Oktober 2019.
  7. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019: Gundersheim (siehe Wonnegau, Verbandsgemeinde, sechste Ergebniszeile) (Memento vom 4. September 2019 im Internet Archive)
  8. ↑ Gundersheim, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Gundersheim. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 20. Juli 2024.
  9. ↑ Selongey auf gundersheim.de Abgerufen am 21. Juli 2022