Harold Baumann

Harold Baumann (2011)

Harold Frank Baumann (* 12. Juli 1941 in Bern) ist ein Schweizer Naturwissenschaftler. Ausserdem hat er als Förderer, Chronist und Autor die Montessori-Pädagogik in der Schweiz vorangebracht.

Leben

Baumann wurde als Sohn von Erwin Friedrich Baumann (1890–1980) und der in Feodossija auf der Halbinsel Krim geborenen Rita Baumann-Keller (1915 – 1962) in Bern geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugendzeit in Faulensee, besuchte das Gymnasium Thun. 1963 heiratete er Claudine Françoise Closuit.

Naturwissenschaft

Baumann studierte an der ETH Zürich Naturwissenschaften und promovierte 1968 am Laboratorium für Organische Chemie der ETH Zürich bei Edgar Heilbronner. Anschliessend verbrachte er ein Jahr als Postdoktorand an der Tokio Universität bei Saburo Nagakura. 1970 kehrte Baumann mit seiner Familie nach Zürich zurück und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laboratorium für Organische Chemie an der ETH Zürich. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde ihm 1983 der Ružička-Preis verliehen.

Montessori-Pädagogik

Durch seine Frau, welche 1961 bei einer Schülerin und engen Vertrauten von Maria Montessori, Giuliana Sorge, eine Montessori-Ausbildung in Rimini (Italien) absolvierte und 1976 die erste private Montessori Schule in Zürich eröffnete, lernte Baumann die Montessori-Pädagogik kennen und setzte sich seither zunehmend historisch und wissenschaftlich mit dieser Methode auseinander.

Baumann war 1982 Mitbegründer der Sektion der deutschen und rätoromanischen Schweiz der Assoziation Montessori (Schweiz) und bis 2004 deren Präsident. Unter seiner Initiative entstand 1987 und 1988 der erste schweizerisch-deutsche Montessori-Ausbildungskurs und fanden 1994 und 1998 die ersten schweizerischen nationalen Ausbildungskurse statt.

1997 hat er den Namensschutz in der Schweiz erwirkt, um den Missbrauch der Marke Montessori zu verhindern.

Baumann war Herausgeber und wissenschaftlicher Bearbeiter der Erstübersetzung ins Deutsche des Buches «Psychoarithmetik» (in 3 Teilen 1989 bis 2010), welches auf der spanischen Originalausgabe von 1934 sowie auf der italienischen Erstausgabe 1971 beruht.

Auf der Grundlage jahrzehntelanger Recherchierarbeit schrieb Baumann ein Buch über die Geschichte der Montessori-Bewegung in der Schweiz Hundert Jahre Montessori-Pädagogik 1907-2007 - Eine Chronik der Montessori-Pädagogik in der Schweiz, welches 2007 erschien.

2012 wurde das bereits in deutsche Sprache übersetzte Buch "Psychoarithmetik" von Baumann textkritisch überarbeitet und erschien dann im Herder Verlag in der von Harald Ludwig herausgegebenen Reihe «Gesammelte Werke von Maria Montessori».

Baumann ist langjähriges Redaktionsmitglied der Zeitschrift «Montessori» der Deutschen Montessori-Vereinigung.

Publikationen

Einzelnachweise

  1. ↑ Familien-Büchlein für Erwin Friedrich Baumann von Bern, Ausgestellt am 17. August 1938 auf Grund des Eheregisters, Band 1938, Nr. 584 des Zivilstandskreises Bern
  2. ↑ https://chab.ethz.ch/forschung/awards-and-lectures/ruzicka-preis/former-awardees.html ETH Zürich, Preistragende des Ružička-Preises
  3. ↑ https://www.montessori-ams.ch/ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) Assoziation Montessori (Schweiz), Sektion der deutschen und rätoromanischen Schweiz
  4. ↑ https://deutsche-montessori-vereinigung.de/ Deutsche Montessori-Vereinigung
Personendaten
NAME Baumann, Harold
ALTERNATIVNAMEN Baumann, Harold Frank (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Naturwissenschaftler und Förderer der Montessori-Pädagogik in der Schweiz
GEBURTSDATUM 12. Juli 1941
GEBURTSORT Bern