Gustav Tretzel (* 24. März 1834 in Sulzbach-Rosenberg in Oberfranken; † 25. Mai 1915 in Ansbach in Mittelfranken) war ein deutscher Offizier und Mitglied der bayerischen Kammer der Abgeordneten.
Gustav Tretzel besuchte die Königlich-bayrische Studienanstalt in Nürnberg und entschied sich für eine Laufbahn in der Bayerischen Armee. Er kam zur Kavallerie und wurde 1853 Leutnant in einem Chevauleger-Regiment. Am 5. Juli 1866 wurde er Rittmeister und stand im Deutschen Bruderkrieg 1866 mit dem Regiment als Teil des VII. Armeekorps des Deutschen Bundes unter Führung des Prinzen Karl von Bayern an der Seite Österreichs im Kampf um die Vorherrschaft gegen die Preußische Armee. Im Mainfeldzug versuchten die bayerischen Truppen den preußischen Vorstoß aufzuhalten. Dieses misslang und Preußen gewann die Oberhand mit dem Ergebnis, dass die Bayerische Armee rechtlich eigenständig blieb, jedoch organisatorisch in die preußische Armee eingegliedert wurde. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 führte er als Major das 1. Chevaulegers-Regiment „Kaiser Nikolaus II. von Rußland“ und nahm mit seiner Einheit an der Schlacht bei Weißenburg, der Schlacht bei Wörth und der Schlacht von Sedan sowie an der Belagerung von Paris teil.
Tretzel war politisch aktiv und gehörte zu den Nationalliberalen. 1887 erhielt er ein Mandat für die Kammer der Abgeordneten, die neben der Kammer der Reichsräte der Krone Bayerns den Bayerischen Landtag bildete. Er wurde gewählt im Wahlkreis Weiden und blieb bis 1892 in dem Parlament.
Nach 1871 gehörte Tretzel auch zu den Unterstützern des Germanischen Museums in Nürnberg.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tretzel, Gustav |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier, Mitglied des Bayerischen Landtags (Liberal) |
| GEBURTSDATUM | 24. März 1834 |
| GEBURTSORT | Sulzbach-Rosenberg |
| STERBEDATUM | 24. Mai 1915 |
| STERBEORT | Ansbach |