Hans Staehler (* 30. November 1898; † 1969) war ein deutscher Agrarwissenschaftler. Er verbrachte seine gesamte berufliche Karriere beim Chemiekonzern BASF und war mit seinen Forschungen maßgeblich prägend für die Ausgestaltung der bayerischen Landwirtschaft ab den 1930er Jahren.
Staehler entstammte einer alteingesessenen pfälzischen Beamtenfamilie; sein Vater arbeitete als Regierungsdirektor in Speyer. Er selbst besuchte das humanistische Gymnasium im mittelfränkischen Ansbach und immatrikulierte sich nach dem Ersten Weltkrieg für ein Studium der Landwirtschaft an der Technischen Hochschule München. Dieses konnte er 1923 mit dem Diplom abschließen. Vierzehn Jahre später wurde er 1937 an seiner Alma Mater mit der Dissertation Die Bedeutung der Weide- und Mähweidewirtschaft in Südbayern für die Milchfettversorgung des Deutschen Reiches summa cum laude promoviert.
Er wurde auf dem Münchner Waldfriedhof bestattet.
Staehler absolvierte 1924 die Staatsprüfung für den höheren landwirtschaftlichen Dienst in Bayern und fand 1925 seinen Einstieg ins Berufsleben als Assistent an der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik AG (BASF) in Limburgerhof bei Ludwigshafen. Zwischen 1927 und 1937 war er Mitarbeiter an der landwirtschaftlichen Beratungsstelle der BASF in München und anschließend hatte er die gleiche Stelle in Nürnberg inne. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem er als Major gedient hatte, war er in französischer Kriegsgefangenschaft in Mulsanne interniert. Dort gab er zwischen August 1946 und Mai 1947 mehrere Kurse und Lehrgänge für die Mitinsassen – über Pflanzen-Ernährungs-Lehre, Grünlandwirtschaft und Futterbau – und erwarb sich so urkundlich anerkannt wertvolle Dienste in der sogenannten kulturellen Betreuung. Anschließend übernahm er die Leitung der wieder etablierten Beratungsstelle in München.
„Dr. Staehler ist vor allem durch seine Arbeiten auf dünger- und futterwirtschaftlichem Gebiet hervorgetreten. Seine besondere Neigung gehörte dem Grünland. Hier hat er sich während seiner Münchner Zeit mit großem Erfolg für die Einführung der Mähweidewirtschaft eingesetzt, worüber auch zahlreiche Veröffentlichungen aus seiner Feder Zeugnis ablegen. An der Intensivierung der Düngerwirtschaft in Bayern hat er ebenfalls großen Anteil.“
Er galt als „Wegbereiter einer rationellen Futterwirtschaft“ und zahlreiche Experten sind sich einig, dass die „heutige intensive Mähweidenutzung in Bayern [...] ihre Entstehung und Ausgestaltung in erster Linie den Arbeiten“ von Hans Staehler und Max Lorch (1897–1975) verdanke. Lorch leitete die landwirtschaftliche BASF-Beratungstelle in München vor Staehler und war damals somit dessen Vorgesetzter. Beide entwickelten in „enger Zusammenarbeit mit fortschrittlichen Betrieben [...] eine Methode abwechselnder Weide- und Wiesennutzung der gleichen Fläche [...], wodurch die Zusammensetzung des Pflanzenbestandes günstig beeinflusst wird. Dadurch können von der Flächeneinheit die höchsten Futter- und Nährstoffmengen gewonnen werden. Die Einführung des Elektrozaunes begünstigte diese Entwicklung, die in Verbindung mit einer verstärkten Düngung zur sogenannten Portionsweide, der wohl intensivsten Grünlandnutzung, führte.“ Die Grundzüge dieser intensiven Mähweidewirtschaft haben sich – ausgehend von Bayern – rasch in ganz Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich ausgebreitet.
Staehlers Buchpublikationen wurden in der Regel äußerst positiv besprochen. So bilanzierte beispielsweise die Fachzeitschrift Pflanzenschutz über sein 1956 erschienenes Werk Erfolgreiche Mähweidewirtschaft:
Über Grünlandwirtschaft und Feldfutterbau, das Staehler 1965 zusammen mit Brigitte Steuerer-Finckh publizierte, urteilte das Bayerische landwirtschaftliche Jahrbuch:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Staehler, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Agrarwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 30. November 1898 |
| STERBEDATUM | 1969 |