| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 47° 41′ N, 9° 19′ O | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Bodenseekreis | |
| Höhe: | 393 m ü. NHN | |
| Fläche: | 2,94 km² | |
| Einwohner: | 1388 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 472 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88709 | |
| Vorwahl: | 07532 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FN, TT, ÜB | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 35 018 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Im Hof 5 88709 Hagnau am Bodensee | |
| Website: | www.hagnau.de | |
| Bürgermeister: | Volker Frede (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Hagnau am Bodensee im Bodenseekreis | ||
Hagnau am Bodensee ist eine Gemeinde im Bodenseekreis in Baden-Württemberg. Sie hieß zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch Hangnau.

Hagnau liegt am Nordufer des Bodensees zwischen Meersburg und Friedrichshafen.
Oberhalb des Ortes liegt der Hügel Wilhelmshöhe (473 m), ein beliebter Aussichtspunkt.

Bereits während der späten Bronzezeit 1050 v. Chr. war die Seeufersiedlung Hagnau-Burg besiedelt. 1986 fand man hier die bislang älteste Holz-Flöte Europas. Im Überlinger Museum befindet sich eine römische Öllampe, die in Hagnau gefunden wurde. Vom Burgstall Hagnau bestehen keine Überreste mehr.
Ende des 6./Anfang des 7. Jahrhunderts gehörte Hagnau zum Gebiet des Alamannenherzogs Gunzo. Im Jahr 1010 schenkten die Welfen das Gebiet der Benediktinerabtei Altdorf. Hagnau wurde erstmals am 24. Januar 1152 in einer Urkunde Papst Eugens III. erwähnt. Im Jahr 1436 verkaufte der Weingartner Abt Hagnau an Überlingen. Die Pest forderte im Jahr 1514 in fast jedem Haus in Hagnau Tote. Im Jahr 1650 wurde Hagnau von Überlingen an das Kloster Einsiedeln verkauft. Einsiedeln verkaufte Hagnau 1693 an die Benediktinerabtei Weingarten. Sie wurde 1803 säkularisiert, und, im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses, dem Haus Nassau-Dillenburg zugeteilt. In Umsetzung der Rheinbundakte wurde Hagnau 1806 badisch.
Im Jahr 1817 herrschte in Hagnau große Hungersnot. Das Hochwasser des Bodensees überschwemmte die Keller und fußhoch die Straßen des Unterdorfs von Hagnau. Im Jahr 1830 gab es eine Seegfrörne, und die Hagnauer trugen in der Eisprozession die Büste des Heiligen Johannes von Münsterlingen nach Hagnau. Im Jahr 1880 gab es wieder eine Seegfrörne ohne Eisprozession (erst 1963 gab es sie wieder, und die Johannesbüste wurde wieder nach Münsterlingen gebracht). 1882 sank der Bodenseepegel so stark, dass der Felsen „Die Burg“ trocken lag. Im Herbst 1891 überschwemmte wieder das Hochwasser des Bodensees das Unterdorf.
An die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges erinnert an der Südseite der Pfarrkirche ein Kriegerdenkmal mit den Namen der Gefallenen und Vermissten.
Am 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Überlingen aufgelöst, wodurch Hagnau zum neugebildeten Bodenseekreis gelangte.
Am 3. Oktober 2015 wurde ein Baumdenkmal für die Deutsche Einheit im Uferpark beim Strandweg gepflanzt.
Hagnau hat sich mit der Stadt Meersburg und den Gemeinden Daisendorf, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.
Im Oktober 2015 wurde der Jurist Volker Frede im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Simon Blümcke gewählt, der von 2003 bis 2015 amtierte. Frede trat das Amt am 15. Dezember 2015 an und wurde im Oktober 2023 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Das Wahlergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 ist in nebenstehendem Diagramm dargestellt. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6 %. Daraus ergab sich folgende Sitzverteilung:
| Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorne in Blau ein mit der Krümme zur Spaltung gewendeter goldener (gelber) Abtsstab, hinten in Silber (Weiß) an grünem Rebzweig mit zwei grünen Blättern eine blaue Traube.“ | |
| Wappenbegründung: Die Weinbaugemeinde führte im 19. Jahrhundert eine Traube als Siegelbild, doch wurde letztere gegen Ende des 19. Jahrhunderts vorübergehend von der nicht begründeten naturalistischen Darstellung eines ruhenden Löwen abgelöst, die in einem Schild erschien. Am 2. Juli 1963 verlieh das Innenministerium Wappen und Flagge an die Gemeinde. Der Abtsstab erinnert an die historischen Beziehungen der Gemeinde zu zahlreichen geistlichen Herrschaften und Besitzern, vorab zum Kloster Weingarten, das hier schon 1270 eine eigene Verwaltung besaß. Dieses Kloster konnte 1693 die Orts- und Grundherrschaft wie auch die landeshoheitlichen Rechte an sich bringen. Der Rebzweig mit der Traube bezieht sich auf den Weinbau. |

Hagnau unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu den drei gegenüber am Südufer des Bodensees gelegenen Schweizer Gemeinden:
Hagnaus Geschichte ist untrennbar mit dem Weinbau verbunden. Der Ort ist bekannt durch seine ausgedehnten Weinanbaugebiete. Die Winzergenossenschaft, der Winzerverein Hagnau eG, ist die älteste in Baden und die größte am Bodensee, sowohl nach Mitgliedern (97 Winzer aus 52 Winzerfamilien) als auch nach Hektar Rebland (170 Hektar Anbaufläche). Mittlerweile haben sich viele Winzer mit dem Tourismus ein zweites Standbein geschaffen. Der Winzerverein wurde im Jahr 1881 vom Volksschriftsteller und damaligen Pfarrer der Gemeinde, Heinrich Hansjakob, in wirtschaftlicher Notzeit gegründet. Der Weinbau wird „kontrolliert umweltschonend“ und ertragsreduziert betrieben.
Im höher gelegenen Hinterland wird Bodensee-Obst (z. B. Äpfel und Zwetschgen) angebaut. In der Gemeinde Hagnau gibt es auch heute noch viele Kleinbrenner.
An mehreren Stellen im Ort kann frischer oder geräucherter Bodenseefisch gekauft werden. Auch die Restaurants bieten vielerlei Fischgerichte an. Bis vorerst Ende 2026 wurde in der Region ein Felchenfangverbot ausgesprochen, um den Bestand der bekannten Bodenseefelchen zu sichern. Im Ort gibt es auch heute noch Berufsfischer, deren Fischerboote in den Hagnauer Häfen beheimatet sind.
Eine intakte Dorfstruktur mit regem Vereinsleben und vielen Veranstaltungen wie auch die direkte Lage am Bodensee ergänzt durch einen Hafen, machen Hagnau zu einem beliebten Urlaubsort. Spazierwege entlang des Bodenseeufers nach Immenstaad und Meersburg und ein gutes Radwegenetz laden zum Aktiv sein ein.
Das Dorf liegt an der Bundesstraße 31, etwa 13 Kilometer westlich von Friedrichshafen.
Es ist tagsüber viertelstündlich per Bus auf der Strecke Friedrichshafen–Immenstaad–Hagnau–Meersburg–Überlingen erreichbar; Busverbindungen werden abgedeckt durch den Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo). Die nächsten Bahnhöfe für den Fernverkehr liegen in Friedrichshafen, Überlingen und Konstanz, der nächste Flughafen in Friedrichshafen.
Hagnau ist ab Ostern bis Oktober auch mehrmals täglich per Schiff zu erreichen (Linie Konstanz–Bregenz der Bodensee-Schiffsbetriebe).
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württemberg ist Hagnau über Meersburg und Unteruhldingen mit Überlingen und in der anderen Richtung über Immenstaad mit Friedrichshafen verbunden.
Als direkt am See liegende Gemeinde ist Hagnau auch Station des Bodensee-Radwegs und des Bodensee-Rundwegs. Der Bodensee-Radweg ist auf der Nordseite des Sees auch ein Teil der D-Route 8 (Rhein-Route).



Die Pfarrkirche St. Johann Baptist umfasst die wichtigsten Stile der letzten acht Jahrhunderte: Der Turm ist romanisch, der Chor gotisch, das Kirchenschiff barock – und die originelle Bemalung der Decke und des Chorbogens ist von 1980. Im Kirchhof sind eine Kapelle mit einer Statue des St. Wendelin und eine mit der Nachbildung der Lourdesgrotte.
Aus der Klosterzeit gibt es noch sechs ehemalige Klosterhöfe.
Diese Skulptur aus Bronze auf Steinsockel steht in der Ortsmitte. Sie ist zusammengesetzt aus kleinen Figuren und wurde vom Bildhauer Gerold Jäggle geschaffen. Dargestellt sind Szenen, die Heinrich Hansjakob in seinem Buch Schneeballen vom Bodensee über Hagnau festgehalten hat. Die Spitze der Skulptur ist Hansjakob und seinem Sakristan gewidmet. In den Ebenen darunter werden Bewohner, Trachten, Bauten und Plätze, Fischer und die Eisprozession bei der Seegfrörne dargestellt.
Der Uferpark wird begrenzt durch die Straßen Im Hof, Strandweg und das Ufer des Bodensees. Der Park wird jahreszeitlich passend mit reicher Flora bepflanzt. Im Uferpark befinden sich der Alte Torkel, die Drei Bäume für die Einheit Deutschlands, ein weiteres Denkmal für Hansjakob sowie der kleine Osthafen.
Zu Feiertagen oder Feierlichkeiten tragen alteingesessene Hagnauerinnen ihre Trachten mit der filigranen, goldfarbenen Trachtenhaube.
Im Hagnauer Museum im Rathaus von Hagnau gibt es Steinwerkzeug und bronzezeitliche Sammlungen von der Pfahlbausiedlung Hagnau, eine Dokumentation zu den Seegfrörne von 1573 bis 1963, eine Zusammenstellung zu Leben und Werk von Heinrich Hansjakob, Tuschebilder vom Maler Julius Heinrich Bissier und Gemälde des Hagnauer Malers Reinhard Sebastian Zimmermann. Das Museum wird gefördert durch das deutsche Literaturarchiv Marbach.
Im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ist die älteste Holz-Flöte Europas von Hagnau-Burg (1050 v. Chr.) ausgestellt.
Mit dem Kleinen Museum hat Hagnau ein weiteres Museum. Die private Sammlung umfasst Puppen, Puppenstuben, Küchen, Läden und andere Spielsachen von 1830 bis 1920.
Das Jahr beginnt mit Veranstaltungen im Rahmen der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Danach laden die Winzer im April oder Mai jährlich wechselnd zu den Hagnauer Weintagen oder dem Obst- und Weinwanderwegsfest ein. An Christi Himmelfahrt wird das Brunnenfest gefeiert. Es erinnert an die Einweihung des Eulenbrunnens durch den Narrenverein Eule am Ende des 20. Jahrhunderts. An Pfingsten werden Liebhaber der klassischen Musik zum Pfingsmusikfestival eingeladen. An Fronleichnam folgt das Häfelefest, direkt am See, im Juni ein weiteres Sinfoniekonzert, im Juli und August werden das Sommer- und das Hagnauer Weinfest gefeiert. Im Juli werden beim Hagnauer Seekino an der Badestelle openair aktuelle Filme direkt am Bodenseeufen gezeigt. Alle 3 bis 4 Jahre werden Gäste im September beim Fischer- und Winzerfest kulinarisch verwöhnt. Den Abschluss der Feste bildet dann im Oktober das Erntedank- und Pfarrfest. Im Dezember wird das musikalische Jahr mit dem Adventskonzert der Musikkapelle und dem klassischen Silvesterkonzert beendet.
Daneben gibt es das regelmäßige wöchentliche Veranstaltungsprogramm für die Touristen während der Sommersaison (Weinproben, Spaziergänge, Abendkonzerte und das Sonntagskonzert, Kutterfahrten und geführte Radtouren).
Prominenter Bewohner Hagnaus war der Volkserzähler und Bürgerrechtler Heinrich Hansjakob (1837–1916), der hier ab 1869 Gemeindepfarrer war und am 20. Oktober 1881 den Hagnauer Winzerverein gründete. Eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus, das lebensgroße Denkmal Hansjakobs mit dem typischen Heckerhut an der Nordseite und ein Gedenkstein an der Südseite des Rathauses erinnern an seine Verdienste.
Der Künstler Julius Bissier zog im Jahr 1939 mit seiner Ehefrau Lisbeth Bissier von Freiburg im Breisgau nach Hagnau. Dort entwickelte er seine einzigartige Bild- und Formsprache. Im Jahr 1961 zog er nach Ascona in die Schweiz, wo er 1965 starb.
Alle hier genannten Persönlichkeiten werden im neugestalteten (2010) Hagnauer Museum gewürdigt und dargestellt.