HSG Nienburg

HSG Nienburg
Voller Name Handballspielgemeinschaft Nienburg
Gegründet1. Juli 2003
Halle Meerbachhalle, Nienburg/Weser
Liga Oberliga Süd
2025/26
Rang 13. Platz (Regionalliga Niedersachsen)
Websitehsg-nienburg.de
Größte Erfolge
NationalOberligameister der Männer 2015 und 2022
Teilnahme an der 3. Liga 2022/23

Die HSG Nienburg ist eine Handball-Spielgemeinschaft aus Nienburg/Weser in Niedersachsen. Sie wurde am 1. Juli 2003 als Jugendspielgemeinschaft dreier Nienburger Vereine gegründet und 2007 auf den Seniorenhandball erweitert. Ihr gehören sechs rechtlich selbstständige Stammvereine aus Nienburg und dem Landkreis Nienburg/Weser an. Die erste Männermannschaft spielte in der Saison 2022/23 in der 3. Liga und tritt seit der Saison 2026/27 in der Oberliga Männer Süd an.

Geschichte

Die Entstehung der HSG Nienburg steht im Zusammenhang mit der Entwicklung mehrerer örtlicher Turn- und Sportvereine, deren Handballabteilungen sich im Laufe der Zeit der Spielgemeinschaft anschlossen. Am 1. Juli 2003 gründeten die Handballabteilungen der Holtorfer Sportvereinigung, des SCB Langendamm und des ASC Nienburg die Jugendspielgemeinschaft Nienburg. Zum 1. Juli 2004 kam der SV Heemsen hinzu. Am 1. Juli 2006 folgte die Jugendgemeinschaft Oyle. Mit Wirkung vom 1. Juli 2007 wurde die Zusammenarbeit auf den Seniorenbereich der beteiligten Vereine ausgedehnt. Aus der Jugendspielgemeinschaft wurde die heutige Handballspielgemeinschaft. Im Jahr 2006 wurde der eigenständige Förderverein Freunde der HSG Nienburg e. V. gegründet. Vier Jahre später entstand die Sport & Event Marketinggesellschaft UG. Am 1. Juli 2013 trat der SV Erichshagen bei und gleichzeitig schied das Gründungsmitglied ASC Nienburg aus. Mit dem Anschluss des SV Aue Liebenau am 1. April 2017 erreichte die HSG ihre heutige Zusammensetzung aus sechs Stammvereinen.

Holtorfer Sportvereinigung

Die Ursprünge der Holtorfer Sportvereinigung reichen bis zum im Herbst 1903 gegründeten Männerturnverein Holtorf zurück. Aufgrund politischer Differenzen spalteten sich 1907 die bürgerlich orientierten Mitglieder ab und gründeten den Turnverein Germania Holtorf. Der MTV trat 1921 dem Arbeiter-Turn- und Sportbund bei. Nach der Machtergreifung wurde er 1933 im Zuge der nationalsozialistischen Unterdrückung des Arbeitersports zur Selbstauflösung gezwungen. Der TV Germania bestand während des Zweiten Weltkriegs weiter und wurde Anfang 1946 infolge alliierter Bestimmungen aufgelöst. Bereits im November 1945 hatten frühere MTV-Funktionäre die Gründung der Holtorfer Sportvereinigung initiiert, an der sich Turner aus beiden zuvor getrennten Lagern beteiligten. 1974 wurde Holtorf ein Ortsteil von Nienburg. Die Handballabteilung der Holtorfer Sportvereinigung gehörte 2003 zu den drei Gründungspartnern der HSG Nienburg.

SCB Langendamm

Der Sport-Club Bergheide Langendamm wurde 1948 gegründet. Seine Handballabteilung entstand in den frühen 1970er-Jahren. Mitte der 1980er-Jahre verfügte sie zeitweise über drei Männer- und zwei Frauenmannschaften. 1974 wurde Langendamm ebenfalls ein Ortsteil von Nienburg. Der SCB war 2003 Gründungsmitglied der HSG Nienburg.

ASC Nienburg

Die Geschichte des Handballsports beim ASC Nienburg reicht über dessen Vorgängerorganisation ATSV Nienburg bis in das Jahr 1949 zurück. Bereits ab 1940 wurde beim MTV Nienburg Handball gespielt. Der ASC Nienburg gehörte 2003 zu den drei Gründungsvereinen der damaligen Jugendspielgemeinschaft. Zum 1. Juli 2013 schied er aus der HSG aus, nachdem seine Handballabteilung aufgelöst worden war.

SV Heemsen

Der SV Heemsen wurde 1971 gegründet. Die Handballabteilung schloss sich zum 1. Juli 2004 der damaligen Jugendspielgemeinschaft Nienburg an.

Jugendgemeinschaft Oyle

Die Jugendgemeinschaft Oyle wurde 1953 gegründet. In den folgenden Jahren entwickelte sich dort ein eigener Handballbetrieb. Der Verein trat zum 1. Juli 2006 der Jugendspielgemeinschaft Nienburg bei.

SV Erichshagen

Die Sportgeschichte Erichshagens reicht bis zur Gründung des Turnvereins Waldesgrün im Jahr 1906 zurück. Im Jahr 1946 entstand aus dem Zusammenschluss örtlicher Vereine der Sport- und Bildungsverein Erichshagen, in dem zunächst vor allem Fußball betrieben wurde. Die heutige Sportvereinigung Erichshagen wurde am 25. Januar 1974 ins Leben gerufen. Handball zählte neben verschiedenen Turn- und weiteren Sportangeboten zu den ursprünglichen Abteilungen. Bereits Anfang 1975 vereinbarten die Sportvereinigung Erichshagen und die Holtorfer Sportvereinigung eine Zusammenarbeit, bei der beide Vereine ihre Eigenständigkeit behielten. Die Sportvereinigung Erichshagen wurde zum 1. Juli 2013 Mitglied der HSG Nienburg.

SV Aue Liebenau

Der SV Aue Liebenau wurde 1919 gegründet. Im Jahr 1981 gelang der ersten Männermannschaft der Aufstieg in die Oberliga Niedersachsen. Auch die Frauenmannschaft trat überregional in Erscheinung. In der Saison 2010/11 nahm der SV Aue Liebenau am DHB-Pokal der Frauen teil und unterlag in der ersten Hauptrunde dem TSV Burgdorf. Der SV Aue Liebenau trat der HSG Nienburg am 1. April 2017 als sechster Stammverein bei.

Sportliche Entwicklung

Die HSG Nienburg nimmt mit Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften am organisierten Handballspielbetrieb teil. In der Saison 2026/27 spielt die erste Männermannschaft in der Oberliga Männer Süd, die zweite in der Landesliga und die dritte in der Regionsliga. Die erste Frauenmannschaft tritt in der Landesliga an; zwei weitere Frauenmannschaften spielen auf Regionsebene. Darüber hinaus bestehen männliche und weibliche Jugendmannschaften in unterschiedlichen Alters- und Leistungsklassen. Die erste Männermannschaft wird auch als Meerbachspatzen bezeichnet.

Männermannschaft

Die erste Männermannschaft entwickelte sich nach der Einbeziehung des Seniorenhandballs schrittweise in höhere Spielklassen. In der Saison 2008/09 gewann sie die Landesliga Hannover und stieg in die Verbandsliga Niedersachsen auf. In der folgenden Saison 2009/10 erreichte die Mannschaft den nächsten Aufstieg und wechselte als Verbandsligameister in die Oberliga Niedersachsen. Ihren ersten Oberliga-Meistertitel gewann die HSG in der Saison 2014/15. Auf den damit möglichen Aufstieg in die 3. Liga verzichtete sie jedoch aufgrund sportlicher und wirtschaftlicher Risiken. In der Saison 2021/22 wurde die HSG Meister der Oberliga Nordsee und stieg erstmals in die 3. Liga auf. In der Saison 2022/23 spielte die Mannschaft in der Staffel Nord, konnte die Klasse jedoch nicht halten. Am letzten Spieltag, an dem die HSG noch rechnerische Chancen auf den Klassenverbleib hatte, erreichte sie gegen den DHK Flensborg ein 30:30 und stieg als Tabellenletzter direkt wieder ab. Die Spielzeit 2023/24 beendete die erste Männermannschaft auf dem fünften Platz der Oberliga Niedersachsen. Damit qualifizierte sie sich für die zur Saison 2024/25 neu geschaffene Regionalliga Niedersachsen. Nach zwei Spielzeiten in dieser Liga folgte 2025/26 der Abstieg. Seit der Saison 2026/27 tritt die erste Männermannschaft in der Oberliga Männer Süd an.

Jugendhandball

Auch die Jugendmannschaften der HSG erreichten überregionale Spielklassen und Meisterschaftswettbewerbe. Die weibliche B-Jugend gewann 2017 die Oberliga-Endrunde und qualifizierte sich für die Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft. Die Mannschaft wurde bei der Sportlerwahl für das Sportjahr 2017 im Landkreis Nienburg auf Platz 2 gewählt. In der Saison 2018/19 nahm die weibliche A-Jugend an der Jugend-Bundesliga teil. Sie wurde vom Deutschen Handballbund gemeinsam mit dem Frankfurter HC und dem Buxtehuder SV in die Gruppe 8 eingeteilt und verlor alle vier Spiele.

Spielstätten

Zu den Spielstätten der HSG Nienburg gehören die Meerbachhalle und die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen in Nienburg, die Sporthalle des Schulzentrums in Marklohe, die Sporthalle in Holtorf sowie die Sporthalle der St.-Laurentius-Schule in Liebenau.

Erfolge

Männer

Jugend

Ehemalige Spielerinnen und Spieler

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 HSG Nienburg: Vereinsgeschichte, abgerufen am 14. Oktober 2026.
  2. 1 2 3 Handballverband Niedersachsen-Bremen: Vereinsregister HSG Nienburg, Vereinsnummer 599, abgerufen am 14. Oktober 2026.
  3. 1 2 3 4 5 HSG Nienburg: Historie der ersten Männermannschaft, abgerufen am 14. Oktober 2026.
  4. ↑ Ernst Siedenberg: Aus zwei Turnvereinen wird eine Sportvereinigung. Die Entwicklung des ländlichen Turn- und Sportgeschehens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts am Beispiel Holtorf. In: Jahrbuch 2003. Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte, Hoya 2003, ISBN 3-932423-19-4, S. 59–73, insbesondere S. 60–61, 65–66 und 70–71. Digitalisat.
  5. ↑ SCB Langendamm: Handball – Zweites Treffen der „Handball-Oldies“, Vereinswebsite, abgerufen am 14. Oktober 2026.
  6. ↑ Benjamin Gleue: Nach 64 Jahren ist Schluss. Die Handball-Sparte des ASC Nienburg löst sich auf. In: Die Harke am Sonntag, 20. Januar 2013, S. 29.
  7. ↑ Deutscher Turner-Bund: Vereinsjubiläen 2021, Abschnitt zu den 50-jährigen Vereinsjubiläen.
  8. ↑ Jugendgemeinschaft Oyle: Chronik, Vereinswebsite.
  9. ↑ Handballverband Niedersachsen-Bremen: Vereinsregister JG Oyle.
  10. ↑ Sportvereinigung Erichshagen: Unsere Geschichte, abgerufen am 14. Oktober 2026.
  11. ↑ SV Aue Liebenau: Informationen zur Handballabteilung; ergänzend: Handball-Archiv des SV Aue Liebenau: Meisterschaft und Aufstieg in die Oberliga 1981, Nienburg Online.
  12. ↑ Stephan Müller: Deutsche Hallenhandball-Meisterschaften der Frauen, Wettbewerbsübersicht 2010/11, S. 111, Abschnitt „DHB-Pokal“, Stand: 8. September 2026.
  13. 1 2 Handballverband Niedersachsen-Bremen: Mannschaften und Ligeneinteilung der HSG Nienburg, Saison 2026/27, abgerufen am 14. Oktober 2026.
  14. ↑ Prestige-Erfolg für HG. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 17. Mai 2015. Online.
  15. ↑ Helge Nußbaum: Ein Punkt zu wenig – die HSG steigt ab. In: Die Harke, 3. April 2023, S. 21. Digitalisat.
  16. 1 2 Regionalliga für die HSG. In: Die Harke, Jahresrückblick 2024, veröffentlicht am 9. Januar 2025, S. 19. Digitalisat.
  17. ↑ Die Harke: Sportlerwahl 2017 – Mannschaften, Eintrag zur HSG Nienburg.
  18. ↑ Matthias Braun: FHC trifft auf Buxtehude und Nienburg. Frankfurter Handball Club, 18. Juni 2018.
  19. ↑ Die Harke: Bundesliga in Nienburg. In: Jahresrückblick 2018, S. 71. Digitalisat.