Hans Kohtz

Robert Hans Kohtz (* 22. April 1888 in Tilsit; † 1984 in Krefeld) war ein deutscher Ingenieur und Wirtschaftshistoriker.

Leben

Herkunft, Ausbildung und Militärdienst

Er kam 1888 als Sohn des Staatsanwaltschaftssekretärs Robert Kohtz und dessen Ehefrau Wilhelmine Redezky in der Stadt Tilsit zur Welt, die damals etwa 23.000 Einwohner hatte und zur preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am örtlichen Realgymnasium schloss er seine Schulausbildung am 13. Februar 1907 mit dem Reifezeugnis ab. Anschließend immatrikulierte er sich für ein Maschinenbau- und Elektrotechnikstudium an der TH Danzig. Nachdem er dort am 20. Oktober 1909 seine Diplom-Vorprüfung bestanden hatte, wechselte er an die TH Berlin in Charlottenburg, wo er am 20. Juni 1912 die Diplom-Hauptprüfung ablegte und somit das Studium als Diplom-Ingenieur beendete. In den Jahren 1909 und 1910 hatte er parallel auch rechts- und staatswissenschaftliche Vorlesungen an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität gehört und entschied sich nun, diese Fächer an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel zu vertiefen. Eine begonnene Dissertation musste er jedoch abbrechen, als der Erste Weltkrieg ausbrach.

Kohtz trat am 28. August 1914 als Freiwilliger ins Heer ein und kam während des Ersten Weltkrieges bei Kampfhandlungen in Belgien, Frankreich, Russland und Serbien zum Einsatz. Im Rang Leutnant der Reserve schied er am 6. März 1919 aus dem Militärdienst aus.

Im April 1932 nahm er an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin wieder ein staatswissenschaftliches Studium auf, das er ab April 1933 an der Albertus-Universität in Königsberg fortsetzte. Im Jahr 1934 wurde er dort schließlich mit der Dissertation Ostpreußische Papierfabrikation – basierend auf Archivmaterial, das Karl Theodor Weiß zur Verfügung gestellt hatte – zum Dr. phil. promoviert.

Berufliche Karriere

Über Kohtz’ Berufsleben liegen nur unvollständige Informationen vor. Bekannt ist, dass er zwischen 1919 und 1932 als Ingenieur in der elektrotechnischen Industrie tätig war. Ab den 1930er Jahren publizierte er genealogische und regionalhistorische Schriften und ausgehend von seinem Promotionsthema beschäftigte er sich mehrere Jahrzehnte lang mit der Geschichte der ostpreußischen Papierindustrie. Er galt auf diesem Fachgebiet als führender Experte in Deutschland. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebte er in Krefeld. Dort starb er 1984 und wurde auf dem Hauptfriedhof bestattet.

Publikationen (Auswahl)

Monographien

Fachartikel

Einzelnachweise

  1. ↑ Karl Theodor Weiß: Zeilenpapier. In: Deutsches Buch- und Schriftmuseum (Hrsg.): Zur mittelalterlichen Buchgeschichte. Nebst vermischten Beiträgen aus dem Gesamtgebiete der Schrift- und Buchgeschichte. In der Reihe: „Buch und Schrift – Jahrbuch der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Buch- und Schriftmuseums“, Neue Folge, Band V/VI. Harrassowitz Verlag, 1943, Seiten 106–158.
  2. ↑ Informationen zu den Grabsteinen der Familie Kohtz/Hoffmann auf dem Krefelder Hauptfriedhof. Abgerufen auf grabsteine.genealogy.net am 30. Oktober 2026.