Hans-Peter Jensen (* 7. November 1921 in Großdeuben bei Leipzig; † 6. März 2000 in Kiel) war ein deutscher Neurochirurg und Hochschullehrer.
Hans-Peter Jensen wurde 1921 als Sohn von Anneliese Jensen, geborener von Lackum, und des Ingenieurs Agathon Jensen geboren. Seine Familie stammte väterlicherseits aus einer Schleswig-Holsteiner Kaufmanns- und Pastorenfamilie und mütterlicherseits aus dem Rheinland. Hans-Peter Jensen legte 1939 an einer Leipziger Oberschule sein Abitur ab. Anschließend war er bis 1945 im Zweiten Weltkrieg für den Wehrdienst eingezogen. Er studierte von 1942 bis 1944 an der Universität Leipzig Medizin und von 1945 bis 1948 in Frankfurt am Main, wo er das Studium mit dem Staatsexamen abschloss. 1949 folgte in Frankfurt die Promotion zum Dr. med. mit der Dissertation Hemmende Wirkung des gonadotropen Chorionhormons auf die fettspaltenden Fermente.
Er begann 1949 seine psychiatrisch-neurologische Ausbildung bei Karl Kleist in Frankfurt am Main und wechselte 1950 in die neurochirurgische Abteilung zu Joachim Gerlach (chirurgische Klinik von Werner Wachsmuth) nach Würzburg. 1954 hospitierte er in England bei Wylie McKissock sowie im College of Osteopathy und wurde Fellow der Royal Society of Medicine. Ab 1955 war er Facharzt für Neurochirurgie. 1959 habilitierte er sich an der Universität Würzburg und begann dort seine Lehrtätigkeit. 1965 wurde er dort außerplanmäßiger Professor für Chirurgie, insbesondere Neurochirurgie. Von 1959 bis 1961 arbeitete und forschte er in Chicago auf dem Gebiet der Kinderneurochirurgie, Traumatologie, Stereotaxie und Neuroradiologie, unter anderem bei Louis V. Amador, Paul Bucy und Percival S. Bailey sowie in Montreal bei Theodore Rasmussen.
Jensen war von 1971 bis 1990 ordentlicher Professor für Neurochirurgie und Direktor der Neurochirurgischen Klinik der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel, die mit seiner Berufung eigenständig wurde. Sein Vorgänger Elmar Bues (1920–1970) leitete die neurochirurgische Abteilung noch als Teil der chirurgischen Klinik. Jensen war somit der erste Lehrstuhlinhaber für Neurochirurgie in Kiel.
Jensen war Mitbegründer verschiedener nationaler und internationaler Gesellschaften und wissenschaftlicher Zeitschriften insbesondere mit dem Schwerpunkt der pädiatrischen Neurochirurgie. 1972 wurde er Mitglied der International Society for Pediatric Neurosurgery, 1980 der American Academy of Neurological Surgeons. Ab 1953 war er bereits Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und ab 1958 der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie, deren Präsident er von 1980 bis 1982 war. Von 1983 bis 1987 war Jensen Präsident des Gesamtverbandes deutscher Nervenärzte. Zudem war er ab 1954 Mitglied der Londoner Royal Society of Medicine.
Als Autor war er an Erich Sonntags 1957 erschienenem Werk Grundriß der gesamten Chirurgie maßgeblich beteiligt. Es folgten Lehrbücher über pädiatrische Neurochirurgie und das Standardwerk „Lanz-Wachsmuth: Praktische Anatomie des Kopfes“. Parallel entstanden weitere wissenschaftliche Publikationen. Außerdem veröffentlichte er eine Lehrfibel für Krankengymnastik nach Bandscheibenoperationen. Er selbst behandelte ebenfalls mit manuellen Verfahren, was immer wieder dazu führte, dass operative Eingriffe vermieden werden konnten. Als einer der ersten Mediziner in Deutschland erkannte er die diagnostische Revolution der cranialen Computertomographie.
Er war seit 1953 mit der Chirurgin und Anästhesistin Reta Jensen, geborene Pauls (1919–1987), verheiratet und hatte vier Kinder. 1993 heiratete er Ingrid Pries, geborene Hartz (1941–2007).
| Personendaten | |
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| NAME | Jensen, Hans-Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Neurochirurg und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 7. November 1921 |
| GEBURTSORT | Großdeuben bei Leipzig |
| STERBEDATUM | 6. März 2000 |
| STERBEORT | Kiel |