Hanns Hubmann

Hanns Hubmann (rechts) 1977 mit Franz Heubl
Hubmann bei einer Ausstellung Anfang 1969 mit eigenhändiger Unterschrift

Hanns Hubmann (* 21. Juni 1910 in Freden/Leine; † 8. Mai 1996 in Ulm) war ein deutscher Fotograf und Fotojournalist. Hubmann fotografierte überwiegend Ereignisse der Politik und des Sports. Von der Zeit des Nationalsozialismus bis in die späten Jahre der alten Bundesrepublik hat er die Mächtigen mit der Kamera begleitet – von Adolf Hitler bis zu Helmut Kohl.

Leben

Hubmann studierte bis 1931 Ingenieurwesen mit dem Spezialfach Papiertechnologie an der Technischen Hochschule Darmstadt. Seine ersten Aufnahmen waren eine Sportreportage bei der Studentenolympiade 1930. Er gab das Ingenieurstudium auf, studierte ab 1931 Zeitungswissenschaft an der Universität München und ließ sich parallel dazu an der bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München zum Fotografen ausbilden. Nebenbei war er vor allem für die Münchner Illustrierte tätig.

Zeit des Nationalsozialismus

Ab 1935 war Hubmann für die Berliner Illustrirte Zeitung tätig. In diesen Jahren veröffentlichte er Fotoreportagen über den spanischen Faschisten Francisco Franco und den kubanischen Diktator Fulgencio Batista. Bei der 1938/1939 ebenfalls in hoher Auflage erscheinenden Zeitschrift Der Stern fotografierte er ausgedehnte Bildsequenzen zu filmischen Dreharbeiten, Sportveranstaltungen und Theateraufführungen. Ab 1939 war er kurzfristig für die amerikanische Illustrierte Life tätig. Nach der Rückkehr nach Deutschland arbeitete er während des Krieges als Bildberichter für Propagandakompanien. Dabei leistete er den fotografischen Anteil etlicher Berichte über Konzentrationslager und Rüstungsbetriebe sowie kriegsverherrlichende Reportagen. Viele seiner Aufnahmen wurden in der in verschiedenen Sprachen publizierten NS-Propagandaillustrierten Signal veröffentlicht.

Nach 1945

Unmittelbar nach Kriegsende wurde Hubmann Cheffotograf der europäischen Ausgabe der amerikanischen Soldatenzeitschrift Stars & Stripes. 1948 war er Mitbegründer der Illustrierten Quick, von 1948 bis 1980 einer der wichtigsten Fotografen des Blattes. Er fotografierte Schauspieler wie Romy Schneider und Horst Buchholz ebenso wie den Staatsbesuch von Adenauer in der Sowjetunion 1955. Aber auch Fidel Castro oder Franz Josef Strauß im privaten Umfeld gehörten zu seinen Motiven. 1970 begleitete er Willy Brandt nach Erfurt und nach Warschau, 1980 als letzten Auftrag Helmut Kohl nach China.

1980 meinte Hubmann, er sei sein „ganzes Leben lang ein völlig unpolitischer Mensch“ gewesen und im gleichen Jahr erklärte der Journalist Raimund le Viseur in seinem Vorwort zu Hubmanns Erinnerungsschrift Augenzeuge: 1933–1945, dessen Verhalten im Zweiten Weltkrieg sei einwandfrei gewesen: „Er war dabei, aber er hat nicht ‚mitgemacht‘. Er war menschlich immer unantastbar.“

Publikationen

Literatur

Commons: Hanns Hubmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Rolf Sachsse: Die Erziehung zum Wegsehen. Fotografie im NS-Staat. Philo Fine Arts, Dresden 2003, S. 396.
  2. 1 2 Tim Tolsdorff: Von der Stern-Schnuppe zum Fix-Stern. Zwei deutsche Illustrierte und ihre gemeinsame Geschichte vor und nach 1945. Herbert von Halem Verlag, Köln 2014, S. 235.
  3. ↑ Rainer Rutz: Signal. Eine deutsche Auslandsillustrierte als Propagandainstrument im Zweiten Weltkrieg. Klartext, Essen 2007. ISBN 978-3-89861-720-8, S. 206 u. S. 233.
  4. ↑ http://www.konrad-adenauer.de/index.php?msg=336
  5. ↑ Ariane Stürmer: Fotografenlegende Hanns Hubmann. In: Spiegel Online. 21. Oktober 2008, abgerufen am 27. Januar 2024.
  6. ↑ Zitiert nach Rainer Rutz: Signal. Eine deutsche Auslandsillustrierte als Propagandainstrument im Zweiten Weltkrieg. Klartext, Essen 2007, S. 398.
Personendaten
NAME Hubmann, Hanns
KURZBESCHREIBUNG deutscher Fotograf und Fotojournalist
GEBURTSDATUM 21. Juni 1910
GEBURTSORT Freden, Leine
STERBEDATUM 8. Mai 1996
STERBEORT Ulm