Harold Keke (geb. 1971) ist ein ehemaliger Warlord in den Salomonen. Er war Führer der Guadalcanal Revolutionary Army (GRA).
2003 ergab er sich einer von Australien geführten Friedenstruppe und wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
Keke, Enkel eines der Gründer der South Seas Evangelical Church in Australien, wurde auf den Salomonen katholisch erzogen, wandte sich jedoch vom Glauben ab und wurde in Papua-Neuguinea Kleinkrimineller. Nach einigen Jahren kehrte er in seine Heimat zurück, nahm eine Stelle als Polizist an, und wandte sich dem evangelikalen Christentum zu.
In den 1990er Jahren eskalierten die Spannungen zwischen den indigenen Bewohnern Guadalcanals und den Einwanderern vom benachbarten Malaita. Nach der Wahl von Bartholomew Ulufa'alu begannen militante Gruppen, darunter jene um den neu radikalisierten Keke, eine Kampagne der Einschüchterung und Gewalt gegen die Siedler von Malaita. Dies, einschließlich Kekes Überfall auf ein Polizeiwaffenlager im Jahr 1998, führte zur Gründung der Malaita Eagle Force (MEF) und zu einem umfassenden ethnischen Krieg auf den Inseln.
Keke sieht sich selbst als Propheten, der sein Volk ins „gelobte Land“ („promised land“) führt. Er behauptet außerdem, zu Beginn des Konflikts politische Unterstützung vom damaligen Premierminister Ezekiel Alebua erhalten zu haben, der die GRA mit Geld, Waffen und Munition versorgt habe. Alebua bestreitet diese Behauptung und bezeichnet Keke als „kaum mehr als einen gewalttätigen Schläger“ („little more than a violent thug“).
Im Verlauf des darauffolgenden Konflikts errang die MEF die Oberhand, stürzte die Regierung und übernahm die Kontrolle über den Großteil der Polizeikräfte; diese wurden somit de facto zu einem verlängerten Arm der Milizen. Viele der der MEF feindlich gesinnten Milizen schlossen Ende 2000 ein Friedensabkommen, welches Keke jedoch nicht unterzeichnen wollte. Stattdessen zog er sich mit seinen Soldaten in den Dschungel der Weather Coast zurück, um einer Gefangennahme zu entgehen.
Die GRA wurde unter Kekes Führung einer Vielzahl von Verbrechen beschuldigt, darunter Brandstiftung, Entführung, Attentat und Mord. Keke selbst wird mit mehr als 50 Morden in Verbindung gebracht, darunter dem Mord an Kabinettsminister und Priester Augustine Geve, sowie an sieben Missionaren der Melanesian Brotherhood.
Im April 2003 wurden sieben christliche Brüder – Bruder Robin Lindsay und seine Gefährten – an der Wetterküste von Guadalcanal von Harold Keke getötet. Sechs von ihnen hatten sich auf die Suche nach ihrem Bruder Nathaniel gemacht, der, wie sich herausstellte, bereits gefoltert und ermordet worden war. Während der Unruhen hatte sich Nathaniel mit der militanten Gruppe angefreundet, doch Harold Keke beschuldigte ihn, ein Regierungsspion zu sein, und er wurde beim Singen von Kirchenliedern zu Tode geprügelt. Die Kirche gedenkt ihrer am 24. April.
Ende 2003, nach dem Eintreffen einer multinationalen Interventionstruppe unter australischer Führung , rief Keke einen Waffenstillstand aus und ergab sich den Friedenstruppen. 2005 wurde er wegen Mordes an Geve verurteilt und zu lebenslanger Haft verurteilt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Keke, Harold |
| KURZBESCHREIBUNG | salomonischer Warlord |
| GEBURTSDATUM | 1971 |