Harald Gesterkamp

Harald Gesterkamp (* 30. Oktober 1962 in Münster) ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist.

Leben

Harald Gesterkamp bei einer Lesung im Bonner Buchladen 46

Harald Gesterkamp studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften. Sein Studium schloss er 1988 als Diplom-Volkswirt ab. Schon während seines Studiums begann er mit der journalistischen Arbeit, unter anderem für die Deutsche Presse-Agentur in Münster.

1988 zog Gesterkamp nach Bonn, wo er zunächst für das Stadtmagazin Schnüss arbeitete und 1991 leitender Redakteur des AI-JOURNAL (heute Amnesty Journal) wurde, dem Magazin der deutschen Sektion von Amnesty International. Von 2002 bis 2024 war Gesterkamp Nachrichtenredakteur beim Deutschlandfunk. Außerdem arbeitete er für mehr als 50 Redaktionen als freier Autor, unter anderem für WDR, Frankfurter Rundschau, Südwest Presse, taz, Kölner Stadt-Anzeiger, M – Menschen Machen Medien und Ärztliche Praxis. Gesterkamp publizierte zahlreiche Fachbeiträge zum Thema Menschenrechte in mehreren Fach- und Sachbüchern.

Seit 2013 arbeitet Gesterkamp auch literarisch. 2016 erschien mit Humboldtstraße Zwei sein erster Roman. In dem Familienroman geht es um die deutsche Geschichte zwischen 1934 und 2014, ausgehend von Nationalsozialismus über Krieg und Vertreibung aus Schlesien und den Neuanfang in Westdeutschland bis hin zur Spurensuche späterer Generationen. Das Buch nimmt zum Teil Bezug auf die Geschichte seiner eigenen Familie und wurde in vielen Zeitungen positiv besprochen. 2019 folgte unter dem Titel Rückkehr nach Schapdetten ein Sammelband mit 20 Kurzgeschichten. Das Buch erschien im Bonner Kid Verlag, eine erweiterte Neuauflage kam im August 2025 im Renneritz Verlag heraus. Im September 2021 legte er das Buch Stroke Unit/Besuch in Breslau mit zwei Erzählungen vor. In Stroke Unit verarbeitet er seinen eigenen Schlaganfall literarisch. Einen weiteren Roman veröffentlichte Gesterkamp im April 2022 im Renneritz Verlag. Unter dem Titel Nebenbei Terrorist beschreibt er den Wandel eines jungen Mannes vom BWL-Studenten, der in einer Burschenschaft wohnt, hin zum Feierabendterroristen, der Anschläge verübt, weil er am fehlenden Mitgefühl mit den Ärmsten in der Welt und am fehlenden politischen Einsatz beim Kampf gegen den globalen Hunger verzweifelt. 2026 erschien Gesterkamps dritter Roman Später.Vielleicht. im Rhein-Mosel-Verlag. Darin beschreibt er anhand historischer wie erfundener Figuren die Eskalation der politischen Verfolgung in der NS-Zeit in Bad Godesberg und dass nach dem Zweiten Weltkrieg kaum jemand an einer Aufarbeitung der Verbrechen Interesse zeigte.

Harald Gesterkamp ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und dort Sprecher der Regionalgruppe Bonn/NRW Süd. Gemeinsam mit Monika Littau ist er Herausgeber der 2025 erschienenen Anthologie Bonner Bogen – Literarisches von A (wie Beethoven) bis Z (wie Westerwelle).

Harald Gesterkamp ist der Bruder des Publizisten und Sozialwissenschaftlers Thomas Gesterkamp und mit der Künstlerin Irmgard Hofmann verheiratet.

Werke

Bücher

Herausgeberschaften

Buchbeiträge (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Die eigene Familiengeschichte war der Auslöser. In: General-Anzeiger, 13. Juli 2016.
  2. ↑ Über die Leiden von Krieg und Vertreibung. In: Westfälische Nachrichten, 23. September 2016
  3. ↑ Tempus fugit. In: Schnüss, September 2016.
  4. ↑ Eine Pflichtlektüre für jeden Schlesier. In: General-Anzeiger, 25. Mai 2017.
  5. ↑ Eine Familie im Wandel der deutschen Geschichte. In: Siegener Zeitung, 25. Juni 2018.
  6. ↑ Die Vergangenheit wird lebendig. In: Westfalen-Post, 27. Juni 2018.
  7. ↑ 80 Jahre Familienhistorie. In: Kölnische Rundschau, 23. September 2020.
  8. ↑ Stefan Hermes: Aus der Fingerübung entsteht ein Roman. In: General-Anzeiger, 25. Oktober 2021.
  9. ↑ Godesberger führt Verband. In: General-Anzeiger, 4. Juli 2023
  10. ↑ Thomas Kliemann: Lichter der Hauptstadt. In: General-Anzeiger, 16. Juni 2025