Hans-Richard Reuter

Hans-Richard Reuter (* 18. November 1947 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher evangelischer Theologe und Ethiker. Er war bis 2013 Professor für Theologische Ethik und Direktor des Instituts für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften (IfES) an der Universität Münster.

Leben

Hans-Richard Reuter besuchte die Grundschule und das Gymnasium in Bad Homburg v. d. H. Anschließend studierte er als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Evangelische Theologie, Philosophie und Soziologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Zürich. Nach dem ersten und zweiten theologischen Examen sowie dem Vikariat arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent für Sozialethik an der Universität Heidelberg. Dort wurde er 1978 bei Heinz Eduard Tödt mit einer religionsphilosophischen Arbeit über die Dialektik Friedrich Schleiermachers promoviert. 1981 erfolgte die Ordination zum Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Baden. 1982 wechselte er als Wissenschaftlicher Referent mit den Schwerpunkten Friedensethik, Kirchentheorie und Grundfragen des evangelischen Kirchenrechts an die interdisziplinäre Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg. Die Habilitation erfolgte 1995 mit Studien zur Rechtsethik im Fach Systematische Theologie an der Universität Bochum, wo er drei Jahre als Privatdozent lehrte.

1999 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftswissenschaften in der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster an und übernahm die Leitung des gleichnamigen, von Heinz Dietrich Wendland gegründeten Instituts (ICG). Zur Verdeutlichung der Lehr- und Forschungsschwerpunkte veranlasste er 2004 die Umbenennung von Professur (Theologische Ethik) und Institut (Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften [IfES]). Von 2004 bis 2006 war er Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät.

Er war maßgeblich an der Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von 2007 beteiligt, die der kantischen Idee des Friedens durch Recht verpflichtet ist. Er gehörte zu den Antragstellern des 2007 etablierten Münsteraner Exzellenzclusters „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne“ und arbeitete nach seiner Emeritierung im Jahr 2013 in diesem Rahmen bis Dezember 2018 als Seniorprofessor mit einem Schwerpunkt zur Bedeutung des religiösen Faktors in der Sozialstaatsentwicklung. Zu seinen Habilitanden zählen Torsten Meireis und Sabine Plonz.

Arbeitsschwerpunkte

Theorie der Ethik, Politische Ethik (Ethik der internationmalen Beziehungen, Friedensethik), Rechtsethik (Menschenrechte), Sozialethik (Religion und Wohlfahrtsstaatlichkeit), Ekklesiologie und Kirchentheorie, Grundfragen des Kirchen- und Religionsverfassungsrechts, allgemeine Religionssoziologie.

Mitgliedschaften

Hans-Richard Reuter ist Vorstandsmitglied der Adolf-Loges-Stiftung (Sitz Heidelberg) zur Förderung wissenschaftlicher Projekte insbesondere im Rahmen der Erforschung des theologischen Erbes Dietrich Bonhoeffers und der Traditionen der Bekennenden Kirche.

Er gehörte zahlreichen weiteren Beratungs- oder Steuerungsgremien an, darunter:

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender 2009
  2. ↑ Uni-muenster.de abgerufen am 14. Juli 2016
  3. ↑ Hans-Richard Reuter: Eine Disziplin auf Namenssuche. Beobachtungen zur Begriffsgeschichte evangelischer Sozialethik. In: Evangelische Sozialethik. Traditionen und Perspektiven (= Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Band 15). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2024, ISBN 978-3-374-07551-5, S. 17–24.
  4. ↑ Religion und Politik. In: Uni Münster. Abgerufen am 13. März 2018.
Personendaten
NAME Reuter, Hans-Richard
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelischer Theologe und Ethiker
GEBURTSDATUM 18. November 1947
GEBURTSORT Frankfurt am Main