| HSV Fußball AG & Co. KGaA | |
|---|---|
| Rechtsform | AG & Co. KGaA |
| Gründung | 27. Juni 1991 (als HSV Sport AG) |
| Sitz | Hamburg |
| Leitung | HSV Fußball Management AG, diese vertreten durch:
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| Mitarbeiterzahl | Ø 316 (2024/2025) |
| Umsatz | 126,5 Mio. Euro (2024/2025) |
| Branche | Fußball |
| Website | hsv.de |
| Stand: 30. Juni 2025 | |
Die HSV Fußball AG & Co. KGaA (ehemals HSV Sport AG und HSV Fußball AG) ist eine AG & Co. KGaA mit Sitz in Hamburg, deren Aktien mehrheitlich vom Hamburger Sport-Verein e. V. sowie von mehreren externen Aktionären gehalten werden. Sie betreibt die professionelle Fußballabteilung und die Jugendabteilungen ab der U16 des HSV. Seit dem 1. Juli 2025 gehört auch die erste Frauenmannschaft zur Gesellschaft. Ihre Aktien werden nicht an der Börse gehandelt. Die zur Geschäftsführung berechtigte Komplementärin ist die HSV Fußball Management AG, deren Aktien vollständig vom Hamburger Sport-Verein e. V. gehalten werden.
Die Gesellschaft wurde am 27. Juni 1991 vom damaligen HSV-Präsidenten Jürgen Hunke unter dem Namen „HSV Sport Aktiengesellschaft“ (ab 2009 „HSV Sport AG“) gegründet und war bis zum Rechtsformwechsel unter der Nummer HRB 47576 im Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg eingetragen. Ziel war es, dem HSV durch den Verkauf von 36.000 Aktien zu 1.000 DM 36 Mio. DM zu beschaffen, was aber misslang und nicht umgesetzt wurde. Sie erfüllte eine Holding-Funktion für die Tochter- und Beteiligungsunternehmen des Hamburger SV und war operativ nicht tätig.
Veranlasst durch eine finanzielle und sportliche Krise stimmten im Rahmen des Reformmodells „HSVPlus“ am 25. Mai 2014 86,9 % der Mitglieder des Hamburger SV e. V. für eine Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die HSV Sport AG. Die HSV Sport AG wurde in die HSV Fußball AG umbenannt und zum 7. Juli 2014 operativ tätig.
Im September 2016 platzierte die HSV Fußball AG ein Schuldscheindarlehen über 40 Millionen Euro am Kapitalmarkt. Es hatte eine Laufzeit bis 2026 und wurde mit 5 Prozent pro Jahr verzinst. Davon flossen 25 Millionen Euro an Klaus-Michael Kühne zurück, der der AG zuvor diesen Betrag zur Ablösung des Stadionkredites geliehen hatte. Mit der restlichen Summe sollten Investitionen in den HSV-Campus und das Volksparkstadion finanziert werden.
Im März 2024 stimmte die Mitgliederversammlung des Hamburger SV e. V. für einen Rechtsformwechsel in eine AG & Co. KGaA. Ein Antrag, weitere Kapitalerhöhungen bis zu einer Absenkung des Anteils des Hamburger SV e. V. auf 50 Prozent zu ermöglichen, verpasste allerdings die erforderliche Mehrheit. Im Februar 2025 stimmte auch die Hauptversammlung der HSV Fußball AG für den Rechtsformwechsel. Als zur Geschäftsführung berechtigte und voll haftende Komplementärin wurde die HSV Fußball Management AG gegründet, deren Aktien vollständig vom Hamburger SV e. V. gehalten werden. Mit der Eintragung in das Handelsregister am 1. April 2025 wurde der Formwechsel zur HSV Fußball AG & Co. KGaA wirksam.
Auf der Mitgliederversammlung am 21. Juni 2025 wurde die Satzung erneut geändert. Seitdem können in den Geschäftsjahren 2025/26 bis 2027/28 jeweils bis zu 623.599 neue Aktien ausgegeben werden, insgesamt bis zu 1.870.797 Aktien. Eine darüber hinausgehende Absenkung des Anteils des Hamburger SV e. V. auf unter 50 Prozent bedarf weiterhin der Zustimmung der Mitgliederversammlung.
Das Grundkapital wurde im Rahmen der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung durch die Ausgabe von 400.000 junger Aktien um 400.000 Euro von 3,1 auf 3,5 Mio. Euro erhöht. Der Vorstand ist (unter Zustimmung des Aufsichtsrats) ermächtigt, das Grundkapital für höchstens 5 Jahre nach Eintragung der Satzungsänderung (erfolgt am 7. Juli 2014) durch Ausgabe neuer Namensaktien zum Nennbetrag von 1,00 Euro (Nennwertaktien) gegen Sach- oder Bareinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens in Höhe von 1.750.000 Euro zu erhöhen (sog. genehmigtes Kapital). Nach 5 Kapitalerhöhungen aus dem genehmigten Kapital im Jahr 2015 (zuletzt am 25. November 2015) betrug das Grundkapital 4.086.322 Euro. Bis zu 24,9 Prozent der Anteile konnten an strategische Partner verkauft werden, ab einem Verkauf von 25 Prozent musste die Mitgliederversammlung des e. V. befragt werden. Gemäß der 50+1-Regel blieb der e. V. Mehrheitsaktionär. Zunächst wurden die Aktien vollständig vom Hamburger SV e. V. gehalten.
Am 22. Januar 2015 erwarb Klaus-Michael Kühne für 18,75 Mio. Euro 7,5 Prozent der Anteile an der AG. Am 20. März 2015 erwarb Helmut Bohnhorst für 4 Mio. Euro 1,5 Prozent der Anteile. Noch im selben Jahr erwarb der im Mai 2016 verstorbene Unternehmer Alexander Margaritoff für 3,8 Mio. Euro weitere 0,79 Prozent der AG-Anteile. Im Februar 2016 erwarben die Brüder Gerhard, Heino und Maik Burmeister gemeinsam mit ihrem Vater Ernst Burmeister, der im September bei einem Raubüberfall getötet wurde, für 4,03 Mio. Euro 1,5 Prozent der Anteile. Zudem wurde ein älteres Darlehen von Klaus-Michael Kühne in Höhe von 9,25 Mio. Euro in weitere 3,5 Prozent Anteile umgewandelt, wodurch er nun insgesamt 11 Prozent der Anteile an der AG besaß.
Ende April 2017 erklärte Kühne, um die Lizenz für die erste und zweite Bundesliga zu sichern, im Zuge einer Kapitalerhöhung um 312.500 Aktien, weitere Anteile an der AG zu übernehmen, sodass sein Anteil seither 17 Prozent betrug und sich der prozentuale Anteil der übrigen Aktionäre am Grundkapital entsprechend anpasste. Im November 2017 wurde bekannt, dass Kühne weitere Aktien erworben habe, sodass sein Anteil seither 20,6 Prozent betrug.
Ende Dezember 2020 zeichnete die AMPri Handelsgesellschaft aus Winsen (Luhe) im Rahmen einer Kapitalerhöhung 31.250 Aktien, was einen Anteil von 0,68 Prozent bedeutete.
Ende 2021 verkaufte Kühne 5,11 Prozent seiner Anteile an die CaLeJo GmbH des Medizinunternehmers Thomas Wüstefeld.
Im März 2022 zeichnete die AMPri Handelsgesellschaft die letzten 35.068 Aktien des genehmigten Kapitals, womit ihr Anteil auf 1,42 Prozent stieg. Das Grundkapital betrug seither 4.660.452,00 Euro, das in ebenso viele Aktien eingeteilt war. Der Anteil des e. V. belief sich auf rund 75,10 Prozent.
Im Dezember 2023 stimmte die Hauptversammlung der Übertragung der von der CaLeJo GmbH gehaltenen Anteile auf die HanseMerkur Holding AG zu.
Im Juni 2023 hatte die Kühne Holding AG eine Wandelschuldverschreibung über 30 Millionen Euro gezeichnet. Nach dem Rechtsformwechsel wurde das Darlehen in Eigenkapital umgewandelt. Durch die damit verbundene Kapitalerhöhung stieg das Grundkapital auf 5.129.202 Euro.
Im Juni 2025 erwarb die Sparda-Bank Hamburg von der Kühne Holding AG rund 7,5 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG & Co. KGaA.
Am 5. Mai 2026 wurde die HSV Supporters Trust eG gegründet. Die Genossenschaft soll unter anderem die gemeinschaftliche Beteiligung von Mitgliedern und Anhängern an der HSV Fußball AG & Co. KGaA ermöglichen. Zum Start verfügte sie über ein Gründungskapital von rund 1,5 Millionen Euro.
Im September 2026 wurde bekannt, dass die Kühne Holding weitere 4,5 Prozent der Anteile an die neu gegründete Hanse & Raute GmbH veräußert hatte. Die Kühne Holding hielt zuvor rund 13,5 Prozent und nach der Transaktion weniger als zehn Prozent, blieb aber zweitgrößter externer Gesellschafter.
Seit dem Rechtsformwechsel besitzt die HSV Fußball AG & Co. KGaA keinen eigenen Vorstand. Die Geschäftsführung obliegt der persönlich haftenden Gesellschafterin HSV Fußball Management AG. Deren Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt ihre Anzahl.
Der aktuelle Vorstand besteht aus:
Krüger übernahm das Sportressort zum 1. Juli 2026 und verantwortet den Männer- und Frauenfußball sowie die Nachwuchsentwicklung. Ihr Vorgänger Stefan Kuntz schied zum 31. Dezember 2025 aus dem Vorstand aus.
Seit dem Rechtsformwechsel bestehen zwei Aufsichtsräte. Der Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG überwacht deren Vorstand und ist unter anderem für dessen Bestellung zuständig. Der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG & Co. KGaA überwacht die Tätigkeit der Management AG als persönlich haftende Gesellschafterin.
Dem Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG gehören an:
Der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG & Co. KGaA bestand nach dem Rechtsformwechsel zunächst aus:
Mit dem Einstieg der Sparda-Bank Hamburg im Juni 2025 wurde der Aufsichtsrat auf fünf Mitglieder erweitert; der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Hamburg, Stephan Liesegang, wurde als weiteres Mitglied aufgenommen.
Aufgeführt sind die Vorstandsvorsitzenden der früheren HSV Fußball AG seit der Ausgliederung. Seit dem 28. März 2020 gab es keinen Vorstandsvorsitzenden mehr.
Vorstandsvorsitzende
Nach der Freistellung Hoffmanns führten Frank Wettstein und Jonas Boldt die Gesellschaft als gleichberechtigte Vorstände. Später waren Wettstein beziehungsweise Boldt zeitweise alleinige Vorstände; sie waren jedoch nicht Vorstandsvorsitzende.
Aufsichtsratsvorsitzende der früheren HSV Fußball AG
Seit dem Rechtsformwechsel 2025 ist Papenfuß Vorsitzender sowohl des Aufsichtsrats der HSV Fußball Management AG als auch des Aufsichtsrats der HSV Fußball AG & Co. KGaA.
Die HSV Fußball AG hatte fünf Tochtergesellschaften. Zu 99 Prozent hielt die HSV Fußball AG die HSV Stadion HSV Vermögensverwaltungs-GmbH & Co. KG, die Eigentümerin des Volksparkstadions war. Den übrigen Prozentanteil hielt die Sportfive GmbH & Co. KG treuhänderisch bis 2020. Grund dafür war, dass Sportfive dem Hamburger SV beim Umbau des Stadions ein Darlehen in Höhe von 24,25 Millionen Mark gab und eine Mietgarantie abgab. Ihre Komplementärin war die HSV-Vermögensverwaltungs GmbH, an der Sportfive ebenfalls treuhänderisch mit einem Prozent beteiligt war.
Die Betreiberin des Volksparkstadions war die HSV-Arena GmbH & Co. KG, die u. a. auch für das Ticketing, Sponsoring und Merchandising zuständig und eine hundertprozentige Tochter der HSV Fußball AG war. An ihrer Komplementärin, der HSV-Arena Verwaltungs GmbH, war Sportfive zudem mit 25 Prozent beteiligt.
Die Gesellschaften wurden im März 2016 aus dem Handelsregister gelöscht und mit der HSV Fußball AG verschmolzen.
Die einzige Tochtergesellschaft ist die HSV-Campus gGmbH, an der die HSV Fußball AG & Co. KGaA zu 74,9 Prozent beteiligt ist. Die gemeinnützige GmbH ist die Eigentümerin des HSV-Campus und vermietet diesen an die HSV Fußball AG & Co. KGaA. Die übrigen 25,1 Prozent hält Alexander Otto. Alle Überschüsse kommen gemeinnützigen Sportprojekten zugute.
Darüber hinaus hält die HSV Fußball AG & Co. KGaA 10 Prozent an der Athleticum am Volkspark GmbH. Die übrigen Anteile halten die Ambulanzzentrum des UKE GmbH, die Philips GmbH und die CTP.BIZ GmbH.
Die folgende Liste enthält die Konzernabschlüsse der HSV Fußball AG beziehungsweise der HSV Fußball AG & Co. KGaA samt ihren Tochtergesellschaften seit der Ausgliederung der Profifußballabteilung. Das Geschäftsjahr des Konzerns beginnt jeweils am 1. Juli und endet am 30. Juni des Folgejahres und entspricht somit einer Fußballsaison.
| Geschäftsjahr | Umsatz1 | Jahresergebnis1,2 | Verbindlichkeiten1 | Platz Liga3 (geplant/erreicht) | Runde Pokal3 (geplant/erreicht) | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2013/14* | 92,0 Mio. | – 6,6 Mio. | 90,5 Mio. | 6/16 | Achtelfinale/Viertelfinale | |
| 2014/15 | 128,1 Mio. | – 16,9 Mio. | 89,1 Mio. | 10/16 | 2. Runde/2. Runde | |
| 2015/16 | 123,0 Mio. | – 0,2 Mio. | 75,1 Mio. | 12/10 | –/1. Runde | |
| 2016/17 | 122,1 Mio. | – 13,4 Mio. | 105,5 Mio. | 10/14 | Achtelfinale/Viertelfinale | |
| 2017/18 | 133,6 Mio. | – 5,8 Mio. | 85,5 Mio. | 12/17 | –/1. Runde | |
| 2018/19 | 126,0 Mio. | – 8,0 Mio. | 91,2 Mio. | –/Halbfinale | ||
| 2019/20 | 95,7 Mio. | – 6,7 Mio. | 74,2 Mio. | –/2. Runde | ||
| 2020/21 | 55,8 Mio. | – 4,7 Mio. | 69,4 Mio. | –/1. Runde | ||
| 2021/22 | 99,0 Mio. | 1,0 Mio. | 54,1 Mio. | –/Halbfinale | ||
| 2022/23 | 113,8 Mio. | 7,8 Mio. | 75,2 Mio. | –/2. Runde | ||
| 2023/24 | 123,1 Mio. | 2,1 Mio. | 77,0 Mio. | –/Achtelfinale | ||
| 2024/25 | 126,5 Mio. | 4,4 Mio. | 50,1 Mio. | –/2 | –/2. Runde |
* Da die Ausgliederung wirtschaftlich zum 1. Januar 2014 erfolgte, ist die Vergleichbarkeit des Geschäftsjahres 2013/2014 nur eingeschränkt möglich.
1 Angaben in Euro, gerundet auf eine Nachkommastelle
2 Jahresergebnis nach Steuern
3 Siehe dazu den Prognosebericht im Konzernabschluss bzw. im Konzernlagebericht des Vorjahres.