Der Haarbuschdrongo (Dicrurus hottentottus, Syn.: Corvus hottentottus), auch Glanzspitzendrongo genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Drongos.
Der Haarbuschdrongo ist 24 bis 32cm groß, die Oberseite ist glänzend blauschwarz, glitzernd, der Kopf ist schwarz, der lange, deutlich nach unten gebogene Schnabel ist grau, die Iris ist braun. Die Unterseite ist gern etwas weniger dunkel, bläulich, die Krallen sind schwarz. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Der lange Schwanz ist leicht gegabelt mit aufwärts gedrehten Ecken. Statt eines Halsbandes hat er lange haarartig wirkende Federn und eine haarartige, schwarze Haube.
Jungvögel sind bräunlich und weniger glänzend.
Stimme
Der Ruf des Männchens wird als sehr variabel, lärmend während der Brutzeit beschrieben, zahlreiche Vogelstimmen können nachgeahmt werden.
D. h. brevirostris (Cabanis, 1851) – China (Südlich von Hebei und Jiangsu), Norden von Myanmar, Laos und Vietnam; als Wintergast in ganz Indochina, Thailand und Myanmar
D. h. viridinitens (Salvadori, 1895) – Mentawai-Inseln, kleiner als Sumatradrongo (Dicrurus sumatranus), aber längerer und geringer gegabelter Schwanz, deutlicher grünlicher Glanz
D. h. borneensis (Sharpe, 1879) – englischBornean Blue Drongo – Borneo
D. h. faberiHoogerwerf, 1962 – Panaitan und Inseln der Bucht von Jakarta, in Westjava
D. h. jentincki (Vorderman, 1893) – englischJavan Drongo – Java, Bali, Masalembu-Inseln und Kangeaninseln; enthält D. h. termeuleni (Finsch, FHO, 1907) – Jakarta Bay, nicht unterscheidbar
D. h. leucopsWallace, 1865 – englischWhite-eyed Drongo – Sulawesi und angrenzende Archipele, Matasiriinsel
Von IOC & AviList wird D. h. termeuleni als eigene Unterart betrachtet.
Die vormalige Unterart D. h. palawanensisTweeddale, 1878 – englischPalawan Drongo – Westen der Philippinen (Busuanga, Culion, Palawan, Balabac und Cagayan Sulu) wird jetzt als eigenständige Art Palawandrongo (Dicrurus palawanensis) geführt mit der bisherigen Unterart D. h. cuyensis (McGregor, 1903) – englischCuyo Drongo – Philippines (Caluya, Cuyo) als Unterart D. palawanensis cuyensis.
Die von Avibase und IOC World Bird List vormalig geführten Unterarten Dicrurus hottentottus striatusTweeddale, 1877: Südliche Philippinen (Basilan, Mindanao und Palapag) und Dicrurus hottentottus samarensisVaurie, 1947: Philippinen (Bohol, Leyte, Panaon, Samar und Calicoan-Insel)
werden als eigenständige Art Dicrurus striatus mit der Unterart D. s. samarensis angesehen.
Lebensweise
Die Nahrung besteht aus großen Insekten und Nektar von Bombax-Arten und Korallenbaum Blüten. Der Drongo tritt einzeln oder als Paar auf, bildet auch kleine Jagdgemeinschaften.
Die Brutzeit liegt zwischen April bis Juni im Norden, bis Juli in Südostasien, März bis April im Süden. Das Nest ist ein typisches Drongonest: eine flache gepolsterte Vertiefung auf dem Ende eines horizontalen Astes. Meist werden 3–4 creme- bis lachsfarbene, rötlich kleingefleckte Eier gelegt. Beide Geschlechter beteiligen sich an der Aufzucht.
Gefährdungssituation
Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
123456G. Rocamora, J. del Hoyo, N. Collar, D. Yeatman-Berthelot, D. A. Christie und G. M. Kirwan: Hair-crested Drongo (Dicrurus hottentottus), version 1.1. In: N. D. Sly (Herausgeber): Birds of the World. 2023, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicrurus hottentottus
12R. Grimmett, T. Inskipp: Birds of Northern India. Helm Field Guides, 2017, ISBN 978-0-7136-5167-6
1234S. Ali: The Book of Indian Birds. Bombay Natural History Society, Oxford university Press, 13. Aufl. 2002, ISBN 978-0-19-566523-9
↑A. T. Salvadori: Dicruropsis viridinitens. In: Annali del Museo Civico di Storia Naturale di Genova, Band 13, S.593, 1895, Biodiversity Library
↑F. H. O. Finsch: Chibia ter Meuleni. In: Journal für Ornithologie , Band, Nummer 2, S.302, 1907, Biodiversity Library
↑S. B. Shakya, M. Irham, M. L. Brady, T. Haryoko, Y. S. Fitriana, O. Johnson, M. A. Rahman, N. J. Robi, R. G. Moyle, D. M. Prawiradilaga und F. H. Sheldon: Observations on the relationships of some Sundaic passerine taxa (Aves: Passeriformes) previously unavailable for molecular phylogenetic study. In: Journal of Ornithology, Band 161, S.651–664, 2020, PDF