Hans Schepers (Beamter)

Hans Schepers (* 18. Februar 1928; † 24. April 2021) war ein leitender Beamter der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages.

Leben

Schepers studierte an der Technischen Universität Clausthal und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und schloss als Diplom-Physiker ab. Später war er Wissenschaftlicher Assistent am Bonner Institut für Strahlen- und Kernphysik. Seine Interessen waren Niedrigenergiekernphysik und die Nutzung von Datenverarbeitungssystemen in Kernphysik und Medizin. Auf diesen Gebieten veröffentlichte er auch einige Arbeiten. 1969 wurde er bei Theo Mayer-Kuckuk mit einer kernphysikalischen Arbeit zum Dr. rer. nat. promoviert.

Bald darauf verließ er die Physik und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Verwaltung des Deutschen Bundestages: Er war als Regierungsdirektor Leiter des Referates Elektronische Datenverarbeitung, später als Ministerialrat Leiter der Gruppe Datenverarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages und dann stellvertretender Leiter der Abteilung Wissenschaftliche Dokumentation. Er verfasste Aufsätze über die Verwendung der Datenverarbeitung in der Verwaltung, insbesondere in Parlamenten.

Um die Benachteiligung kleiner Parteien im D’Hondt-Verfahren zu vermeiden, schlug er dem Bundestag im Jahre 1980 eine geringfügig modifizierte Berechnungsweise des Sainte-Laguë-Verfahrens vor, die er Rangmaßzahlverfahren nannte. Seit der darauffolgenden Wahlperiode, ab 1983, wird die eine oder andere Variante für die Sitzverteilung in den Ausschüssen und Gremien des Deutschen Bundestages eingesetzt. Seine Umgebung bezeichnete es als Proportionalverfahren (Sainte-Laguë/Schepers).

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Todesanzeige im Bonner Generalanzeiger
  2. ↑ Who’s who in Atoms, 5. Ausgabe. London 1969, Band 2, S. 1364 (Ausschnitt)
  3. ↑ Jahrbuch der deutschen Bibliotheken. Band 44 (1971) S. 44 und 409, Band 45 (1973) S. 53 und 440, Band 46 (1975) S. 58 und 482, Band 51 (1985) S. 60.
  4. ↑ Peter Schindler: Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages. Band 2, Kapitel 9.3, Baden-Baden 1999, S. 2081 und 2085.
  5. ↑ Siehe Verfahren nach Sainte Laguë/Schepers bundestag.de, Sainte-Lague/Schepers bundeswahlleiter.de, Friedrich Pukelsheim: Die Väter der Mandatszuteilungsverfahren. In: Spektrum der Wissenschaft. September 2002, S. 83 (Digitalisat ).