Gyula Kristó

Gyula Kristó

Gyula Kristó (* 11. Juli 1939 in Orosháza; † 24. Januar 2004 in Szeged; ungarisch: Kristó Gyula) war ein ungarischer Historiker und ein Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Mit 101 veröffentlichten Monographien und fast 600 Aufsätzen gehört Kristó zu den produktivsten ungarischen Historikern. Sein Werk umfasst verschiedene Gegenstandsbereiche der ungarischen Geschichte von der Frühzeit bis zur Schlacht bei Mohács.

Leben

Gyula Kristós Eltern waren János Kristó, Maurer der Kreisbaugesellschaft Csongrád, und Veronika Rostás. Nach der Schulzeit, zunächst in Orosháza, studierte Kristó zwischen 1957 und 1962 an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der József Attila Universität in Szeged. Hier erhielt er 1962 sein Diplom in ungarischer Geschichte und 1969 in lateinischer Sprache. Kristó lehrte während seiner gesamten Laufbahn an der Universität in Szeged (1962 bis 1963 war er allerdings Lehrer am Radnóti Miklós Gymnasium in Szeged), seit 1978 als Professor. Er war von 1982 bis 1985 Rektor der Universität und Dekan der Philosophischen Fakultät von 1987 bis 1989. Seit 1992 war er auch Leiter der von ihm maßgeblich geprägten „Szegeder Mittelalterwerkstatt“. Von 1985 bis 1995 war er Mitglied im Vorstand der Ungarischen Historischen Gesellschaft. 1998 wurde Kristó korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. In seinen Werken setzt sich Kristó mit Themenstellungen aus den verschiedensten Bereichen wie Gesellschaft, Militär, Besiedlungs-, Institutionengeschichte auseinander. Sein Blick geht dabei von der Frühzeit der ethnischen Ungarn (Magyaren) bis zum Beginn der frühen Neuzeit, mit einem Schwerpunkt auf der Zeit der Arpaden.

Preise und Auszeichnungen

Kristó wurde 1998 zum Ehrendoktor der Universität Pécs.
2002 wurde er Ehrenbürger von Szeged, wo er ohne Unterbrechung seit 1957 lebte.

Nach Gyula Kristó ist die Kristó Gyula-Stiftung in Szeged benannt, die den Kristó Gyula-Preis für Doktorarbeiten im Bereich der mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen ungarischen Geschichte vergibt.
Anschrift der Stiftung (2019): Kristó Gyula Alapítvány Kuratóriuma, SZTE Történeti Segédtudományok Tanszék. 6722 Szeged, Egyetem u. 2. III. em.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Commons: Gyula Kristó – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Klappentext des Verlages in Gyula Kristó: Nichtungarische Völker im mittelalterlichen Ungarn. Gabriele Schäfer Verlag. Herne 2008, ISBN 978-3-933337-61-0.
  2. ↑ Siehe http://nevpont.hu/view/6813
  3. ↑ So bei Tamás Nótári, siehe Quellen
  4. ↑ Vgl. http://nevpont.hu/view/6813
  5. ↑ nevpont.hu
  6. ↑ Siehe Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 17. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Tamás Nótári schreibt, dass Kristó die Arpadenzeit besonders am Herzen gelegen habe „szívéhez ugyan az Árpádok kora állott legközelebb“
  8. ↑ Nach Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 17. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ Vgl. http://arts.u-szeged.hu/hirek/osztondijak-palyazatok/2019-evi-kristo-gyula
Personendaten
NAME Kristó, Gyula
ALTERNATIVNAMEN Kristó Gyula, Gyula Kristo
KURZBESCHREIBUNG ungarischer Historiker
GEBURTSDATUM 11. Juli 1939
GEBURTSORT Orosháza
STERBEDATUM 24. Januar 2004
STERBEORT Szeged