| Harmonies | |
|---|---|
| Daten zum Spiel | |
| Autor | Johan Benvenuto |
| Grafik | Maëva Da Silva (Illustrationen), Simon Hay (Grafik) |
| Verlag | Libellud |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Art | Legespiel |
| Spieler | 1 bis 4 |
| Dauer | etwa 30 Minuten |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Auszeichnungen | |
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Harmonies ist ein Legespiel des Spieleautors Johan Benvenuto, das 2024 bei Libellud erschienen ist und im deutschsprachigen Raum von Asmodee vertrieben wird. Bei dem Spiel gestalten die Spieler mit farbigen Spielsteinen dreidimensionale Landschaften und schaffen darin Lebensräume für verschiedene Tiere. Punkte erhalten sie sowohl für die Anordnung der Landschaftselemente als auch für die angesiedelten Tiere. Das Spiel ist für einen bis vier Spieler ab zehn Jahren ausgelegt und dauert etwa 30 Minuten.
Bei Harmonies bauen die Spieler auf jeweils einem eigenen Spielplan eine Landschaft aus Bäumen, Bergen, Feldern, Gewässern und Gebäuden auf. Dazu wählen sie Spielsteine aus einer gemeinsamen Auslage und legen oder stapeln diese auf den sechseckigen Feldern ihres Spielplans. Zusätzlich nehmen sie Tierkarten, deren Vorgaben bestimmen, welche Landschaftsmuster sie für die Ansiedlung der jeweiligen Tiere bilden müssen. Gewinner ist der Spieler, der durch seine Landschaften und Tiere die meisten Punkte erzielt.
Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung aus:
Die Spielsteine verteilen sich auf 23 blaue, 23 graue, 21 braune, 19 grüne, 19 gelbe und 15 rote Steine. Ihre Farben und die erlaubten Stapelkombinationen stehen für die unterschiedlichen Landschaftselemente. Die Tierkarten zeigen jeweils ein Lebensraummuster, eine Reihe von Ablagefeldern für die würfelförmigen Tiermarker und die damit verbundenen Punktwerte. Die Naturgeistkarten ermöglichen eine zusätzliche Spielvariante.
Zur Spielvorbereitung wird der gemeinsame Spielplan mit der Seite für zwei bis vier Spieler in die Tischmitte gelegt. Alle Spielsteine kommen in den Beutel und werden gemischt. Anschließend werden die fünf Ablagefelder des gemeinsamen Spielplans mit jeweils drei zufällig gezogenen Steinen bestückt. Die Tierkarten werden ebenfalls gemischt, fünf Karten werden offen ausgelegt und die übrigen bilden einen verdeckten Nachziehstapel. Die Tierwürfel werden daneben abgelegt.
Jeder Spieler bekommt einen eigenen Spielplan und eine Wertungsübersicht. Gemeinsam entscheiden sich die Spieler für eine der beiden Spielplanseiten, die anschließend von allen verwendet wird. Die beiden Seiten unterscheiden sich dabei vor allem in der Wertung für die Gewässer. Danach wird ein Startspieler bestimmt und der gemeinsame Spielplan mit seinem Pfeil auf diesen ausgerichtet.
Aktionen pro Zug
Optional:
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Das Spiel verläuft reihum im Uhrzeigersinn. In jedem Zug muss der aktive Spieler die drei Spielsteine eines der fünf Ablagefelder nehmen und auf seinem Spielplan platzieren. Zusätzlich darf er eine Tierkarte nehmen und beliebig oft Tierwürfel auf den passenden Landschaften einsetzen, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Die optionalen Aktionen können dabei auch zwischen dem Legen einzelner Spielsteine ausgeführt werden.
Die Spielsteine dürfen auf beliebige leere Felder gelegt werden. Zu können sie nach festgelegten Regeln gestapelt werden, so bestehen Berge aus bis zu drei grauen Steinen übereinander und Bäume durch einen grünen Stein, der entweder direkt auf dem Spielplan oder auf einem oder zwei braunen Steinen liegt. Gebäude bestehen aus einem roten Stein auf einem braunen, grauen oder weiteren roten Stein. Die blaue Wassersteine und die gelben Feldsteine liegen immer einzeln und werden nicht gestapelt. Spielsteine dürfen weder unter bereits liegende Steine noch auf oder unter einen Tierwürfel gelegt werden.
Ein Spieler darf optional in seinem Zug höchstens eine der offen ausliegenden Tierkarten nehmen und legt sie oberhalb seines Spielplans ab, wobei dort höchstens vier noch nicht abgeschlossene Tierkarten liegen dürfen. Danach bestückt er die dafür vorgesehenen Felder mit Tierwürfeln. Um ein Tier anzusiedeln, muss der Spieler auf seinem Spielplan das auf der entsprechenden Karte gezeigte Lebensraummuster bilden. Dabei sind sowohl die räumliche Anordnung der Spielsteine als auch die Höhe der dargestellten Bäume und Berge maßgeblich. Das Muster darf in beliebiger Richtung ausgerichtet sein. Ist es vorhanden, nimmt der Spieler den untersten Tierwürfel von der entsprechenden Karte und setzt ihn auf den im Muster gekennzeichneten Spielstein, der noch nicht durch einen anderen Tierwürfel besetzt sein darf. Einzelne Spielsteine können zugleich zu mehreren Lebensräumen gehören. Dadurch lassen sich unterschiedliche Tierkarten mit teilweise überlappenden Landschaftsmustern erfüllen. Bereits eingesetzte Tierwürfel bleiben auch dann liegen, wenn sich die umgebende Landschaft später verändert und das ursprüngliche Lebensraummuster nicht mehr vollständig vorhanden ist.
Wurde der letzte Tierwürfel einer Karte eingesetzt, gilt diese als abgeschlossen. Sie wird neben den persönlichen Spielplan gelegt und zählt nicht mehr zur Begrenzung auf vier Karten. Durch das Einsetzen der Tierwürfel werden auf den Karten zunehmend höhere Punktwerte freigelegt, die bei der Schlusswertung berücksichtigt werden.
Am Ende des Zuges werden drei neue Spielsteine aus dem Beutel gezogen und auf das geleerte Ablagefeld gelegt. Wurde eine Tierkarte genommen, wird auch die Kartenauslage wieder auf fünf offene Karten ergänzt.
Das Spielende wird ausgelöst, wenn im Beutel nicht mehr genug Spielsteine sind, um den gemeinsamen Spielplan aufzufüllen, oder wenn ein Spieler am Ende seines Zuges höchstens noch zwei unbesetzte Felder auf seinem persönlichen Spielplan hat. Die laufende Runde wird beendet, sodass alle Spieler gleich viele Züge ausgeführt haben, danach werden die Punkte für die Landschaften und die Tierkarten zusammengezählt.
Für die Landschaftselemente gelten unterschiedliche Wertungsbedingungen:
| Landschaftselement | Wertung |
|---|---|
| Bäume | Ein Baum bringt abhängig von seiner Höhe einen, drei oder sieben Punkte. Braune Steine ohne grünen Abschluss bringen keine Punkte. |
| Berge | Ein Berg bringt abhängig von seiner Höhe einen, drei oder sieben Punkte, sofern er unmittelbar an mindestens einen weiteren Berg angrenzt. Alleinstehende Berge bringen keine Punkte. |
| Felder | Jede zusammenhängende Gruppe aus mindestens zwei gelben Steinen bringt fünf Punkte, unabhängig von ihrer weiteren Größe. |
| Gebäude | Ein Gebäude bringt fünf Punkte, wenn sich auf den unmittelbar benachbarten Feldern Spielsteine in mindestens drei verschiedenen Farben befinden. Dabei werden nur die jeweils obersten Steine berücksichtigt. |
| Wasser auf Seite A | Gewertet wird nur der längste Fluss. Seine Länge wird entlang des kürzesten Weges zwischen seinen Enden bestimmt. Ein bis sechs Steine bringen null, zwei, fünf, acht, elf beziehungsweise 15 Punkte; jeder weitere Stein bringt vier zusätzliche Punkte. |
| Wasser auf Seite B | Die blauen Steine trennen den Spielplan in Inseln. Jede Insel bringt fünf Punkte. Ohne eine Abtrennung durch Wasser gilt die gesamte Landfläche als eine Insel. |
Für jede Tierkarte erhält der Spieler den Punktwert unter dem obersten bereits freigeräumten Würfelfeld. Dies gilt sowohl für abgeschlossene als auch für noch nicht vollständig erfüllte Karten. Wurde von einer Karte noch kein Tierwürfel eingesetzt, bringt sie keine Punkte. Für verbliebene Tierwürfel werden keine Punkte abgezogen.
Gewinner ist der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Bei einem Gleichstand gewinnt derjenige der beteiligten Spieler, der mehr Tierwürfel auf seinem Spielplan eingesetzt hat. Besteht auch danach Gleichstand, teilen sich die betreffenden Spieler den Sieg.
Die im Spiel enthaltenen Naturgeistkarten erweitern das Spiel um zusätzliche Wertungsmöglichkeiten. Dabei erhält jeder Spieler zu Beginn zwei verdeckte Naturgeistkarten, von denen er während seines ersten Zuges eine auswählt. Die gewählte Karte wird mit einem Naturgeistwürfel bestückt und zählt zur Begrenzung auf vier gleichzeitig ausliegende Karten mit.
Wie bei den Tierkarten muss ein bestimmtes Landschaftsmuster gebildet werden, um den Naturgeistwürfel einzusetzen und die Karte abzuschließen. Erst dann bringt sie zusätzliche Punkte bei der Schlusswertung entsprechend der auf der Karte angegebenen Bedingung wie etwa der Anzahl bestimmter Landschaftselemente oder der Größe zusammenhängender Landschaftsgruppen.
In der Solospielvariante wird die Soloseite des gemeinsamen Spielplans verwendet, auf der nur drei Ablagefelder vorhanden sind, auch die offene Auslage wird auf drei Tierkarten begrenzt. Nachdem der Spieler eine Gruppe aus drei Steinen genommen und seinen Zug ausgeführt hat, werden die übrigen sechs Spielsteine der Auslage aus dem Spiel entfernt. Anschließend werden alle drei Ablagefelder mit jeweils drei neuen Steinen bestückt. Hat der Spieler in seinem Zug keine Tierkarte genommen, darf er zusätzlich eine Karte der offenen Auslage austauschen.
Die übrigen Regeln bleiben unverändert. Ziel ist es, eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Das Ergebnis wird mit einem Bewertungssystem in der Anleitung verglichen, um es einzuordnen.
Das Spiel Harmonies wurde von Johan Benvenuto entwickelt und erschien im Jahr 2024 bei dem französischen Verlag Libellud. Die Illustrationen übernahm Maëva Da Silva, für die grafische Gestaltung war Simon Hay verantwortlich. Im gleichen Jahr und im Folgejahr erschien das Spiel auf Englisch, Deutsch, Niederländische, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch, Ukrainisch, Russisch, Bulgarisch, Serbisch, Tschechich/Slowakisch, Rumänisch, Ungarisch, Griechisch, Isländisch, Koreanisch, Japanisch, Philippinisch/Thai, Chinesisch, Türkisch sowie jeweils in einer multilingualen Version auf Englisch, Deutsch und Französisch und in den nordischen Sprachen Schwedisch, Norwegisch, Finnisch und Dänisch.
Ebenfalls bereits 2024 erschien eine Mini-Erweiterung mit einem neuen Naturgeist in Form eines T-Rex und 4 transparenten Naturgeist-Spielfiguren, die anstelle der Figuren aus der Basisversion des Spiels verwendet werden können. 2026 erschien die Erweiterung Im Takt der Natur mit 10 weiteren Tierkarten und entsprechenden neuen Lebensraummustern aus jeweils drei unterschiedliche Landschaftsfarben. Ebenfalls 2026 kam die Erweiterung Klang der Wildnis hinzu, die drei einzeln oder miteinander kombinierbare Module enthält. Schutzgebiete ermöglichen dabei besondere Landschaftsformationen, die mehrere Tiere aufnehmen können und neue persönliche Spielpläne verändern die Anordnung der Felder mit zusätzlichen Wertungsmöglichkeiten. Zudem können so genannte „Wisperwesen“ mit den Tierkarten kombiniert werden.
Harmonies wurde 2024 in die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres aufgenommen. Die Jury betonte dabei das Zusammenspiel zwischen der Gestaltung der Landschaft und den unterschiedlichen Lebensraumansprüchen der Tiere. Beim Deutschen Spielepreis desselben Jahres erreichte es den siebten Platz und es wurde mit dem Swiss Gamers Award 2024 ausgezeichnet. Zudem wurde es beim französischen As d’Or – Jeu de l’Année initié 2025 nominiert und zum schwedischen Årets Spel Vuxenspel 2025 gekürt.
Bewertungen
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Der Spielekritiker Harald Schrapers bewertete das Spiel auf seinem Blog games we play mit acht von zehn Punkten. Er lobte das eingängige Grundprinzip und sah den besonderen Reiz in den Anforderungen an das räumliche Denken sowie darin, einzelne Spielsteine für mehrere Wertungsmöglichkeiten zu nutzen. Im Vergleich zu dem Spiel Cascadia hielt er Harmonies für anspruchsvoller. Die Interaktion beschränke sich allerdings weitgehend auf den Wettbewerb um die gemeinsame Steinauslage, ansonsten beschäftigten sich die Spieler vor allem mit ihrer eigenen Landschaft. Karsten Grosser betonte die Verbindung der beiden Wertungssysteme für Landschaften und Tiere. Der einfache Kernmechanismus verlange eine vorausschauende Planung, da die begrenzte Fläche möglichst wirkungsvoll genutzt werden müsse und die verfügbaren Steine nur in vorgegebenen Dreiergruppen gewählt werden könnten. Auch er beschrieb die Interaktion als überwiegend indirekt, bei der andere Spieler gewünschte Steine oder Tierkarten aus der gemeinsamen Auslage nehmen können. Udo Bartsch betont als positive Eigenschaften die tolle Grafik und das schönen Material sowie die „über die herausfordernde 3D-Puzzelei hinaus eine thematische Wirkung“, sodass alles „sehr stimmig und auch sehr ästhetisch“ ist. Er kritisiert allerdings den Zufall darüber, welche Steine und welche Tiere man in seinem Spielzug zur Auswahl hat als ungleiche Voraussetzungen, und den dem gegenüber stehenden Zwang, beim Auslegen alles durchkalkulieren zu müssen, damit man Gewinnchancen hat. Dieseen „steten Wechsel der Gegenpole ‚Mir widerfährt etwas‘ und ‚Ich muss knallhart optimieren‘“ empfinde er „als nicht sonderlich spannend oder reizvoll.“