Guy Auguste André Saunier, häufig auch unter dem Pseudonym Michel Saunier (griechisch Γκυ Σωνιέ oder griechisch Μισέλ Σωνιέ, * 9. Februar 1934 in Marseille; † 3. September 2025 in Nizza) war ein französischer Neogräzist.
Nach dem Besuch des Lycée Thiers in Marseille und dem Studium der Klassischen Philologie an der Sorbonne und der Neogräzistik am INALCO, das er 1968 mit einer thèse zu griechischen Hochzeitsliedern abschloss, war Saunier wissenschaftlicher Mitarbeiter des CNRS. 1975 wurde er mit einer Dissertation zum Thema der Ungerechtigkeit im griechischen Volkslied promoviert. Von 1984 bis 2003 war er Professor für neugriechische Philologie und Leiter des Institut Néo-Hellénique der Sorbonne.
2005 erhielt er das Ehrendoktorat der Aristoteles-Universität Thessaloniki.
Zu seinen Schülern zählen Michel Lassithiotakis und Emmanuelle Moser-Karagiannis.
Sauniers Forschungen reichten vom griechischen Volkslied, darunter dem Moirologion, und der spätmittelalterlichen Literatur bis hin zu Alexandros Papadiamantis, Melpo Axioti und Nikos Kavvadias, den Hyperrealisten, der Generation der 30er Jahre, insbesondere zu Andreas Embirikos, und aktueller neugriechischer Literatur. Unter dem Pseudonym Michel Saunier legte er zahlreiche Übersetzungen griechischer Autoren ins Französische vor.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Saunier, Guy |
| ALTERNATIVNAMEN | Saunier, Guy Auguste André (vollständiger Name); Saunier, Michel (Pseudonym); Σωνιέ, Γκυ (griechisch); Σωνιέ, Μισέλ (griechisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Neogräzist |
| GEBURTSDATUM | 9. Februar 1934 |
| GEBURTSORT | Marseille |
| STERBEDATUM | 3. September 2025 |
| STERBEORT | Nizza |