Haim-Munk-Syndrom

Klassifikation nach ICD-10
Q82.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen der Haut
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Haim-Munk-Syndrom (HMS) ist ein sehr seltenes angeborenes Fehlbildungssyndrom mit einer Kombination von Veränderungen an Haut, Zahnhalteapparat, Nägeln, am Skelett mit Spinnenfingrigkeit.

Synonyme sind: Keratosis palmoplantaris - Parodontopathie – Onychogryposis; Keratosis palmoplantaris diffusa mit Periodontopathie und Onychogrypose; Palmoplantarhyperkeratose - Parodontopathie – Onychogryposis; Palmoplantarhyperkeratose - Parodontopathie – Onychogryposis; Cochin Jewish Disorder

Die Bezeichnung bezieht sich auf die Autoren der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1965 durch den Israelischen Dermatologen Salim Haim und den Radiologen J. Munk.

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über weniger als 100 Betroffene berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv. Bei den meisten Patienten handelt es sich um Nachkommen weniger blutsverwandter Familien aus Kochi.

Ursache

Der Erkrankung liegen Mutationen im CTSC-Gen auf Chromosom 11 Genort q14.2 zugrunde, welches für das Cathepsin C kodiert. Mutationen in diesem Gen liegen auch dem Papillon-Lefèvre-Syndrom und der Juvenilen Parodontitis zugrunde.

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus der Kombination klinischer und radiologischer Befunde (der Fingerdeformitäten) und kann durch den Nachweis der Mutation gesichert werden.

Differentialdiagnosen

Abzugrenzen sind unter anderem das Papillon-Lefèvre-Syndrom und die Juvenilen Parodontitis.

Therapie

Die Behandlung der Hautveränderungen erfolgt mit Keratolytika. Die Parodontitis spricht meist nicht gut auf Behandlung an. Eventuell kommt eine Entfernung der Milchzähne mit oraler Antibiotikagabe und professioneller Zahnreinigung infrage.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Eintrag zu Haim-Munk-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)
  2. ↑ T. C. Hart, P. S. Hart, M. D. Michalec, Y. Zhang, E. Firatli, T. E. Van Dyke, A. Stabholz, A. Zlotogorski, L. Shapira, W. A. Soskolne, A. Zlorogorski: Haim-Munk syndrome and Papillon-Lefèvre syndrome are allelic mutations in cathepsin C. In: Journal of Medical Genetics. Band 37, Nummer 2, Februar 2000, S. 88–94, doi:10.1136/jmg.37.2.88, PMID 10662807, PMC 1734521 (freier Volltext).
  3. 1 2 3 4 Altmeyers Enzyklopädie
  4. ↑ S. Haim, J. Munk: Keratosis palmo-plantaris congenita, with periodontosis, arachnodactyly and peculiar deformity of the terminal phalanges . In: The British journal of dermatology. Band 77, Januar 1965, S. 42–54, doi:10.1111/j.1365-2133.1965.tb14565.x, PMID 14252683.
  5. ↑ Haim-Munk syndrome. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)