Hans Hoske wurde als Sohn des Ciseleurs Hugo Hoske und der Hausfrau Emma geb. Hesse geboren.
Nachdem er von Mai bis November 1918 seinen Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg geleistet hatte, bestand er im Dezember 1919 die Reifeprüfung am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium Berlin.
Hoske war Propagator der Leistungsmedizin. 1933 wurde er Mitglied der NSDAP und der SS. Hoske war Adjutant beim Reichsarzt SS. Er wurde 1934 Voluntärassistent am Hygieneinstitut der Friedrich-Wilhelms-Universität und habilitierte sich 1935 für Hygiene, wobei er eine biologistisch orientierte Sozialhygiene vertrat, die sich am Leistungsgedanken orientierte. 1936 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP-Reichsleitung in Berlin-Lichterfelde. Als Referent des Hauptamtes für Volksgesundheit war er 1936 Redner beim II. Internationalen Sportärztekongress in Berlin und redete auf der 5. Sitzung über Leibesübungen in der Betriebshygiene und Freizeitgestaltung. In den Jahren 1938 und 1939 wurde ihm ein Stipendium bewilligt für Untersuchungen über staatliche Maßnahmen, die vorbeugende Medizin der Balkanstaaten und der dort noch vorhandenen Volksmedizin sowie den Gesundheitszustand der deutschen Volksgruppen im Donauraum. Er war beratender Arzt im Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront (DAF).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hoske leitender Arzt in einem Ohlstedter Krankenhaus. Im Wintersemester 1945/46 war er als Berater am Institut für Leibesübungen der Universität Hamburg tätig, im WS 1946/47 hatte er dort einen Lehrauftrag und hielt eine Vorlesung über Die biologischen Grundlagen der Leibeserziehung. In seinem Entnazifizierungsverfahren wurde er 1948 als unbelastet eingestuft, nach Ansicht von Gerhard Baader hat er dabei unter Verdrehungen und Lügen seine Biographie umgeschrieben. Vom Sommersemester 1948 bis zum Wintersemester 1950/51 war er als Dozent an der Sporthochschule Köln tätig, dann war er Leiter des Ausschusses für Jugendfragen sowie Mitglied des Sportbeirates des Deutschen Sportbundes, Sachbearbeiter für Jugendfragen des Nordrheinischen Sportärztebundes und Mitglied der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung. Er war Initiator für die Gründung des Deutschen Jugendgesundheitsdienstes und gehörte dem Fachausschuß Jugendgesundheit in der Arbeitsgemeinschaft für Jugendpflege und Jugendfürsorge sowie dem Ausschuß für Jugendfragen des Deutschen Sportärztebundes an.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Ratschläge für Training und Wettkampf. Berlin 1926.
Untersuchungen über rationelle Gymnastik. Dissertation Universität Berlin 1926.
Zur Zweckgymnastik. Berlin 1927.
Deutsche Hochschule für Leibesübungen. Berlin 1927.
Schutz- und Heilverbände im Sport. Neuwied 1928.
Die typische Furunkulose der Ruderer. 1928.
Arbeit und Erholung im Lehrlingsalter. Hamburg 1930.
Häusliche Krankenpflege. Hamburg 1931.
Leistungssteigerung in Haus und Beruf. Hamburg 1931.
Ernährung. Hamburg 1931.
Deine Zähne. Hamburg 1932.
Der Senkfuß und seine Behandlung. Hamburg 1933.
Gesund durch Luft, Sonne, Bewegung. Anwendung im täglichen Leben für die Gesunden, Kranken u. Genesenden. Bad Wörishofen 1933.
Entwicklungsförderung und Anlagepflege. Leipzig 1934.
Die menschliche Leistung als Grundlage des totalen Staates. Leipzig 1936.
Wege zur Leistung: Untersuchungen, Beobachtungen, Vorschläge. Leipzig 1938.
Sonderturnen. 1948.
Das Problem der menschlichen Leistung. Stuttgart 1953.
Sportärztliche Gesichtspunkte beim Sport mit geschädigten Menschen. 1953.
Die Erholung im Jugendalter. Aufgabe, Notwendigkeit, Möglichkeiten. 3. Auflage, Stuttgart 1955.
Leibesübungen im Jugendalter. Ärztliche Grundlagen für den Jugendleiter. Frankfurt am Main 1955.
Wiederherstellung der Lebenstüchtigkeit geschädigter Menschen. Rehabilitation in inländischer und ausländischer Sicht. Stuttgart 1955.
Hochwertige Ernährung als soziale Aufgabe. Freiburg im Breisgau 1955.
Lebensführung für die berufstätige Jugend zu Gesundheit und Leistung, Freude und Arbeitskraft. Frankfurt am Main 1956.
Gesundheit und Beruf. Düsseldorf 1956.
Ernährung für Freizeit und Sport. Zweckmässige Ernährung, sichere Leistung, Voraussetzung im Sport. Zürich 1957.
Die Schule im Sozialhaushalt des Staates. Wiesbaden 1957.
Gesundheit durch Übung. Wiesbaden 1960.
Zum Problem der Leistung praktische Fragen zur Ernährung beim Sport. Berlin-Steglitz 1960.
Sportärztliche Ratschläge. Minden 1964.
Literatur
Herta Beck: Leistung und Volksgemeinschaft, der Sportarzt und Sozialhygieniker Hans Hoske (1900–1970). Husum 1991.
Herta Beck: Hans Hoske (1900–1970), sein Beitrag zu Sozialhygiene, Sport- und Leistungsmedizin 1920–1966. Freie Universität Berlin 1998.
123456Herta Beck: Leistung und Volksgemeinschaft, der Sportarzt und Sozialhygieniker Hans Hoske (1900–1970). Husum 1991, S. 9.
↑Herta Beck: Leistung und Volksgemeinschaft, der Sportarzt und Sozialhygieniker Hans Hoske (1900–1970). Husum 1991, S. 16.
12Herta Beck: Leistung und Volksgemeinschaft, der Sportarzt und Sozialhygieniker Hans Hoske (1900–1970). Husum 1991, S. 14.
↑Gerhard Baader: Von der Sozialen Medizin und Hygiene über die Rassenhygiene zur Sozialmedizin (BRD) / Sozialhygiene (DDR). In: Udo Schagen und Sabine Schleiermacher (Hrsg.): 100 Jahre Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland. CD-ROM, Berlin 2005, S. 24. (Online, abgerufen am 31. Oktober 2026)
12Jörn-Arne Ristau: Sport und Sportmedizin im nationalsozialistischen Deutschland. Dissertation Universität Berlin 2013, S. 206.
123Gerhard Baader: Von der Sozialen Medizin und Hygiene über die Rassenhygiene zur Sozialmedizin (BRD) / Sozialhygiene (DDR). In: Udo Schagen und Sabine Schleiermacher (Hrsg.): 100 Jahre Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland. CD-ROM, Berlin 2005, S. 25. (Online, abgerufen am 31. Oktober 2026)
↑Alfred Schiff (Hrsg.): Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen 1920–1930. Berlin 1931, S. 130.
↑Kapitel VIII.: Die Leibesübungen in der sozialen Medizin. In: Alfred Schiff (Hrsg.): Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen 1920–1930. Berlin 1930, S. 44–48.
↑Gerhard Baader: Von der Sozialen Medizin und Hygiene über die Rassenhygiene zur Sozialmedizin (BRD) / Sozialhygiene (DDR). In: Udo Schagen und Sabine Schleiermacher (Hrsg.): 100 Jahre Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland. CD-ROM, Berlin 2005, S. 21–22. (Online, abgerufen am 31. Oktober 2026)
↑ Ulrike Thoms: Einbruch, Aufbruch, Durchbruch? Ernährungsforschung in Deutschland. In: Rüdiger vom Bruch, Uta Gerhardt, Aleksandra Pawliczek (Hrsg.): Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Stuttgart 2006, S. 113.
↑Gerhard Baader: Militarisierung des Gesundheitswesens im Nationalsozialismus und heute. In: Jahrbuch für kritische Medizin Band 9: Arbeit, Frauen, Gesundheit, Berlin 1983, S. 89.
↑Pter Reeg: Deine Ehre ist die Leistung... Auslese und Ausmerze durch Arbeits- und Leistungs-Medizin im Nationalsozialismus. In: Deutsches Ärzteblatt. 85, Heft 51/52 vom 26. Dezember 1988 (23) A-3655. (Online, abgerufen am 31. Oktober 2026)
12345Gerhard Baader: Von der Sozialen Medizin und Hygiene über die Rassenhygiene zur Sozialmedizin (BRD) / Sozialhygiene (DDR). In: Udo Schagen und Sabine Schleiermacher (Hrsg.): 100 Jahre Sozialhygiene, Sozialmedizin und Public Health in Deutschland. CD-ROM, Berlin 2005, S. 29. (Online, abgerufen am 31. Oktober 2026)