Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg

IHK Ostfriesland-Papenburg in Emden

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg ist eine von 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Ihr gehören etwa 33.000 Mitglieder an.

Geschichte

Vorgeschichte

Bereits von 1806 bestand eine kaufmännische Deputation mit dem Namen „Börsengesellschaft“ in Emden. In Leer wurde 1807 eine solche Deputation geschaffen. In der Franzosenzeit wurde 1811 in Emden eine Handelskammer (chambre de commerce) gebildet. 1813 wurde diese Kammer unter preußischer Herrschaft auch auf Aurich, Norden, Leer und Weener und das Harlingerland ausgedehnt. Die Kammer finanzierte sich durch einen Aufschlag auf die Patentsteuer der Kaufleute dieser Städte und Flecken. Diese regelung stieß außerhalb von Emden auf Widerspruch. Nach dem Übergang an das Königreich Hannover wurde die Kammer aufgelöst und verordnet, dass in Emden, Norden und Leer kaufmännische Deputationen gebildet werden sollten. In Emden wurde das Regulativ der Deputation am 1. März 1819, in Leer am 6. Dezember 1826. In Papenburg entstand eine Deputation unter dem Namen „Reederei-Kollegium“.

Handelskammer Emden

Mit der Bekanntmachung des königlichen Ministeriums des Inneren betreffend die Einrichtung von Handelskammern in den Städten Emden, Norden, Leer und Papenburg vom 4. August 1866 wurden im Königreich Hannover die Handelskammer in Norden, Leer, Papenburg und Emden errichtet. Die Handelskammer Emden war für die Stadt Emden zuständig. Sie bestand aus zehn Mitgliedern, die von den Kaufleuten des Bezirks gewählt wurden. Bei der Wahl sollte die Handelskammer für jedes neu zu wählende Mitglied drei Kandidaten vorschlagen. Der Magistrat ergänzte zwei weitere Kandidaten. Aus diesen fünf Kandidaten wählten dann die Beitragspflichtigen das neue Kammermitglied. Bei der ersten Wahl benannte die kaufmännische Deputation bzw. das Reederei-Kollegium die drei Handelskammerkandidaten. Zu den Aufgaben der Handelskammer gehörten:

Mit der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen wurde die Handelskammer Emden zu einer preußischen Handelskammer.

Die so entstandene Kammerstruktur war ungewöhnlich kleinteilig und deckte nur die Städte ab. Am 24. Februar 1870 wurde in Preußen ein neues Handelskammergesetz veröffentlicht. Im Rahmen der Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz vom 16. Juni 1871 wurde die Handelskammern in Leer, Norden und Papenburg aufgehoben und deren Kammerbezirk dem der Handelskammer Emden zugeordnet. Die größere Kammer hatte nun 21 Mitglieder.

1872 erhielt die Kammer den Namen Handelskammer Ostfriesland und Papenburg.

Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg

Durch die Notverordnung des preußischen Handelsministers vom 1. April 1924 erhielten alle Handelskammern in Preußen die Bezeichnung Industrie- und Handelskammer, entsprechend wurde aus der Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg die „Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg“.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erfolgt 1933 die „Gleichschaltung“ der Kammer und die Beseitigung der Selbstverwaltung der Wirtschaft. 1942 wurde die IHK aufgelöst und in die Gauwirtschaftskammer Weser Ems eingegliedert. Nach dem Krieg wurde die IHK neu gebildet.

Sitz und Kammerbezirk

Die IHK für Ostfriesland und Papenburg hat ihren Sitz an der Ringstraße 4 im Behördenviertel in Emden. Weitere Geschäftsstellen werden nicht unterhalten.

Zum Bezirk gehören die Landkreise Aurich, Leer, Wittmund und die kreisfreie Stadt Emden (diese bilden zusammengenommen das historische Territorium Ostfriesland) sowie die Stadt Papenburg, die wegen der maritimen Ausrichtung der Wirtschaft im Gegensatz zum restlichen Landkreis Emsland dem Kammerbezirk der IHK in Emden zugewiesen wurde. Alle Unternehmen dieser Region sind zur Mitgliedschaft in der IHK verpflichtet. Davon ausgenommen sind lediglich Handwerk und Landwirtschaft.

Organisation

Die 50-köpfige Vollversammlung, die alle fünf Jahre neu gewählt wird, ist das oberste Gremium und Beschlussorgan der IHK. Das Präsidium wird von den Mitgliedern der Vollversammlung in einer konstituierenden Sitzung gewählt. Die Wahl des aktuellen Präsidiums erfolgte am 25. Januar 2022. Die IHK für Ostfriesland und Papenburg wird gemeinsam durch den Präsidenten Theo Eilers und den Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard vertreten. Die IHK für Ostfriesland und Papenburg ist gesetzliches Mitglied in der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Geschäftsbereiche

Die IHK für Ostfriesland und Papenburg gliedert ihre Aufgaben in die sechs Geschäftsbereiche

Einzelnachweise

  1. 1 2 Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg: IHK und IHK-Bezirk. Abgerufen am 24. Oktober 2023.
  2. ↑ Georg Schow: Die Hannoverschen Handelskammern. Zusammenstellung der dieselben betreffenden Erlasse, 1866, S. 3 f., Digitalisat.
  3. ↑ Georg Schow: Die Hannoverschen Handelskammern. Zusammenstellung der dieselben betreffenden Erlasse, 1866, S. 29 f., Digitalisat.
  4. ↑ Preußisches Handelsarchiv, Nr. 24 vom 16. Juni 1871, S. 569 f., Digitalisat.
  5. ↑ https://www.ihk-emden.de/servicemarken/ueber-uns/die-ihk/historie-3395164
  6. ↑ Kurzdarstellung IHK und IHK-Bezirk. In: ihk-emden.de. Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg, abgerufen am 12. Mai 2010.
  7. ↑ Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg: Gremien. Abgerufen am 24. Oktober 2023.

Koordinaten: 53° 21′ 50″ N, 7° 12′ 7,4″ O