Hans Otto Friedrich Erdmann (* 18. Februar 1896 in Lenkeningken, Regierungsbezirk Gumbinnen, Provinz Ostpreußen; † 4. September 1944 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Berufsoffizier und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944.
Hans Otto Erdmann wurde am 18. Februar 1896 als Sohn von Otto Erdmann und seiner Ehefrau Wilhelmine (geb. Baasner) in Lenkeningken geboren, wo sein Vater gemäß dem Geburtseintrag des Standesamtes Kraupischkehmen damals als „Oberlazarettgehilfe“ in einer Infanterie-Kaserne tätig war.
Im Alter von 27 Jahren heiratete Hans Otto Erdmann am 25. August 1923 in Insterburg die „Telegraphen-Betriebs-Assistentin“ Meta Bendig (* 1895). Im Heiratsregistereintrag wird sein Beruf mit „Postpraktikant“ und sein Wohnort mit Gumbinnen angegeben. In Eydtkau, Kreis Gumbinnen, wurde im Dezember 1926 seine Tochter Christa geboren, die eine Ausbildung als Schwesternschülerin absolvierte und im Juli 1945 in Neuruppin an Typhus starb.
Erdmann hatte im April 1934 den Rang eines Hauptmanns. Der genaue Zeitpunkt, zu dem er seinen Wohnsitz nach Königsberg (Preußen) verlegte, ist nicht dokumentiert. Das Einwohnerbuch Königsberg führt ihn im Jahr 1941 – im Range eines Majors – mit der Wohnadresse Cranzer Allee 34 auf. Am 1. April 1942 wurde er zum Oberstleutnant ernannt.
Als Erster Generalstabsoffizier im Wehrkreis I (Königsberg) wurde Erdmann 1944 von Claus Schenk Graf von Stauffenberg in die Umsturzpläne gegen Adolf Hitler eingeweiht. Er sollte die Befehle des Unternehmens Walküre in seinem Wehrkreis ausführen. Für Sicherungsaufgaben stand ihm der ebenfalls eingeweihte Roland von Hößlin zur Verfügung, der eine Panzeraufklärungsausbildungsabteilung in Insterburg kommandierte. Am 20. Juli 1944 kamen die Befehle der Verschwörer jedoch zu spät, da Hitlers Überleben des Attentats bereits bekannt war. Dadurch war die geplante Ausschaltung nationalsozialistischer Dienststellen und Amtsinhaber nicht mehr durchführbar. Stauffenberg versuchte zunächst, Henning von Thadden und dann Kandt zu sprechen, doch beide lehnten ab. Schließlich sprach er mit Erdmann, der ihm nur mitteilen konnte, dass Hitler überlebt hatte und im Wehrkreis I keine Aktionen mehr möglich waren.
Am 14. August wurde Erdmann von der Gestapo verhaftet. Seine Verhandlung vor dem Volksgerichtshof unter dessen Präsidenten Roland Freisler fand am 4. September 1944 statt. Am selben Tag wurde Hans Otto Erdmann zum Tode verurteilt und in Plötzensee erhängt.
Erdmanns Familie hatte in Königsberg in der Cranzer Allee gelebt, wo sich viele Offizierswohnungen befanden. Nach seiner Verhaftung tauchte die Familie unter und überlebte so einen verheerenden Bombenangriff im August 1944, der viele Häuser in der Straße zerstörte. Seine Witwe und die Tochter lebten im Sommer 1945 in Neuruppin.
Hans Otto Erdmann ist mit einer Kurzbiografie im virtuellen Totenbuch Die Toten von Plötzensee der Gedenkstätte Plötzensee verzeichnet. Sein Name ist auf den Gedenktafeln für die Opfer des 20. Juli 1944 aufgeführt, die am 15. November 2001 in der Säulenhalle des Bundesministeriums der Verteidigung in Berlin enthüllt wurden. Der ehemalige Generalmajor des Heeres der Bundeswehr Josef D. Blotz veröffentlichte 2024 das Buch Denkmäler für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Darin ist Hans Otto Erdmann auf der Liste derjenigen Personen des 20. Juli 1944 zu finden, für die bisher noch kein Denkmal errichtet wurde.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Erdmann, Hans Otto |
| ALTERNATIVNAMEN | Erdmann, Hans Otto Friedrich (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Widerstandskämpfer |
| GEBURTSDATUM | 18. Februar 1896 |
| GEBURTSORT | Lenkeningken, Provinz Ostpreußen |
| STERBEDATUM | 4. September 1944 |
| STERBEORT | Berlin-Plötzensee |