| Halber Schlag | |
|---|---|
| Typ | Grundform |
| Anwendung | Befestigen des Tampen |
| Ashley-Nr. | 48, 50, 1662, 1026, 1717, 1780 |
| Englisch | Half Hitch |
| Liste der Knoten | |
Ein Halber Schlag oder Halbschlag ist eine Grundform in der Knotenkunde, bei der üblicherweise das Arbeitsende durch Zug auf die eigene stehende Part gegen einen anderen Körper gedrückt wird. Es gibt Ausnahmen, wie zum Beispiel beim Webeleinenstek, bei dem der erste halbe Schlag nicht von der stehenden Part bekniffen wird.







Der Begriff Schlag (Hitch in Englisch, Stek in Holländisch und Schwedisch, Stik in Norwegisch und Dänisch und auch Stich im Deutschen) wird sehr uneinheitlich verwendet, so dass sich keine einheitliche Definition finden lässt, trotz Anstrengungen einiger Autoren um Klärung. Der Begriff wird sowohl zur Beschreibung des Verlaufs des Seils als auch der Funktion dieser Seilform verwendet. Im weitesten Sinn ist mit Schlag eine Richtungsänderung des Seils gemeint, z. B. auch wenn man eine Bucht schlägt.
Das Gleiche gilt auch für den Halben Schlag.
Die „Internationale Knotengilde“ (International Guild of Knot Tyers, IGKT) hat ein Glossar erstellt, das einen Überblick über die unterschiedlichen Verwendungen des Begriffs gibt.
Der erste Halbe Schlag des Webeleinenstek weicht von dieser Regel ab, da hier das Arbeitsende über der stehenden Part verläuft. Gesichert wird Webeleinenstek daher allein durch den zweiten Halben Schlag, der die übliche Form hat.
Der Webeleinenstek kann auch als zwei ganze Schläge angesehen werden. Ein ganzer Schlag allein verwendet, hält nicht sicher als ein funktionierender ganzer Knoten, was möglicherweise (so schreibt es die IGKT in ihrem Glossar) die traditionelle Bezeichnung halb erklärt, auch wenn es im Grunde teilweise ganze Schläge sind.
Trotzdem ist der Halbe Schlag eine sehr wichtige Grundform beim Knüpfen, da Halbe Schläge mit anderen Grundformen kombiniert werden. Zum Beispiel kommt der Druck, der auf die Bucht bei einem Schotstek ausgeübt wird, von der Struktur eines Halben Schlages, indem der Bund der um die Arme der Bucht ausgeübt wird, Druck auf die stehende Part des Halben Schlages ausübt.
Ein Halber Schlag ist so definiert, dass die stehende Part über das Arbeitsende läuft und es einklemmt, solange Zug auf der stehenden Part ist. In Ausnahmefällen kann es auch andersherum sein.
Um die verschiedenen Knotenformen unterscheiden zu können, ist es sinnvoll, statt nur von einem Halben Schlag zu sprechen, die Struktur des Halben Schlages zu beschreiben, wie ein „halber Schlag um einen Pfosten“, „halber Schlag um das sich kreuzende Seil“, ein „halber Schlag um die Arme einer Bucht“ oder ein „halber Schlag um die stehende Part“, oder „einen Törn um einen Pfosten und einen halben Schlag um das stehende Ende“.
Würde man an beiden Seilenden gleichzeitig in entgegengesetzter vertikaler Richtung ziehen, erhielte man einen Törn. Würde man den Gegenstand aus dem Halben Schlag herausziehen, erhielte man ein Auge. Würde man dann weiterziehen, würde sich das Auge auflösen.
Der Unterschied zu oben ist, dass die Leine einen Törn um einen Gegenstand macht und der Halbe Schlag nicht um den Gegenstand, sondern um die eigene Leine gemacht wird.
Man steckt das Arbeitsende, mit dem man vorher einen „Halben Schlag“ um einen Gegenstand gemacht hat, durch das entstandene Auge, genauer den Halben Schlag hindurch. Damit hat man einen „Törn“ um einen Gegenstand und einen „Halben Schlag“ um die eigene Leine gemacht, der aber auch nur Halber Schlag genannt wird.
Würde man nun an beiden Seilenden gleichzeitig ziehen, erhielte man einen Bindeknoten, den Halben Knoten. Würde man die Stange herausziehen, und an beiden Seilenden ziehen, erhielte man einen Stopperknoten, den Überhandknoten. Siehe dazu auch unten den Unterschied zwischen Überhandknoten, Halber Knoten und diesem Halben Schlag.

Es gibt zwei Richtungen, in die man einen Törn um einen Gegenstand schlagen kann. Um die Richtung zu benennen, kann man die Korkenzieherregel (auch Rechte-Daumen-Regel genannt) benutzen.
Die Gängigkeit des Halben Schlages ist absolut, d. h., sie ist unabhängig davon, ob man entlang der Achse von oben oder von unten auf den Halben Schlag blickt.

Die Feuerwehren legen einen Halben Schlag um Balken oder andere lange Gegenstände, die hochgezogen oder abgelassen werden müssen, um diese besser führen zu können und sie am unkontrollierten Umherschlagen zu hindern.

In der Regel wird er zusammen mit einem Mastwurf oder einer Doppelschlinge benutzt, die der eigentlichen Befestigung des Gerätes dienen.
Auch beim Zusammenkuppeln einer Saugleitung wird ein Halber Schlag benutzt. Vor dem Anbringen des Saugschlauches wird diese mittels Zimmermannsstich (auch Zimmermannsschlag) oder Mastwurf mit Spierenstich befestigt. Anschließend wird sie mit Halbschlägen an jedem Saugschlauch, beziehungsweise an den Kupplungen angebracht. Mit der durchgehend an der Saugleitung durch Halbschläge befestigten Leine ist diese besser handhabbar.
Auf dem Bau und von Zimmerleuten werden Balken unten mit dem Zimmermannsschlag befestigt, und oben mit einem oder mehreren „Halben Schlägen um den Balken“ gesichert, und können so mit einem Seil senkrecht hochgezogen werden.

Eine Leine kann auch auf der Winsch mit einem Halben Schlag belegt werden. Dazu wird das lose Ende unter dem festen Ende als Bucht durchgezogen und diese als halber Schlag über die Winsch gestülpt. Es entsteht dann eine Art „Stopperstek“. Dasselbe geht auch mit einer Ankerkette am Kettenpoller.
Mit der Großschot oder einer Hilfsleine kann das aufgetuchte Segel am Großbaum festgezurrt werden. Dazu knüpft man mehrere halbe Schläge um Segel und Baum. „Halbe Schläge“ um das aufgetuchte Segel kann man benutzen, um ein Segel an einer Spiere anzuschlagen. Geoffrey Budworth nennt dies mit einer anderen Knüpfweise Augen-Zurring, z. B um Teppiche oder Plastikrohre mit einer Serie einfacher Augen zusammenzubinden. Dadurch müssen aber die Augen über den Gegenstand geschoben werden können. Der Marlschlag (Törns um das Segeltuch und Halbe Schläge um die stehende Part der Leine) ist aber vorzuziehen. Er wird verwendet, um Schmarting am stehenden Rigg zu befestigen.
