Hans Kaminski

Hans Kaminski, vor 2012

Hans Kaminski (* 13. September 1940) ist deutscher emeritierter Professor für Arbeitslehre bzw. Ökonomische Bildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Direktor des dortigen An-Instituts für Ökonomische Bildung.

Leben

Sitz des An-Instituts für Ökonomische Bildung

Nach Abschluss einer Höheren Handelsschule war Kaminski zunächst von 1960 bis 1965 bei der Bundeszollverwaltung tätig. Es folgte von 1965 bis 1968 ein erziehungswissenschaftliches Studium an der Pädagogischen Hochschule Paderborn, woraufhin er als Lehrer an verschiedenen Schulen in Nordrhein-Westfalen bis 1974 arbeitete. Nach einem Zusatzstudium der Wirtschaftswissenschaft wurde Kaminski 1976 mit einer Dissertation mit dem Titel Grundlegende Elemente einer Didaktik der Wirtschaftserziehung – Wissenschaftstheoretische Voraussetzungen, Probleme der Curriculumentwicklung, Strategien zur unterrichtlichen Realisation zum Dr. rer. pol. promoviert. 1977 und 1978 hatte er eine Gastprofessur für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Gesamthochschule Kassel inne und war von 1978 bis 1980 Professor für Wirtschaftspädagogik an der Universität Hamburg. 1980 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Wirtschaftslehre an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, an der er bis zu seiner Emeritierung tätig war. Er übte dort zahlreiche Funktionen aus, z. B. Vizepräsident, Dekan, Leiter des Instituts für Ökonomische Bildung (zuvor Institut für Ökonomische und Technische Bildung), Mitbegründer und Direktoriumsmitglied des Center für lebenslanges Lernen C3L.

In den Jahren 1990 bis 1994 wurde er durch das Bundesministerium für Wirtschaft in den Verwaltungsrat der Stiftung Verbraucherinstitut (Berlau) berufen.

1993 gründete Kaminski zusammen mit Vertretern aus Schule, Unternehmen und Kammern den eingetragenen Verein wigy, zu dessen Zielen unter anderem die Unterstützung von Lehrkräften durch curriculare Konzepte und Unterrichtsmaterialien sowie die Schaffung politischer Rahmenbedingungen für die Etablierung der ökonomischen Bildung an allgemeinbildenden Schulen zählen, aber insbesondere auch an Gymnasien. Wesentlich für Kaminski war der systematische Zusammenhang zwischen einem fest etablierten Schulfach, das bildungspolitisch zu universitären Studiengängen führen muss und somit Forschung sowie die Generierung von wissenschaftlichem Nachwuchs eher ermöglicht. Nur so sei die Teilhabe an fachdidaktischer Theorienbildung – jenseits von aktionistischen Etablierungskonzepten möglich und eine kontinuierliche Entwicklung zu sichern.

2005 gründete er ferner das Institut für Ökonomische Bildung als An-Institut der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das sich bundesweit um die Etablierung der ökonomischen Bildung an allgemeinbildenden Schulen bemüht und dafür Unterstützungsstrukturen unter anderem in Form von curricularen Konzeptionen, Unterrichtsmaterialien sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungssystemen entwickelt. In verschiedenen Publikationen unter anderem von Reinhold Hedtke sowie in einem Beitrag des politischen Fernsehmagazins Frontal 21 sah sich das An-Institut verschiedener Kritik ausgesetzt. Darunter auch den Vorwürfen einer Einseitigkeit der Unterrichtsmaterialien sowie einer zu großen Nähe zur Wirtschaft, was vom Institut in einer Stellungnahme zurückgewiesen wurde.

In Niedersachsen hat Kaminski in zahlreichen Lehrplankommissionen des Niedersächsischen Kultusministeriums zur Entwicklung von Kerncurricula mitgearbeitet: Zuletzt 2013 für das „Kerncurriculum Wirtschaft für die Realschule, Hauptschule und Oberschule, Jahrgänge 7–10“, 2011 für das „Profil Wirtschaft in den Jahrgängen 9 und 10, Vorgaben für die Realschule“ und 2006 für das „Kerncurriculum Politik-Wirtschaft für das Gymnasium, Jahrgänge 8–10“.

Schwerpunkte

Zu den Forschungsschwerpunkten von Kaminski gehören bildungstheoretische, fachdidaktische und methodische Fragen der Ökonomischen Bildung im allgemeinbildenden Schulwesen, Untersuchungen zum Verhältnis von Fachwissenschaft und Fachdidaktik in der ökonomischen Bildung, zur Ökonomischen Bildung in Transformationsländern wie z. B. Polen und Russland sowie Fragen der Integration inhaltlicher Schwerpunktsetzungen in die Ökonomische Bildung. Vor allem die Entwicklung von Implementationssystemen zur verpflichtenden Verankerung ökonomischer Bildung im deutschen allgemeinbildenden Schulsystem waren ein Schwerpunkt. Ein besonderes Feld war die Analyse der Auswirkungen der Transformationsprozesse 1989 ff. in den neuen Bundesländern, mit der Frage, welche Konsequenzen dies für die Entwicklung von Referenzsystemen zur ökonomischen Bildung hat. Und für die Qualifizierung von Lehrkräften bzw. ihre Unterstützung durch Lehr- und Lernmaterialien mit sich bringt.

Aus dieser Forschungs- und Entwicklungsperspektive ergab sich ebenfalls eine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit russischen Universitäten, vorrangig mit der Staatsuniversität Novosibirsk in Russland über EU-Projekte sowie mit den Pädagogischen Hochschulen in St. Petersburg und Moskau (Oblast Moskau) und in Polen mit der Warsaw School of Economics sowie Schulen aus der Region Lubuskie.

Projekte in leitender Funktion (Auswahl)

Ab den 1990er Jahren

Ab den 2000er Jahren

Publikationen (Auswahl)

Monografien

Herausgeberschaften

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.presse.uni-oldenburg.de/mit/?person=JKaminski
  2. ↑ vgl. auch Archivlink (Memento des Originals vom 29. November 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ http://www.wigy.de/index.php?id=32
  4. ↑ z. B. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 18. November 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. November 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 12. November 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Schüler unter Einfluss – Lobbyisten im Klassenzimmer (Memento vom 16. August 2017 im Internet Archive) In: ZDF vom 30. April 2013
  8. ↑ Frontal 21 "Lobbyisten im Klassenzimmer" vom 30. April 2013 - Richtigstellung des Instituts für Ökonomische Bildung, 2. Mai 2013, Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 18. November 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.