Hansgeorg Conert

Hansgeorg Conert (* 19. März 1933 in Erfurt; † 6. Januar 2004 in Bremen) war ein deutscher Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler und Autor. Er war Hochschullehrer an der Universität Bremen und zählte zum engeren Kreis des Sozialistischen Büros.

Werdegang

Conert war Sohn eines selbstständigen Müllers und wuchs in der Nähe von Weimar auf, verbrachte seine Jugend in der DDR, siedelte dann in die Bundesrepublik über, wo er an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Wilhelmshaven studierte. In den 50er Jahren engagierte er sich im SDS. Nach Abschluss seines Studiums (Promotion) war er zehn Jahre lang Referent an einer Heimvolkshochschule in Hustedt. Dann fünf Jahre als Dozent bzw. Professor an zwei Fachhochschulen (u. a. Fachhochschule Frankfurt am Main). Danach ab 1975 lehrte er an der Universität Bremen. Seine Hauptarbeitsgebiete waren: Ökonomie, Gesellschaft und Politik sozialistischer Systeme, insbesondere der ehemaligen Sowjetunion. Er hat publiziert zu gewerkschaftlicher Bildungsarbeit, Geschichte der Arbeiterbewegung und politischer Ökonomie u. a. in der Zeitschrift links. Für das Wörterbuch des Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus verfasste Conert die Artikel Befehlswirtschaft und Dezentralisierung. Sein Buch vom Handelskapital zur Globalisierung hat er seinem Freund, dem Gewerkschafter und Sozialisten Ferdinand Patschkowski (1931–1981) gewidmet. Patschkowski war nach innergewerkschaftlichen Auseinandersetzungen und Kündigung durch die Gewerkschaft früh verstorben.

In seinem Nachruf schreibt Heinz Brakemeier: Conert war ein kritisch-theoretischer und geistig nicht korrumpierbarer Wissenschaftler in doppelter Hinsicht: Er vermochte sich auszuweisen als – auch empirisch höchst kenntnisreicher – origineller Kopf bei der Darstellung der Realität unter jener Ideologie der "politischen Ökonomie" des sogenannten "Realsozialismus" und gleichzeitig als unverführbarer Kritiker der realen kapitalistischen Produktionsweise. Seine größte Arbeit über den "unmöglichen Sozialismus" in der Ökonomie der ehemaligen Sowjetunion halte ich für die weitaus beste Darstellung dieses Phänomens nach dem Zweiten Weltkrieg.

Er war Gründungsmitglied der Förderergesellschaft zur Unterstützung des SDS und lebte bei Syke bei Bremen.

Schriften

Aufsätze

Einzelnachweise

  1. ↑ Gewerkschaftliche Monatshefte 8/88, S. 475
  2. ↑ Junge Welt vom 13. Januar 2004
  3. ↑ Hansgeort Conert: Vom Handelskapital zur Globalisierung: Entwicklung und Kritik der kapitalistischen Ökonomie, Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, 2002, S. 10
  4. ↑ Hansgeort Conert: Vom Handelskapital zur Globalisierung: Entwicklung und Kritik der kapitalistischen Ökonomie, Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot, 2002, S. 10
  5. ↑ Klappentext vom Buch: Vom Handelskapital zur Globalisierung, Münster 2002.
  6. ↑ Verdeckte Kanäle - Die fristlose Entlassung eines Funktionars führte zum Hauskrach in der IG Chemie.
  7. ↑ Heinz Brakemeier: Intellektuelle Redlichkeit, In Zeitschrift Sozialismus 2/2004, S. 45
  8. ↑ Heinz Brakemeier: Intellektuelle Redlichkeit, In Zeitschrift Sozialismus 2/2004, S. 44–45
Personendaten
NAME Conert, Hansgeorg
KURZBESCHREIBUNG deutscher Sotial- und Wirtschaftswissenschaftler, Autor
GEBURTSDATUM 19. März 1933
GEBURTSORT Erfurt
STERBEDATUM 6. Januar 2004
STERBEORT Bremen