Gustav Pirchan (* 3. Februar 1881 in Wien; † 22. Juli 1945 in Terezín) war ein tschechoslowakischer Archivar, Mediävist und Historiker.
Pirchan wuchs in Jitschin und in Arnau auf. Er studierte Geschichte in Leipzig, Heidelberg und Wien und war ein Jahr am österreichischen Institut in Rom. Er war ein universitärer Schüler von Emil Werunsky (1850–1942) und forschte vor allem über mittelalterliche Geschichte Böhmens. Er war Archivar am k. k. Statthaltereiarchiv und später im Archiv des Tschechoslowakischen Innenministeriums in Prag. 1929 wurde er zum Obersektionsrat des tschechoslowakischen Archiv- und Bibliotheksdienstes und stellvertretenden Leiter des Archivs befördert.
1933 wurde er zum außerordentlichen Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Deutschen Universität in Prag berufen. Als Archivar, Mediävist und Historiker stand er zwischen Deutschen und Tschechen.
Verheiratet war er mit Else Stradal, der ältesten Tochter des Direktors der Aussig-Teplitzer Eisenbahn. Am Ende des Krieges wurden beide nach Theresienstadt verschleppt, wo sie den Tod fanden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pirchan, Gustav |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechoslowakischer Archivar und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 3. Februar 1881 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 22. Juli 1945 |
| STERBEORT | Terezín |