Hans Schmelz

Hans Schmelz (* 19. Januar 1917 in Itzehoe; gestorben 1987) war ein deutscher Journalist, Spiegel-Redakteur und Politiker.

Leben

Karriere

Zum 1. April 1935 trat Schmelz der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.425.317).

Im Zweiten Weltkrieg wirkte Schmelz zuletzt als Major der Fallschirmjäger bei der 1. Fallschirmjäger-Division. Laut Uwe Soukup wurde ihm 1944 von Hitler persönlich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub verliehen. Laut Mainhardt Graf von Nayhauß-Cormons wurde ihm auch das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Nach Kriegsende gehörte er neben Helmut Schmidt und Oswald Paulig zu den Mitgründern des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes in Hamburg. Auch arbeitete er in dieser Zeit für die Organisation Gehlen, später auch für die Nachfolgeorganisation BND. Er wirkte mit Herbert Wehner als Redakteur des Hamburger Echo.

Seit 1953 arbeitete er als Redakteur und Militärfachmann des Spiegels in Bonn. 1962 war er einer der Autoren des Spiegel-Artikels Bedingt abwehrbereit, der zum Auslöser der Spiegel-Affäre wurde. Schmelz war zum Zeitpunkt der Publikation auf einer Dienstreise in Ungarn und wurde nach seiner Rückkehr sofort festgenommen und für 81 Tage in Untersuchungshaft gesteckt. 1969 verabschiedete er sich vom Spiegel und wirkte unter Helmut Schmidt nun als stellvertretender Leiter im Planungsstab des Bundesministeriums der Verteidigung für die Aufgabenbereiche Friedens- und Konfliktforschung bis 1974 und Allgemeine politische Fragen bis 1982. Danach ging er in den Ruhestand.

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/19360223
  2. ↑ Martin Doerry, Hauke Janssen: Haben Sie Juden umgebracht? In: Der Spiegel. 17. September 2026, abgerufen am 18. September 2026.
  3. ↑ Peter Schulz: Rostock, Hamburg und Shanghai: Erinnerungen eines Hamburger Bürgermeisters. Edition Temmen, 2009, ISBN 978-3-8378-2001-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. ↑ Uwe Soukup: Ich bin nun mal Deutscher: Sebastian Haffner : eine Biographie. Aufbau-Verlag, 2001, ISBN 3-351-02526-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Mainhardt Graf von Nayhauß-Cormons: Chronist der Macht: Autobiographie. Siedler Verlag, 2014, ISBN 978-3-641-10499-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. ↑ Datum: 11. Januar 1971 Belgrad, Bonn. In: Der Spiegel. 10. Januar 1971, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. August 2022]).
  7. ↑ Willi Winkler: Das braune Netz: Wie die Bundesrepublik von früheren Nazis zum Erfolg geführt wurde. Rowohlt E-Book, 2019, ISBN 978-3-644-10062-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. ↑ Christiane Liermann, Marta Margotti, Bernd Sösemann, Francesco Traniello: Vom Umgang mit der Vergangenheit / Come affrontare il passato?: Ein deutsch-italienischer Vergleich. Dialog der Historiographien / Un dialogo tra Italia e Germania. Dialogo delle Storiografia. Walter de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-11-092874-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. ↑ Günther Scholz: Herbert Wehner. Econ, 1986, ISBN 3-430-18035-X (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. ↑ „Spiegel“-Affäre: Angriff auf die Pressefreiheit. NDR, abgerufen am 26. August 2022.
  11. ↑ Wolfgang Langenbucher: Die Kommunikationsfreiheit der Gesellschaft: Die demokratischen Funktionen eines Grundrechts. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-322-80449-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. ↑ Kabinettsprotokolle Online „Schmelz, Hans“ (7.89:). Abgerufen am 26. August 2022.