| Film | |
| Titel | Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers |
|---|---|
| Originaltitel | Halloween: The Curse of Michael Myers |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1995 |
| Länge |
|
| Altersfreigabe |
|
| Stab | |
| Regie | Joe Chappelle |
| Drehbuch | Daniel Farrands |
| Produktion | |
| Musik | |
| Kamera | Billy Dickson |
| Schnitt | Randy Bricker |
| → Besetzung und Synchronisation | |
| Chronologie | |
Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers (Originaltitel: Halloween: The Curse of Michael Myers) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Joe Chappelle aus dem Jahr 1995 und der sechste Film der Halloween-Filmreihe. Er handelt von einer satanischen Sekte, die hinter Michael Myers’ mörderischem Treiben steckt und seine Nichte Jamie gefangen hält, die sein Kind austragen soll.
Michael Myers’ Nichte Jamie, die jahrelang in den Fängen einer Sekte lebt, bringt dort Michaels Kind zur Welt. Unter Mithilfe einer Hebamme, die zur Strafe dafür von Michael getötet wird, indem er ihren Hinterkopf in einen hervorstehenden scharfen Metallteil hoch an der Wand aufspießt, kann Jamie ihren Peinigern entkommen. Sie flieht mit dem Baby in einem gestohlenen Pick-up und wird von Michael verfolgt. Nach einem kurzen Stopp, wo sie das Kind unbemerkt verstecken kann, flieht sie weiter bis in eine alte Scheune. Hier tötet Michael Jamie, indem er sie auf einen Maisdrescher spießt, diesen anzündet und sie ausweidet.
Unterdessen wird der pensionierte Dr. Sam Loomis von seinem Bekannten Dr. Terence Wynn, dem Hauptverwalter des Smith's Grove Sanatoriums, besucht, wo Michael als Junge eingesperrt worden war. Wynn bittet Loomis, nach Smith's Grove zurückzukehren und ihn bei seinen Forschungen zu unterstützen. Zurück in Haddonfield, lebt Tommy Doyle, der früher Michael Myers’ Mordanschlag überlebt hatte. Seitdem er Michael als Kind gesehen hat, ist Tommy besessen davon, die Wahrheit über ihn und seine Motive herauszufinden. Er entdeckt Jamies Baby in einer Busstation und nimmt es in seine Obhut. Tommy bringt das Kind in ein Krankenhaus und trifft dort auf Dr. Loomis. Nachdem die Leiche von Jamie gefunden wurde, sind beide davon überzeugt, dass Michael nach Haddonfield zurückgekehrt ist. Tommy berichtet Dr. Loomis von Familie Strode, die heute im Haus von Myers lebt. Die Familie ist entfernt mit Michael verwandt und seiner Meinung nach in Gefahr. Er verabredet sich mit Dr. Loomis zum Abend, um näher darüber zu reden und verlässt mit dem Baby die Klinik. Er bringt das Kind zu sich nach Hause und gibt ihm den Namen Steven.
Michael betritt derweil „sein“ Haus und tötet dort Debra Strode mit einer Axt und versteckt sie im Keller. Als ihr sechsjähriger Enkel Danny nach Hause kommt und niemanden antrifft, gesellt sich Tommy mit dem Baby zu ihm. Nachdem Dannys Mutter Kara dazukommt, ist sie zunächst empört über den fremden Mann im Haus. Tommy outet sich schnell als besorgter Nachbar und berichtet Kara, was es mit diesem Haus auf sich hat und dass sie mit dem Gebäude ein tödliches Erbe angetreten haben. Er nimmt sie mit zu sich hinüber und enthüllt ihnen, dass er glaubt, dass Michael mit Thorn, einem uralten Druidenfluch, infiziert wurde. Vor langer Zeit musste ein Kind aus jedem Stamm, das den Fluch von Thorn tragen sollte, seine nächsten Angehörigen in der Nacht von Samhain oder Halloween opfern, um so den ganzen Stamm zu retten. Tommy glaubt, dass Steven Michaels letztes Opfer sein wird.
Während Tommy nach Dr. Loomis Ausschau hält, enthüllt Tommys Haushälterin gegenüber Kara, dass sie in der Nacht, in der Michael seine Schwester getötet hat, dort als Kindermädchen im Haus war. Michael hätte eine Stimme gehört, die ihn angewiesen hätte, seine Familie umzubringen und nun behauptet sie, dass auch Danny diese Stimme hören würde. Inzwischen tötet Michael Radioreporter Barry Simms, Karas Vater, ihren Bruder Tim und Tims Freundin Beth. Kara versucht Beth noch von Tommys Wohnung aus anzurufen, um sie zu warnen, doch es ist bereits zu spät.
Nachdem Tommy mit Dr. Loomis nach Hause gekommen ist, müssen sie erkennen, dass Dr. Terence Wynn hier auf sie wartet und offensichtlich seine eigenen Ziele verfolgt. Zusammen mit einigen Helfern hat er sie überwältigt und kurzzeitig betäubt. Kara, Danny, Steven und Michael hat er nach Smith's Grove entführt. Dort stellt Dr. Loomis Wynn zur Rede und dieser offenbart, dass er sich auf Genforschung spezialisiert hat. Mit Jamies Baby könnte er seinen eigenen „Michael“ erstellen und „das Böse“ kontrollieren. Tommy ist derweil auf der Suche nach Kara und den Kindern. Als er Kara findet und befreien will, muss er vor Michael fliehen. Er kann ihn kurzzeitig außer Gefecht setzen und sucht nun mit Kara nach Danny und Steven. Beide entdecken sie in einem Untersuchungsraum und fliehen mit ihnen, als Michael gerade damit beschäftigt ist, Wynns Chirurgen-Team abzuschlachten. Auf ihrer Flucht durch die langen Klinikgänge bleibt Michael ihnen auf den Fersen. Tommy stellt sich ihm und injiziert ihm eine ätzende Flüssigkeit in der Hoffnung, ihn damit töten zu können und schlägt ihn mit einem Bleirohr bewusstlos. Mitten in diesem Handgemenge treffen sie Dr. Loomis wieder, der ihnen hilft, aus dem Krankenhaus zu fliehen. Loomis selber weigert sich jedoch, mit Tommy, Kara und den Kindern mitzukommen, da er „noch etwas zu erledigen“ hätte.
Nach 6 Jahren Pause veröffentlichte Moustapha Akkad einen weiteren Film der Halloween-Reihe. Im Vorfeld erhielt der Film einige Arbeitstitel wie Halloween 6, Halloween 666 und The Origin of Michael Myers. Nachdem Halloween V – Die Rache des Michael Myers an den Kinokassen wenig erfolgreich war, versuchte man erneut, der Handlung eine neue Richtung zu geben.
Trotz seines fortgeschrittenen Alters konnte man Donald Pleasence erneut verpflichten, doch noch während der Dreharbeiten verstarb Donald Pleasence, weswegen man das Projekt einstellen wollte. Da Miramax Films sich aber gerade die Rechte an der Halloween-Reihe gesichert und bereits viel Geld in den Film investiert hatte, wurde das Projekt weiterverfolgt. Das komplette Drehbuch wurde umgeschrieben und auf die bereits gedrehten Szenen mit Donald Pleasence zugeschnitten. Später widmete man Pleasence den Film. Die beschriebenen Schwierigkeiten begründen auch die Entstehung des begehrten Halloween 666 Producer′s Cut.
Die Dreharbeiten fanden im Winter 1994/95 an verschiedenen Orten im US-Bundesstaat Utah statt, darunter Salt Lake City, Midvale und Ogden. Während der Produktion wurde das Filmteam von einem unerwartet frühen Wintereinbruch mit starkem Schneefall überrascht. Dadurch wurde der Dreh erschwert und mehrere ursprünglich im Freien geplante Szenen mussten kurzfristig in Innenräume verlegt werden.
Die deutsche Synchronisation entstand bei den Video + Sound Studios in Berlin. Dialogbuch und Dialogregie übernahm Hans-Jürgen Wolf.
| Rolle | Schauspieler | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Dr. Sam Loomis | Donald Pleasence | Hans Teuscher |
| Tommy Doyle | Paul Rudd | Markus Hoffmann |
| Kara Strode | Marianne Hagan | Irina von Bentheim |
| Dr. Wynn | Mitchell Ryan | Friedrich Georg Beckhaus |
| Debra Strode | Kim Darby | Monica Bielenstein |
| Michael Myers | George P. Wilbur | stumm |
| John Strode | Bradford English | Jürgen Kluckert |
| Tim Strode | Keith Bogart | Björn Schalla |
| Beth | Mariah O’Brien | |
| Barry Simms | Leo Geter | Hans-Jürgen Wolf |
| Jamie Lloyd | J. C. Brandy | |
| Danny Strode | Devin Gardner | Konrad Bösherz |
| Mary | Susan Swift | |
| Mrs. Blankenship | Janice Knickrehm | Barbara Ratthey |
| Dr. Bonham | Alan Echeverria |
In den USA lief der Film mehrere Wochen in den Kino-Top 10; insgesamt spielte er rund 15 Millionen US-Dollar ein. In Deutschland durfte er aufgrund der Freigabe ab 18 erst ab 22 Uhr im Kino gezeigt werden. Der Film lief in etwa 10 Prozent der deutschen Kinos für einen Zeitraum von etwa zwei Wochen mit einer Vorstellung am Tag.
Der VHS- und DVD-Verkauf lief schleppend, so dass die Produktion der DVD wieder eingestellt wurde.
Die FSK-18-Version wurde indiziert auf Liste A der jugendgefährdenden Medien, was ein Verbot der öffentlichen Werbung zur Folge hatte. 2015 wurde eine Neubewertung der BPjM durchgeführt, die feststellte, dass der Film nach §131 (Gewaltverherrlichung) relevant sei. Erst ab 2026 war der Film nicht mehr indiziert, nachdem eine Listenstreichung erfolgreich beantragt wurde.
Im „Producer′s Cut“ gibt es ein alternatives Ende (das ursprünglich vorgesehene Ende). In diesem kehrt Loomis zurück, um nachzusehen, ob Michael Myers wirklich tot ist. Als er dem Körper die Maske abnimmt, erkennt er, dass es nicht Michael ist. Daraufhin entdeckt er auf seinem Arm das gleiche Symbol, das auch Michael auf seinem Arm hat, und schreit er auf. Man sieht den echten Michael, der das Haus verlässt. Dieses Cliffhanger-Ende kann man so interpretieren, dass eine Fortführung in einem siebten Teil folgen sollte, in dem gezeigt worden wäre, was es mit dem Zeichen auf sich hat. Da Donald Pleasence verstarb, war dies nicht möglich. So verzichtete man auf das ursprüngliche Ende und ersetzte es durch eine geschnittene Schlusssequenz, in der Loomis ins Haus geht, um nach Michael zu sehen, und der Zuschauer von außen seinen Schrei hört, was den Anschein hat, dass Loomis ermordet wird.
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 8 % |
| Metacritic (Metascore) | 10/100 |
| Filmtipps.at | |
| TV Spielfilm | 👎 |
Das Lexikon des internationalen Films wertete: „Konfuser, langatmiger Aufguss des altbekannten ‚Halloween‘-Stoffes mit einer Vielzahl von Nebenfiguren und -geschichten, der nur in wenigen Momenten an die Qualitäten des Originals von John Carpenter erinnert.“
TV-Spielfilm kritisiert, der sechste Teil des Klassikers langweile mit stupiden Metzeleien und sei weit weg von John Carpenters Original.
Filmkritiker James Berardinelli kritisierte, der Film lasse sogar Teil 5 wie ein Meisterwerk erscheinen. Trotz hohem Gore-Faktor gebe es kaum Grusel, da Haddonfield und seine Figuren ohne Persönlichkeit seien. Sogar Alan Howarths Titelmusik klinge blechern und leer. Es sei traurig, dass ausgerechnet dieser "Schund" den letzten Leinwandauftritt des "einst großartigen" britischen Schauspielers darstelle.
In ihrem Buch The Films of the Nineties von 2001 beschreiben Robert und Gwendolyn Nowlan den Film hingegen als „atmosphärischen und spannenden Thriller“.
John Kenneth Muir schreibt in seinem Buch Horror Films of the 1990s von 2011, dass der Film eine gut gemeinte Fortsetzung sei, die so sehr bemüht sei, Fragen zu beantworten, Details auszufüllen und die Mythologie zu bereichern, dass sie vergesse, überzeugende Charaktere zu erzählen.
Filmtipps.at befindet, dass Halloween VI zwar kein besonders guter Halloween-Film, aber auch nicht wirklich schlecht sei. Die Handlung, die man aus Teil 5 weiterführen musste, sei einerseits Quatsch, doch andererseits rasant inszeniert und mit guten Effekten versehen. Insgesamt bekomme man einen soliden Slasher, der teilweise spannend und atmosphärisch sei und sich im Mittelfeld der Halloween-Filmreihe platziere.
Einige Fans und Filmkritiker argumentieren, dass der Producer’s Cut die bessere Version des Films sei. Die Horrorwebsite Bloody Disgusting bezeichnet den Producer’s Cut dank der Darstellung von Dr. Loomis als den besseren Film. Screen Rant merkt an, dass die Handlung um den Thorn-Kult im Producer’s Cut klarer dargestellt werde und dass das Finale den Kult in einen besseren Zusammenhang stelle.